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Achim Hepp, Jens Matheuszik, Christina Quast & Sonja Rümenapp — 5. Dezember 2013, 16:48 Uhr

Oldboy: Spike Lees Neuinterpretation des südkoreanischen Films von 2003 startet heute in den Kinos


Oldboy_Filmplakat

Der Film Oldboy weist mit Spike Lee, Samuel L. Jackson und Josh Brolin mehr oder weniger bekannte und große Namen auf. Doch der größte Name taucht gar nicht direkt auf – Park Chan-wook. Denn das ist der Regisseur des Originals (mit gleichem Namen), der 2003 auf große Resonanz stieß.

Die Geschichte der 2013’er Variante orientiert sich stark am Original und ist schnell erzählt:

1993: Joe Ducett ist gelinde gesagt ein Arschloch. Seine ex-Frau und er tauschen am Telefon allerlei Freundlichkeiten aus, weil er nicht zum 3. Geburtstag der gemeinsamen Tochter geht, da er abends lieber einen Geschäftstermin wahrnimmt. Dort versucht er – nach dem erfolgreichen Abschluss – die Chance zu nutzen, als sein Geschäftspartner kurz wo anders ist, um mit dessen Frau etwas anzufangen. Die lässt ihn jedoch eiskalt abblitzen und auch das Geschäft ist geplatzt.

Danach irrt er sauer und betrunken durch die Stadt und wacht plötzlich morgens in einem Hotelzimmer auf, nachdem er zuvor eine Asiatin mit einem merkwürdigen Regenschirm kennengelernt hatte.

Schnell stellt er jedoch fest, dass er einerseits alleine ist und andererseits es sich nicht um ein normales Hotelzimmer handelt, sondern er hier gefangen wurde. Seine einzige Verbindung nach draußen ist das Fernsehgerät, durch das er auf dem laufenden bleibt.

Oldboy_Szene_1

Mit Entsetzen muss er dort in den Nachrichten verfolgen, wie darüber berichtet wurde, dass eine alleinstehende Mutter brutal überfallen, vergewaltigt und getötet wurde – seine ex-Frau! Nur das 3-jährige Kind überlebte – seine Tochter! Zu allem Überfluss gilt er als der Hauptverdächtige der Polizei, was sicherlich auch damit zu tun hat, dass er verschollen ist – kein Wunder angesichts seiner Lage…

So vergehen die Jahre und dann plötzlich eröffnen sich Möglichkeiten – die er nur hatte, weil er unbedingt den Willen zum überleben hatte und er seiner Tochter begegnen möchte.
Eine Tochter, die ihn eigentlich gar nicht kennt und von ihm nur weiß, dass er wohl ihre eigene Mutter umgebracht hat.

Doch eines Tages ist er plötzlich frei…

Oldboy_Szene_2

Mein Fazit zu „Oldboy“:

Klingt auf den ersten Blick sehr abstrus und ist es auch. Ich weiß, dass das Original sehr gefeiert wurde, aber ich wäre wahrscheinlich auch kein großer Fan vom Original-Film. Die grundlegende Story (von der ich natürlich nur Details verraten habe, denn der Film geht eigentlich erst mit seiner unerwarteten Freilassung los) finde ich persönlich sehr abgedreht. Das diese abgedrehte Story dann auch noch mit Gewaltexzessen par excellence garniert wird, gefällt mir persönlich nicht wirklich.

Hier stellt sich dann insgesamt auch mal wieder die Frage des Warums? – denn neue Ideen und Sichtweisen scheint dieser Film zum Original nicht hinzuzufügen. Insgesamt gebe ich ihm 3 von 10 Punkten – es war halt definitiv nicht mein Geschmack. Der einzige Lichtblick ist meiner Meinung nach Samuel L. Jackson in einer Rolle als fieser „Gefängniswärter“, aber das ist auch nur eine am Ende eher unbedeutende Nebenrolle.

Oldboy_Szene_3

Das Fazit von Achim dazu:

Ich wurde ja ein paar mal via Twitter und anderen Kanälen nach meiner Meinung gefragt. Und meine Antwort war dann immer „verstörend“. Das trifft es wirklich und ich tu mich mit einer Bewertung echt schwer. So 7 von 10 Punkten kann man schon geben, anderseits würde ich den Film damit schon zu sehr empfehlen. Wieso zu sehr? Na ja … er ist sehr speziell. In Sachen Gewalt auch nix für zartbesaitete Kinogänger.

Davon abgesehen ist es eine solide Regiearbeit von Spike Lee. Schon alleine weil es ein Remake ist, so ist es kein richtiger Spike Lee-Film. Einige typische Einstellungen und Eigenarten von Lee gibt es auch hier, und der Film macht (nach meiner Recherche) mehr als einmal eine Referenz an des Original. So etwas finde ich auch immer ganz nett, denn es zeugt von Respekt. Ich bin nicht immer gegen Remakes, aber es muss halt auch nicht immer sein. Ohne das Original zu kennen, hier ist es wohl so eine 50/50-Kiste. Kann man für den westlichen Markt noch einmal aufbereiten, muss man aber auch nicht.

Schauspielerisch gibt es auch wenig zu mängeln. Bis in die Nebenrollen besetzt, und Samuel L Jackson ist ja schon Standard bei Spike Lee-Filmen und eine Bank. Am Ende gibt es dann von mir auch deswegen (und mit dem Bonus für Lee) dann final auch 7 von 10 Punkten.

Trailer zu „Oldboy“:

Berichte in anderen Medien:

Siehe auch ZEIT Online (Warum sind US-Remakes so schlecht?) und NDR (Keine gute Idee: Das Remake von „Oldboy“).


2 Kommentare »

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  1. (1) Kommentar by Alex @ 5. Dezember 2013, 18:00 Uhr

    Muss ja sagen die Originalfassung fand ich schon sehr gut, ich bin aber auch ein riesiger Spike Lee Fan, also bin ich guter Hoffnung, dass die Neuverfilmung auch sehr gut oder sogar noch besser wird. Mal gucken was der Spike sich da einfallen lassen hat. Übrigens, ist echt ne klasse Seite hier, weiter so.


  2. (2) Kommentar by Bin @ 7. Dezember 2013, 19:44 Uhr

    Also ich fand oldboy richtig cool. Die Spike Lee Version hhmm ich weiß ned, aber da wird sich Spike aufjedenfall etwas einfallen lassen müssen. Bin gespannt. Danke für die Info ! :-)


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