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Jens Matheuszik — 15. Mai 2018, 07:31 Uhr

Letzter Vorhang für das Singspiel „Bochum“ im Schauspielhaus


Ticket (Schauspielhaus Bochum) für das Singspiel Bochum

Ticket (Schauspielhaus Bochum) für das Singspiel Bochum

84 – das ist nicht nur das Jahr, in dem ein gewisser Herbert Grönemeyer ein Album namens 4630 Bochum auf den Markt gebracht hat.
84 – das ist auch die Zahl der Aufführungen des Singspiels „Bochum“ von Lutz Hübner im Schauspielhaus Bochum.

Fünf Jahre lang lief Bochum im Schauspielhaus nach der mal mehr, mal weniger gefeierten Premiere 2013 und war damit eines der erfolgreichsten Stücke der letzten Zeit.

Und auch eines der Stücke, welches mit einer nahe an die 100 % gehenden Auslastung zu den Publikumsrennern im Programm des Schauspielhaues gehörte. Wer jemals versucht hatte hier spontan Karten für das Stück zu bekommen, der weiß wovon der Autor dieser Zeilen schreibt…

Programmheft Bochum - ein Singspiel von Lutz Hübner mit Musik von Herbert Grönemeyer

Programmheft Bochum – ein Singspiel von Lutz Hübner mit Musik von Herbert Grönemeyer

Bewegende Worte von Günter Alt (Darsteller des Roger) zum letzten Mal „Bochum“:

So eine letzte Aufführung eines Stücks – auch Dernière (französisch: letzte – als Gegensatz zur Premiere) genannt – unterscheidet sich oftmals in kleinen Details von den normalen Vorstellungen.
Diese sind oft so subtil, dass man sie kaum bemerkt (wenn beispielsweise der Intendant mit zu den Statisten Karten spielt oder aber mehr oder weniger subtil auf den letzten Abend nach 5 statt nach 30 Jahren eingegangen wird).

Doch bevor es zur Dernièrenfeier kam, bat Günter Alt, Darsteller des Rogers im Stück, die Zuschauer um Ruhe.

Er verabschiedete sich auch im Namen der anderen Kolleginnen und Kollegen von zwei Darstellern auf der großen Bühne:

  • Joachim G. Maaß (Darsteller des Peter)
  • Michael Schütz (Darsteller des Ralf)

Für diese beiden Schauspieler war es die letzte Vorstellung im Schauspielhaus Bochum (die meisten anderen sind noch bis zum Ende der Spielzeit am 14. Juli auf der Bühne) und sie wurden dafür gebührend gefeiert.

Man merkte Günter Alt an, wie ergriffen er von der Stimmung war und weiter sagte er:

„Ich habe noch nie eine Vorstellung über so viele Spielzeiten gespielt und habe trotzdem das Gefühl, ich könnte das noch Jahre lang weiter machen. *APPLAUS*

Und wenn Bochum schlau ist, dann holen sie sich in wenigen Jahren den Olaf Kröck und dann sind wir alle gerne wieder hier. *SEHR GROSSER APPLAUS*“
Günter Alt

Bekanntlich wechselt Olaf Kröck, der derzeitige Intendant des Schauspielhauses Bochum, zur kommenden Saison zu den Ruhrfestspielen und wird von Johan Simons, der sich in der Vergangenheit für die Ruhrtriennale verantwortlich zeigte, abgelöst.

Dernièren-Feier zu „Bochum“ mit Olaf Kröck:

Nach den quasi schon üblichen Zugaben (zum Schluss schmetterten mehr als 800 das titelgebende Stück „Bochum“ gemeinsam im Saal) gab es noch im oberen Foyer die Dernièren-Feier, bei der Olaf Kröck sich an das Publikum (und das Ensemble und die Mitarbeiter) wandte.

Als „Bochum“ zum ersten Mal aufgeführt wurde war er der Dramaturg – jetzt verabschiedete er sich als Intendant von diesem Stück.

Olaf Kröck, Intendant des Schauspielhauses Bochum, bei der Dernièren-Feier

Olaf Kröck, Intendant des Schauspielhauses Bochum, bei der Dernièren-Feier

Olaf Kröck erinnerte daran, in welcher Zeit das Stück entstand:

Damals war noch nicht klar wie es mit Opel in Bochum weiter geht (und nicht umsonst wird das auch am Rande im Singspiel thematisiert) und auch dem Schauspielhaus ging es damals nicht gut.

Das hat sich jetzt geändert – und insbesondere der Erfolg des Schauspielhauses Bochum in den letzten Jahren ist eng mit erfolgreichen Stücken wie „Bochum“ verbunden. Für Fans von Herbert Grönemeyer war es sowieso ein Muss, sich das Stück anzuschauen. Die bekannten Grönemeyer-Hits wurden durch die Bühnenband „Her Birds“ genial adaptiert und zum Teil richtig gut anders arrangiert. Und dass man diesmal die Liedtexte viel besser als sonst verstehen konnte, fehlt eigentlich in keinem Bericht und keiner Erzählung zum Singspiel. Es stimmt aber halt auch… 😉

A propos Grönemeyer: Schön auch die Erzählung, wie es damals gelang das Stück überhaupt erst einmal zu inszenieren – wo doch Herbert Grönemeyer den Ruf hatte, dass er solche Adaptionen mit seinen Liedern nicht erlauben würde. Aber ein Gastspiel des ehemaligen musikalischen Leiters des Schauspielhauses Bochum an seiner alten Wirkungsstätte wurde genutzt, um das zu vereinbaren – und es hat mehr als erfolgreich geklappt.

Blick aus der oberen Lobby des Schauspielhauses Bochum auf den Hans-Schalla-Platz

Blick aus der oberen Lobby des Schauspielhauses Bochum auf den Hans-Schalla-Platz

Spätestens nach solchen Stücken fragt man sich:
Warum gibt es eigentlich keine Aufzeichnungen von erfolgreichen Stücken (ob nun nur im Ton oder auch in Bild und Ton) des Schauspielhauses Bochum zu kaufen?
Andere Theater machen es ja vor, wie man damit noch zusätzlich Geld verdienen UND die interessierten Besucher begeistern kann.

Da gäbe es sicherlich auch für einige Stücke des Schauspielhauses Bochum ein großes Interesse.


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