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Achim Hepp, Jens Matheuszik, Christina Quast & Sonja Rümenapp — 24. Juli 2013, 18:51 Uhr

„Die Akte Grant“ (The Company you keep) mit Robert Redford, Shia LaBeouf usw. startet morgen im Kino


Der Film The Company you keep (Die Akte Grant) (siehe dazu auch den entsprechenden Wikipedia-Beitrag) von und mit Robert Redford basiert grundlegend auf dem gleichnamigen Roman von Neil Gordon. Basis der Geschichte ist die Zeit des Vietnamkrieges. Damals sprachen sich viele – insbesondere Studenten – in den USA gegen diesen Krieg aus. Die so genannten „Weathermen“ versuchten ihren Kampf gegen den ungeliebten Krieg auch mit Gewalt durchzusetzen.

Jahrzehnte später beginnt dann der eigentliche Film: Sharon Solarz (Susan Sarandon) wird beim Tanken in Heatherton (einer kleinen Stadt im Staat New York) von einer Eingreiftruppe des FBI festgenommen – sie war vor Jahrzehnten Teil der Weathermen und Teil einer Gruppe, die damals die Bank of Michigan überfiel. Bei diesem Überfall wurde ein Wachmann ermordet, so dass auch jetzt – viel später – immer noch nach der Gruppe von damals gesucht wurde.

Da ansonsten in der Gegend nicht viel los ist, wird der junge Journalist Ben Shepard (Shia LaBeouf) von der Albany Sun Times auf den Fall angesetzt. Über einen Kontaktmann wird er auf den Anwalt Jim Grant (Robert Redford) aufmerksam. Doch der alleinerziehende Vater einer 11-jährigen Tochter erklärt, dass er keinen Kontakt zur Inhaftierten ist und ist auch ansonsten nicht wirklich kooperativ.
Das weckt den Rechercheeifer bei Shepard und dieser stellt fest, dass der renommierte Provinzanwalt in Wirklichkeit niemand anderes als Nick Sloan, ein weiteres Mitglied der damaligen Gruppe von Michigan, ist.

Bevor das ganze – durch Shepard – öffentlich wird flieht Sloan nachts mit seiner Tochter.

Das FBI versucht nun mit allen Mitteln Sloan/Grant zu finden und setzt dabei auch High Tech-Fahndungsmethoden ein. Die folgende Dialogszene sorgte im Kinosaal für heitere (oder gar verzweifelte?) Lacher:

Situation: Beim FBI (die elektronische Fahndung nach dem Verdächtigen wird geplant); der Bruder soll abgehört werden.
FBI-Agent #1: „Steht dabei der Datenschutz im Weg?“
FBI-Agent #2: „Nein!“

Sloan/Grant gelingt es den Überwachern ein Schnippchen zu schlagen und seine Tochter bei seinem Bruder unterzubringen. Inklusive allen notwendigen Vorsorgevollmachten (da kommt der Anwalt durch). Ohne seine Tochter flieht er weiter – so denkt es jedenfalls das FBI. Doch der Journalist Shepard vermutet ein ganz anderes Motiv als die reine Flucht und heftet sich ihm auch an die Fersen…

Mein Fazit zu „Die Akte Grant“:

Die grundlegende Idee hinter dieser Geschichte ist gut und bietet sicherlich auch viel packenden Stoff für einen Film. Schade nur, dass dieser Film ungefähr so spannend wirkt, wie Robert Redford realistisch als Vater einer 11-Jährigen1 ist.

Der Film wirft mit großen Namen umher (siehe auch das Filmplakat), gefühlt ist fast jeder wichtige Darsteller jenseits der 50 oder 60 dabei und mit Shia LaBeouf und Anna Kendrick ist auch noch die jüngere Generation mehr oder weniger (von den Auftritten her deutlich weniger bei Anna Kendrick) vertreten. Doch eine Auflistung von großen Namen macht einen Film leider nicht groß.

Der Film wäre gerne ein Politthriller, aber da gibt es keinen Thrill und deswegen ist auch noch nachträglich das Wort „Thriller“ in der Überschrift verschwunden. Insgesamt gebe ich dem Film nur 5 von 10 Punkten.

Das Fazit von Achim dazu:

Puuuuuh … kurz beschrieben, der übliche Robert Redford-Propaganda-Quatsch. Da hat er sich wieder was politisch angehauchtes rausgesucht wo er hinter steht und ’nen Film draus gemacht. Ist ja nicht das erste Mal. Und es ist auch nicht das erste Mal, dass man sich bei so etwas langweilt. Denn irgendwie bekommt die Geschichte nie so richtig Fahrt und man seht sich dem Ende entgegen. Da kann auch „meine“ Anna Kendrick nix mehr rausreissen, wobei ihre Rolle auch eher eine kleinere Nebenrolle ist. Beeindruckt haben mich dann die Spezialeffekte, die den Robert um Jahre jünger aussehen lassen. Das war es dann auch. Mit gutem Willen geb ich da mal ’ne 6 von 10 für einen langatmigen Politfilm, das Wort Politthriller kann man hier definitiv nicht verwenden.

Das Fazit von Sonja dazu:

Ich stehe auf Robert Redford und ich finde es toll, dass er immer wieder versucht Themen aufzugreifen, an die sich andere vielleicht nicht ‚ran trauen. Er hat so auch schon einige tolle Filme gemacht. Wie z.B. „Aus der Mitte entspringt ein Fluß“, „Die Reise des jungen Che“ oder auch „Die Lincoln Verschwörung“. Aber bei der Akte Grant ist ihm irgendwie auf halber Strecke die Luft ausgegangen. Da konnten auch die ganzen tollen Schauspieler nicht helfen. Wie auch die anderen genannten Filme kommt die Handlung recht still daher, aber die anderen haben dann noch richtig Tiefgang. Das bekommt der Film leider nicht hin, er wird leider eher flacher. Wie schon gesagt, die schauspielerische Leistung ist hochkarätig und da ist es egal das sie fast alle älter sind, was der Handlung geschuldet ist. Aber das Script hat nicht genug Treibstoff, daher bekommt der Film nur 6 von 10 Punkten von mir.

Offizielle Trailer zu „Die Akte Grant“:

Weitere Berichte zu „Die Akte Grant“:

Neben allgemeinen Berichten zu dem Film (RP-Online, DerWesten und Stern) gibt es auch ein Interview mit Robert Redford in der Badischen Zeitung („Ich bin nicht gern mein Regisseur“).

  1. wiewohl das Zitat eines Kumpels des Hauptdarstellers zu dessen Vaterschaft ganz amüsant ist []

2 Kommentare »

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  1. (1) Kommentar by Yvonne @ 26. Juli 2013, 13:33 Uhr

    Habe den Film gestern gesehen und hatte mir deutlich mehr davon erhofft. Viel Potenzial wird verschenkt, weil das Thema an sich interessant ist und man einige gute politische Fragestellungen angedeutet findet. Am Ende ist es aber nur ein langatmiger Thriller mit einer aufgewärmten Liebesgeschichte und vielen, nichts zum Plot beitragenden Nebensächlichkeiten geworten. Schade!


  2. (2) Kommentar by Jens Matheuszik @ 5. August 2013, 12:55 Uhr

    @Yvonne (1):
    Volle Zustimmung. Sehe ich genau so, sehen meine Kollegen auch so.


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