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Jens Matheuszik — 8. Januar 2015, 07:49 Uhr

Filmbesprechung „Wild Tales“ (Jeder dreht mal durch): Genial morbid-zynischer Episoden-Film aus Argentinien startet heute im Kino


Vorab in einem Satz: Lohnt sich der Film? Einer der witzigsten, morbidsten und zynischen Filme den ich in letzter Zeit gesehen habe – insofern: EINDEUTIG JA!

Wild Tales (Jeder dreht mal durch) - Filmplakat

Wild Tales (Jeder dreht mal durch) – Filmplakat

Der Episodenfilm Wild Tales ist in seiner Heimat Argentinien einer der größten Kinoerfolge aller Zeiten (wobei Argentinien jetzt nicht gerade als Kinoland bekannt ist…), aber auch darüber hinaus auf Festivals sehr erfolgreich.

In diesem Film schildern einzelne, völlig voneinander unabhängige, Episoden, wie aus dem an sich ach so zivilisierten Menschen aufgrund der Verkettung von unglücklichen Zuständen, verletzten Gefühlen oder einfach nur Wut plötzlich kleine Berserker, fiese Atttentäter oder sonstwie moralisch schlechte Personen werden.

Wild Tales (Jeder dreht mal durch) - Szene 1

Wild Tales (Jeder dreht mal durch) – Szene 1

Die Episoden fangen fast alle ganz harmlos an und schaukeln sich dann bis zum bitteren Höhepunkt am Ende hoch. Da gibt es beispielsweise in der ersten Episode (die zum Teil auch fast vollständig als sehr langer Trailer vor einiger Zeit in den Kinos vor den eigentlich zu zeigenden Filmen lief) einen Flugzeugpassagier, der sich mit einer Mitpassagierin unterhält und wo sich dann zufällig herausstellt, dass es eine gemeinsame Verbindung gibt. Doch diese gemeinsame Verbindung (sie ist Exfreundin eines ehemaligen Musikstudenten von ihm, den er – zur Schonung der Gehörgänge der Menschheit – hat durchfallen lassen) ist tatsächlich kein Zufall, wie man schnell feststellt…

Wild Tales (Jeder dreht mal durch) - Szene 2

Wild Tales (Jeder dreht mal durch) – Szene 2

Dann gibt es da die Szene, wo ein respektierter Ingenieur aufgrund einer absolut normalen Verkettung üblicher Umstände (länger arbeiten, im Stau stehen, Wagen wird – da falsch geparkt – abgeschleppt) quasi zum Berserker wird und versucht sich gezielt zu rächen und dabei auch seine beruflichen Fähigkeiten einsetzt – er ist übrigens Sprengmeister…

… oder die rauschende Hochzeitsfeier die dann doch anders verläuft als gedacht, als eine der Hauptpersonen meint etwas herauszufinden, was man besser nicht herausfinden sollte.

Insgesamt kann ich natürlich nicht alle Details hier pro Episode verraten, aber in insgesamt sechs Episoden zeigt der Film die Abgründe der Menschen – und das im Gewand einer dramatischen Komödie.

Jens‘ Fazit zu „Wild Tales“:

Schon der erste Trailer war vielversprechend und die Erwartungen, de er in mir weckte, waren nicht zu hoch.

Der Film zeigt auf teils subtile – teilweise aber auch sehr brachiale – Art und Weise die Abgründe menschlichen Handelns auf. Alle Episoden sind originell und auch individuell, das heißt, da wiederholt sich nichts (außer vielleicht zentrale Motive wie Rsche bzw. Vergeltung).
Die Schauspieler leisten ganze Arbeit und gehen in ihren Rollen quasi vollständig auf (was natürlich für die, die die cineastische Entwicklung Argentiniens nicht kennen, durch die Unbekanntheit der Darsteller verstärkt wird).

Insgesamt gebe ich 8 von 10 Punkten – das ist ein toller Episodenfilm!

Wild Tales (Jeder dreht mal durch) - Szene 3

Wild Tales (Jeder dreht mal durch) – Szene 3

Offizieller Trailer zu „Wild Tales“:


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