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Jens Matheuszik — 23. Juli 2019, 17:00 Uhr

Bochum investiert in Sicherheit der Bevölkerung: Feuerwehr, Sirenen, kommunales Krisenmanagement usw. (Stadtdirektor Sebastian Kopietz im Sommergespräch) #ratBO


Die Reihe der Sommergespräche bzw. Balkongespräche mit dem Verwaltungsvorstand der Stadt Bochum geht weiter. Nach dem Sommergespräch mit Sozialdezernentin Anger, in dem es insbesondere um die Teilhabechancen ging, stand nun das nächste Gespräch an.

Bochums Stadtdirektor Sebastian Kopietz, der im Verwaltungsvorstand der Stadt für den Bereich des Dezernates III (Personal, Recht und Ordnung) zuständig ist, informierte über aktuelles aus seinen Themenbereichen. Schon beim letzten Gespräch mit ihm (siehe Pottblog-Bericht: Bochumer Balkongespräch mit Stadtdirektor Sebastian Kopietz zur Ausbildung in der Stadt, der neuen Auskunft 115 und der Dürre #ratBO) ging es um ein breit gestreutes Feld an Themen. So auch diesmal auf dem Balkon der Feuer- und Rettungswache I der Bochumer Feuerwehr in Wattenscheid.

Feuer- und Rettungswache I in Bochum-Wattenscheid

Feuer- und Rettungswache I in Bochum-Wattenscheid

Bereich Ausbildung:

Zum dritten Mal im Folge hat die Stadt Bochum als Ausbildungsbetrieb gestiegene Zahlen. 2015 waren es noch 50 Auszubildende, jetzt werden es 150 sein. Das sind insgesamt die höchsten Zahlen seit 2005.

Dies sei jedoch dringend erforderlich, da aufgrund der demographischen Entwicklung die Fachkräfte im öffentlichen Dienst rar werden. Ein gutes Gegenmittel sei, so der Stadtdirektor, die Ausbildung von eigenen Nachwuchskräften. Es sei ein großer Kraftakt gewesen die Ausbildungszahlen zu erhöhen, denn das gehe nicht mal eben auf Knopfdruck. Denn da benötige man ja auch entsprechende Ressourcen (beispielsweise Räumlichkeiten aber auch Ausbilder).

Die Stadt Bochum wird jetzt erstmalig (auf kommunaler Ebene) im Rahmen eines Projektes auch Ausbildungsplätze für Verwaltungs-Informatiker anbieten. Das ist im kommunalen Bereich ein neuer Studiengang an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in Gelsenkirchen (mit Lehrgängen in Köln und Münster), der auf Führungspositionen in der Verwaltung vorbereitet.

Rathaus der Stadt Bochum

Rathaus der Stadt Bochum

Seitens der Stadt würde man ein gesteigertes Interesse am öffentlichen Dienst erkennen, dennoch müsste man als Arbeitgeber dahingehend attraktiver werden. Insbesondere auch um die Leute zu halten. Dahingehend sprach er von diversen Anreizmöglichkeiten des öffentlichen Dienstes (Zulagenzahlungen, Verbeamtungen).

Übernahmechancen:

Die Übernahmechancen bei der Stadt Bochum seien „sehr, sehr, sehr gut“ (so das Zitat), so dass man davon ausgehen könne, dass die Auszubildenden, die eine gute Ausbildung absolvieren auch übernommen werden.

Bewerben bei der Stadt Bochum:

Abschließend warb Sebastian Kopietz noch dafür sich die Homepage der Stadt Bochum zum Thema Ausbildung anzuschauen und ggf. bei Interesse auch zu bewerben. Für den Ausbildungsjahrgang ab 01.09.2020 kann man sich noch bis zum 15.09.2019 bewerben.

Kommunales Krisenmanagement:

Seit rund anderthalb Jahren gibt es das kommunale Krisenmanagement als Stabsstelle. Hier geht es vor allem um Krisen vor Ort, auf die man vorbereitet sein will. Damit will man erreichen, dass die Sicherheit im Stadtgebiet gewährleistet bzw. sogar erhöht wird.

„Sicherheit ist das wichtigste Thema.“
Stadtdirektor Sebastian Kopietz

Städtisches Sirenennetz:

Seit den 90’er Jahren gibt es eigentlich keine städtischen Warnsirenen mehr. Damit man im Zweifelsfall jedoch einen Großteil der Bevölkerung erreichen kann, wird derzeit ein stadtweites Alarmsirenen-Netz aufgebaut. Die ersten sechs Sirenen sollen bis zum 30. Juli aufgebaut sein und dann auch getestet werden.

Die ersten sechs Standorte für Sirenen sind: die Rathäuser in Bochum und Wattenscheid, die Werner-von-Siemens-Schule, das Bürgerbüro Langendreer, die freiwillige Feuerwehr Stiepel und die Bezirksverwaltungsstelle Südwest – ausnahmslos städtische Gebäude.

Aktuelle Sirenenstandorte: Stadtgebiet Bochum

Aktuelle Sirenenstandorte: Stadtgebiet Bochum

Insgesamt sollen bis Ende des Jahres zwölf Sirenen in Bochum aufgebaut sein, das bedeutet eine Signalabdeckung von rund sechzig Prozent des Stadtgebiets. Die Kosten betragen 166.000 Euro. In einer dritten Aufbauwelle – bis 2023 – soll dann ganz Bochum mit Sirenen versorgt werden, benötigt werden insgesamt circa 20 Stück.

Mit den Sirenen sollen die Bürgerinnen und Bürger im Ernstfall vor einer Gefahrenlage gewarnt und aufgefordert werden, sich in den zur Verfügung stehenden Medien über die Situation zu informieren. Im Ernstfall stehen viele Wege der Informationsvermittlung zur Verfügung: Neben Rundfunk und TV zum Beispiel die Warn-App Nina, elektronische Werbetafeln verschiedener Anbieter an den Straßen oder Durchsagen von Lautsprecherwagen. Am Donnerstag, 5. September, findet in Nordrhein-Westfalen ein landesweiter Warntag statt, an dem sich auch die Stadt Bochum beteiligen wird. Das Warnsignal für die Bevölkerung ist ein auf- und abschwellender Heulton, Entwarnung wird durch einen Dauerton signalisiert. Ein Probealarm ist am Wechsel zwischen Dauer- und Heulton zu erkennen.

Unterbringung von vielen Personen:

Ob es eine Bombenentschärfung, ein in Bochum gestrandeter Zug oder Evakuierungsmaßnahmen sind – es gibt immer wieder die Situation, dass man viele Menschen kurzfristig unterbringen muss.

Sebastian Kopietz stellte zusammen mit der Leitung des kommunalen Krisenmanagements die neuen Notfall-Module vor, mit denen Notunterkünfte im Falle größerer Unterbringungsszenarien im Evakuierungsfall durch Hilfsorganisationen schnell und effektiv ausgerüstet werden können. Das Neue an diesen Modulen ist die komplette und kompakte Zusammenstellung aller benötigten Utensilien in einem „Päckchen“. In jedem Stadtbezirk stehen ein oder zwei große Hallen für eine Notunterbringung bereit, die Notfall-Päckchen würden im Fall der Fälle dann an die dort untergebrachten Personen ausgegeben. Sie enthalten Feldbetten, Decken, Hygiene- und andere Artikel des täglichen Bedarfs, es gibt unterschiedliche Varianten für Senioren und Kinder und ein Standardpaket.

Kommunales Krisenmanagement Bochum - Versorgungspaket

Kommunales Krisenmanagement Bochum – Versorgungspaket

Bei den Hallen im Stadtbezirk Süd war bisher auch die Erich-Kästner-Schule eingeplant (für den Stadtbezirk Süd). Hier wäre zu prüfen, ob die anderen – nicht vom Brand betroffenen – Hallen noch genutzt werden können; alternativ ist für den Süden die Graf-Engelbert-Schule vorgesehen.

Stadtdirektor Sebastian Kopietz beim Sommergespräch 2019

Stadtdirektor Sebastian Kopietz beim Sommergespräch 2019

Feuerwehr in Bochum:

Einen großen Teil des Gesprächs nahm die Feuerwehr, die für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger elemantar wichtig ist, ein.

„Allein im laufenden Haushalt nehmen wir 18 Millionen Euro für Gebäude, Fahrzeuge und die persönliche Schutzausrüstung der haupt- und ehrenamtlichen Feuerwehr in die Hand – ein großer Kraftakt.“
Stadtdirektor Sebastian Kopietz

LF 10 der Bochumer Feuerwehr von vorne

LF 10 der Bochumer Feuerwehr von vorne

Allein sieben Mannschaftstransportwagen und vier Katastrophenschutz-Löschfahrzeuge der neuesten Generation sind bereits bzw. werden in den nächsten Monaten in Dienst gestellt. Auch mit den neuen Gerätehäusern für die Freiwillige Feuerwehr ginge es voran. Die Einrichtungen in Altenbochum/Laer und Günnigfeld sind in Betrieb. In Gerthe für den Norden ist die Inbetriebnahme für Anfang 2020 angedacht und für Linden und Heide wird derzeit geplant.

LF 10 der Bochumer Feuerwehr von der Seite

LF 10 der Bochumer Feuerwehr von der Seite

Im Gespräch wies der Stadtdirektor darauf hin, dass gerade auch für die ehrenamtliche, also die freiwillige, Feuerwehr ein sehr hoher Standard gesetzt werden würde. So wird das neue Fahrzeugmodell LF 10 (siehe Abbildungen) nach und nach zum neuen Standardmodell werden. Das abgebildete Fahrzeug sei dabei – wie man sehen würde – brandneu und erst vor wenigen Tagen angemeldet worden.

Sebastian Kopietz und Nicolas Ennenbach vor dem LF 10 der Bochumer Feuerwehr

Sebastian Kopietz und Nicolas Ennenbach vor dem LF 10 der Bochumer Feuerwehr

In den Bereich Feuerwehr gehört auch die gemeinsame Leitstelle. Dieses Großprojekt geht die Stadt Bochum gemeinsam mit der Stadt Herne an. Denn es sei notwendig, dass man – für den Fall des Ausfalls einer Leitstelle – eine weitere Leitstelle nutzen kann.
Da sowohl in Bochum als auch in Herne die aktuellen Laufzeiten für Wartungsverträge zeitlich gesehen ungefähr gleichzeitig auslaufen, hat man die Chance ergriffen und baut jetzt sowohl in Bochum als auch in Herne eine Leitstelle auf, die so gestaltet ist, dass die Arbeit der jeweils anderen Leitstelle auch 1:1 übernommen werden kann.

Der Bau bzw. vielmehr der Umbau der Bochumer Leitstelle geht gut voran, jedoch müsse man da natürlich drauf achten, dass im Bestand umgebaut wird. Daher muss die Funktionsfähigkeit weiterhin gewährleistet werden.

Nicolas Ennenbach (Pressesprecher Feuerwehr Bochum) und Sebastian Kopietz (Stadtdirektor Bochum)

Nicolas Ennenbach (Pressesprecher Feuerwehr Bochum) und Sebastian Kopietz (Stadtdirektor Bochum)

Bevor man sich dann gemeinsam mit Nicolas Ennenbach, dem Pressesprecher der Feuerwehr Bochum, einige der neuen Fahrzeuge der Feuerwehr Bochum genauer anschaute (siehe Bilder) wurde auch kurz der Bereich der Digitalisierung in der Verwaltung angesprochen (auch wenn das eher das Thema der Kämmerin Dr. Eva Maria Hubbert ist, die in Kürze auch ein Sommergespräch durchführen wird).

Der interne Bereich, so Sebastian Kopietz, sei gut aufgestellt und man sei da sehr intensiv unterwegs: Zum Ende des Jahres gibt es eine komplette elektronische Rechnungslegung, elektronische Akten werden eingeführt, Collaboration-Tools werden genutzt usw.

Doch das ist der Bereich, den die Stadt Bochum als Arbeitgeber selber beeinflussen kann. Anders sieht es beim externen Bereich aus, wenn es beispielsweise darum geht bestimmte städtische Dienstleistungen im Internet zu veranlassen. Das Problem hierbei sei, so Sebastian Kopietz, dass sich Bund, Länder und Kommunen an einen Tisch setzen müssen, um sich zu einigen.
Es sei zwar heutzutage problemlos möglich finanzielle Transaktionen im Internet durchzuführen – über entsprechende Sicherheitsstandards – aber diese Standards können nicht 1:1 von den Behörden übernommen werden. Weit sei man bei der KFZ-Anmeldung, jedoch gibt es da noch weiter Fragen, die mit dem Bund abzuklären sind.

Das gleiche gilt für ein Modellprojekt, welches die Stadt Bochum plant. Hier soll – analog zu einer im Online-Banking bekannten Identifizierungslösung – geprüft werden, inwiefern man dieses Verfahren für städtische Dienstleistungen nutzen kann. Das Zitat des Stadtdirektors, wonach man „intensive Diskussionen“ mit dem Bund dazu führt, ließ jedoch nichts gutes vermuten…

Nicolas Ennenbach von der Feuerwehr Bochum demonstriert das Halligan-Tool

Nicolas Ennenbach von der Feuerwehr Bochum demonstriert das Halligan-Tool


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