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Jens Matheuszik — 23. November 2015, 10:23 Uhr

Verabschiedung von Dr. Georg Greve bei der Knappschaft in Bochum (mit Video der Rede von Andrea Nahles)


Rede von Andrea Nahles zur Verabschiedung von Dr. Georg Greve

Rede von Andrea Nahles zur Verabschiedung von Dr. Georg Greve

Dr. Georg Greve, ehemaliger Erster Direktor der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-SeeAm vergangenen Freitag fand die Verabschiedung von Dr. Georg Greve, dem Ersten Direktor der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See (DRV KBS), in Bochum statt. Fast 18 Jahre war Georg Greve Teil der Geschäftsführung des drittgrößten Sozialleistungsträgers Deutschland, davon 17 Jahre als Erster Direktor.

Die Verabschiedung fand unter Teilnahme von vielen Gästen aus dem Bereich der Sozialversicherung und der Politik statt. So ließ es sich Andrea Nahles, Bundesministerin für Arbeit und Sozialordnung, trotz vieler Termine nicht nehmen, als Hauptrednerin die Amtszeit und das Wirken von Dr. Georg Greve detailreich, informativ aber auch unterhaltsam zu beschreiben. So berichtete sie unter Schmunzeln, dass sie für ihre Mutter eine Haushaltshilfe angemeldet habe und begeistert war, wie problemlos und schnell das ganze klappte. Sie sah das als eine Art anonymen Leistungstest für die DRV KBS an, den diese mit Bravour bestanden habe. Sie erinnerte auch an weitere Meilensteine in der Karriere von Dr. Georg Greve, wie z.B. den Aufbau Ost durch die damalige Bundesknappschaft. Die Etablierung der Sozialversicherungen in den fünf neuen Ländern waren, so Nahles, ein wichtiger Bestandteil für die erfolgreiche Deutsche Einheit und sei daher explizit zu würdigen.

Die vollständige Rede von Bundesministerin Andrea Nahles ist am Ende des Beitrages als YouTube-Video eingebunden.

Zahlreiche Gäste aus dem Bereich Sozialversicherung, Gesundheitswesen und Politik

Schlange zum Abschied von Dr. Georg Greve: Hier u.a. mit Birgit Fischer (vfa)

Schlange zum Abschied von Dr. Georg Greve: Hier u.a. mit Birgit Fischer (vfa)

Insgesamt rund 200 Gäste waren geladen um den Abschied von Dr. Georg Greve zu feiern, der sich die Mühe machte jeden einzelnen Gast einzeln zu begrüßen und freundliche Worte mit diesen zu wechseln. Dadurch kam es im Bereich des Eingangsbereiches der Knappschaftszentrale in der Bochumer Pieperstraße fast schon zu einer Art „Stau“, da sich die geladenen Gäste natürlich in der Gratulationsschlange einreihten.

Schlange zum Abschied von Dr. Georg Greve: Hier u.a. mit Thomas Eiskirch (Stadt Bochum)Neben Vertretern der Sozialversicherung (beispielsweise von anderen Rentenversicherungsträgern, den gesetzlichen Krankenkassen und dem Bundesversicherungsamt) war auch die Politik zugegen. So hatte es sich Henriette Reker, frisch gewählte Oberbürgermeisterin der Stadt Köln, nicht nehmen lassen, ihren langen Weggefährten Dr. Georg Greve persönlich zu verabschieden und war an dem ersten Tag, an dem sie offiziell ihre Amtsgeschäfte aufnahm, nach Bochum gereist. Hier suchte und fand sie beispielsweise auch das Gespräch mit Bochums ebenso frisch gewählten Oberbürgermeister Thomas Eiskirch, mit dem sie sich angeregt unterhielt.

Neben der Bundesministerin Nahles waren beispielsweise auch noch Dr. Ralf Brauksiepe, parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin der Verteidigung, und langjähriger Wegbegleiter der DRV KBS und Axel Schäfer, der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, vor Ort.

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker unterhält sich mit Bochums Oberbürgermeister Thomas Eiskirch

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker unterhält sich mit Bochums Oberbürgermeister Thomas Eiskirch

Sehr persönliche Abschiedsrede von Dr. Georg Greve

Nach den Grußworten, der Hauptrede und den weiteren Würdigungen war auch Dr. Georg Greve selber am Mikrofon und resümierte – nicht nur sein Schaffen bei der jetzigen DRV KBS, sondern auch seine gesamte bisherige Vergangenheit und schilderte dazu einige Begebenheiten, die ihm nachhaltig in Erinnerung geblieben sind und ihn beeinflusst hätten:

  • So schilderte er seine Kinderjahre als Flüchtling – denn seine Eltern waren Anfang der 50’er Jahre aus der damaligen DDR in den „Goldenen Westen“ geflohen, wo dann aber doch nicht alles so golden wie gedacht war. Er erinnere sich noch daran, als sei es gestern, wie man mit vier Personen auf nur 18 m² gewohnt hätte und wie seine Eltern – trotz guter medizinischer Ausbildung – ihre Not hatten die Familie zu versorgen. Damals wäre man Flüchtlinge gewesen und deswegen würde er – auch wenn man die Situation natürlich nicht gänzlich vergleichen könne – Mitgefühl und Sympathie für die Flüchtlinge heutzutage haben, die aus gutem Grund fliehen würden.
  • Dem Wehrdienst konnte er sich nicht entziehen, obwohl doch seine Mutter – inzwischen Leiterin des städtischen Gesundheitsamtes – ihn mit den besten Attesten von Kollegen versorgt hatte. Statt zum Bund zu gehen verpflichtete er sich jedoch dann beim Bundesgrenzschutz und wurde dort verbeamtet – mit der Besoldungsgruppe A1. Jedoch entschied er sich dann nach einiger Zeit ein Studium aufzunehmen. Hier wusste er nur, dass es auf keinen Fall Medizin sein sollte (das hätten ja schon seine Eltern gemacht) und da er in Mathematik ganz gute Noten hatte und Jura für sinnvoll hielt, musste er sich zwischen diesen beiden Studiengängen entscheiden. Als dann bei der Einschreibung in Münster die Schlange am Schalter für das Mathematik-Studium kürzer war, entschied er sich deswegen dafür – und hat diese Entscheidung bis heute nicht bereut. Im Zuge des Aufbaus der Fern-Universität Hagen kam er dann auch wieder ins Beamtenverhältnis, als er dort dann Jahre später als wissenschaftlicher Mitarbeiter anfing und die Besoldungsgruppe A13 erhielt. Einen solchen Sprung von A1 auf A13 gäbe es ja eher selten…
  • Nach dem Fall der Mauer war er bereits zwei Tage danach gemeinsam mit dem damaligen Ersten Direktor der Bundesknappschaft auf Einladung eines Bürgermeisters vor Ort. Der Grenzsoldat der DDR ließ ihn und seine Begleiter problemlos die Werra zwischen Philippsthal im Westen und Vacha im Osten überqueren. Dessen Kalaschnikow hätte völlig unmilitärisch am Brückenpfeiler gelehnt – und der Grenzer hätte dadurch jegliches Bedrohungspotential verloren. Die problemlose Überquerung der Grenzbrücke war für ihn ein bewegender und ergreifender Moment. Wie auch die Zeit des Aufbau Osts der Bundesknappschaft. Damals hätten die Beschäftigten alle Grundsätze des Beamtentums ignoriert und die kreativen Lösungsmöglichkeiten außerhalb von kodifizierten Arbeitshandbüchern gezeigt – und damit auch gezeigt, welches Potential in den Beschäftigten liegen würde.

Video: Bundesministerin Andrea Nahles würdigt Dr. Georg Greve zur Verabschiedung:

Andrea Nahles, Bundesministerin für Arbeit und Sozialordnung, bei der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See in Bochum

Andrea Nahles, Bundesministerin für Arbeit und Sozialordnung, bei der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See in Bochum

Direkt nach der Begrüßung trat Bundesministerin Andrea Nahles, die Ministerin für Arbeit und Sozialordnung und somit quasi oberste Dienstherrin der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See, an das Rednerpult und würdigte Dr. Georg Greve mit einer informativen wie auch launigen Rede, die das Pottblog als Video dokumentiert hat:


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