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Jens Matheuszik — 24. Juli 2019, 08:48 Uhr

Wurde die Ruhr-Uni Bochum (RUB) im Rahmen der #Exzellenzstrategie Opfer eines Deals von NRW in Sachen #Exzellenzuniversität ?


Ruhr-Universität Bochum (RUB): Audimax und Mensa. Foto von Tuxyso, Wikimedia Commons, CC-BY-SA 3.0-Lizenz

Ruhr-Universität Bochum (RUB): Audimax und Mensa. Foto von Tuxyso, Wikimedia Commons, CC-BY-SA 3.0-Lizenz

Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass die Ruhr-Universität Bochum (RUB) leider keine #Exzellenzuniversität wird. Das es in einem solchen Wettbewerb (dessen Sinn man natürlich auch grundsätzlich hinterfragen kann) neben den strahlenden elf Gewinnern auch einige Verlierer gibt ist (leider) klar.

Kritik am Auswahlverfahren kann man natürlich äußern, es wirkt jedoch unter Umständen dann ein wenig, als ob man ein schlechter Verlierer sei. Die Ruhr-Universität Bochum selber hat erstmal den elf Universitäten gratuliert, die im Rahmen der Exzellenzstrategie gewonnen haben und erklärt, dass man sich für die künftige Entwicklung weiter geschärft habe.

Doch abseits der offiziellen Verlautbarungen wird Kritik laut:

So titelte die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ): Exzellenz-Universität: Aus im Elite-Wettbewerb: Ruhr-Uni greift Landesregierung an

Kritik aus Hochschulkreisen:

Tatsächlich greift hier nicht die Ruhr-Universität die Landesregierung an – aber aus hochschulnahen Kreisen hört man deutliche Kritik:

So regt Prof. Jörg Bogumil zum Nachdenken an:

Tweet von @BogumilJoerg: Man sollte mal darüber nachdenken warum Baden-Württemberg von sechs Kandidaten vier durchgekriegt hat und warum Nrw von fünf Kandidaten nur zwei. Bochum war im Ranking auf Platz 3 in Nrw.

Tweet von @BogumilJoerg: Man sollte mal darüber nachdenken warum Baden-Württemberg von sechs Kandidaten vier durchgekriegt hat und warum Nrw von fünf Kandidaten nur zwei. Bochum war im Ranking auf Platz 3 in Nrw.

Und wird dann noch etwas konkreter:

Tweet von @BogumilJoerg: Ist Bochum geopfert worden , weil Münster vor ein paar Wochen die Batterieforschung gekriegt hat?

Tweet von @BogumilJoerg: Ist Bochum geopfert worden , weil Münster vor ein paar Wochen die Batterieforschung gekriegt hat?

Hiermit spielt er auf eine umstrittene Entscheidung an. Siehe dazu auch:

Dahingehend wird vermutet, dass die Standortentscheidung der Bundesregierung nicht das widerspiegelt, was die Empfehlung der Experten war. Stattdessen wird vermutet, dass Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) unter Umständen damit ihre münsterländische Heimat unterstützen wollte. Andere Bundesländer, wie insbesondere Baden-Württemberg, die als Favoriten galten, fühlten sich dabei übergangen.

Deal zu Lasten von Nordrhein-Westfalen?

Die Entscheidung über die sogenannte Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder stand in Folge der 500 Millionen Euro schweren Vergabe der Batterieforschung an. Schon da wurde gemunkelt, dass es ggf. zu einem Kompensationsgeschäft kommen könnte.

So erklärt Sebastian Pewny, Mitglied der Universitätskommission Planung, Struktur und Finanzen, im Rahmen einer Diskussion folgendes:

Tweet von @Sebastian_Pewny: Naja, frag doch mal bei der Landesregierung ob es falsch ist, dass der Länderslotschlüssel den Wissenschaftlern vorab mitgeteilt wurde und diese es in ihrer Bewertung berücksichtigen sollten. Lügen werden die wohl nicht, also werden sie drumherumreden oder sowas.

Tweet von @Sebastian_Pewny: Naja, frag doch mal bei der Landesregierung ob es falsch ist, dass der Länderslotschlüssel den Wissenschaftlern vorab mitgeteilt wurde und diese es in ihrer Bewertung berücksichtigen sollten. Lügen werden die wohl nicht, also werden sie drumherumreden oder sowas.

Diese Aussage deckt sich mit den Hinweisen, wo nach die Bewerbung aus Bochum in einer Art „NRW-internem Ranking“ den dritten Platz gemacht hat. Es stellt sich daher die Frage, ob die nordrhein-westfälische Landesregierung unter Ministerpräsident Armin Laschet nicht nordrhein-westfälische Interessen schlecht vertreten hat.
Es wundert auch, weil mit der – so die einhellige Meinung aus Hochschulkreisen – guten Bewerbung aus Bochum die Landesregierung sich hätte gut schmücken können.

SPD-Fraktion im NRW-Landtag fordert wissenschaftspolitisches Nachspiel:

Die Entscheidung zur Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder zur Förderung von Wissenschaft und Forschung an deutschen Hochschulen soll im nordrhein-westfälischen Landtag noch aufgegriffen werden.

SPD-Oberbürgermeisterkandidat Thomas Eiskirch und SPD-Vorsitzender Karsten Rudolph

Archivbild von 2015: Thomas Eiskirch (inzwischen Oberbürgermeister von Bochum) und Karsten Rudolph (inzwischen Landtagsabgeordneter von Bochum und Vorsitzender der SPD Bochum)

Das fordert jedenfalls der Bochumer Landtagsabgeordnete, Prof. Dr. Karsten Rudolph (SPD), der dem Wissenschaftsausschuss des Landtages angehört.

Es falle mal wieder auf, „dass die Vergabe des Förderprogramms tradierte wissenschaftliche Machtverhältnisse in Deutschland zementiere. Jüngere Reformuniversitäten wie die Ruhr-Universität haben es offenbar systematisch schwerer, den Wissenschaftsrat oder die Wissenschaftsminister von ihrer besonderen Leistungsfähigkeit zu überzeugen.“

Außerdem stößt dem Abgeordneten auf, dass Nordrhein-Westfalen als größtes Land mit den meisten Hochschulen und Studierenden, gegenüber dem Süden Deutschlands so deutlich abfalle.

„Hier hätte ich gern von der NRW-Wissenschaftsministerin gewusst, wie sie sich eine solche Vergabepraxis erklärt und was sie zu tun gedenkt, um die nordrhein-westfälischen Hochschulen im eigenen Land stärker zu unterstützen.“

Bei der Entscheidung in Sachen Exzellenzuniversität geht es übrigens nicht nur um das Geld an sich – das ist nach übereinstimmenden Aussagen zwar auch willkommen, aber es geht vor allem auch um das Signal an sich. Das man sich nicht verstecken muss hinter anderen Universitäten hat Sebastian Pewny abschließend noch einmal betont:

Tweet von @Sebastian_Pewny: Wir sind es gewohnt wieder aufzustehen hier in Pott. Das ist diesmal nicht anders. Das Lied läuft und wir brauchen uns nicht verstecken. Unsere gewonnen Forschungsbauten und Cluster sprechen für sich.

Tweet von @Sebastian_Pewny: Wir sind es gewohnt wieder aufzustehen hier in Pott. Das ist diesmal nicht anders. Das Lied läuft und wir brauchen uns nicht verstecken. Unsere gewonnen Forschungsbauten und Cluster sprechen für sich.

Ruhr-Universität Bochum: Audimax beim Sommerfest 2019

Ruhr-Universität Bochum: Audimax beim Sommerfest 2019


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