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Achim Hepp, Jens Matheuszik, Christina Quast & Sonja Rümenapp — 4. Juni 2013, 05:45 Uhr

„Snitch: Ein riskanter Deal“ – oder eine weitere Geschichte auf wahren Begebenheiten ab Donnerstag im Kino


Der Film Snitch – Ein riskanter Deal (Achtung, Flash-Site – lieber die vernünftig abrufbare englische Wikipedia-Seite zu Snitch aufrufen!) erweckt nach dem Trailer den Eindruck, dass es sich um ein Action-Film oder aber ein Action-Drama handelt.
Korrekterweise – ohne den Bewertungen vorweg greifen zu wollen! – ist es jedoch eher ein Drama, mit ungefähr 2,3 Action-Szenen, die man durch den Trailer schon vorab kennen kann.

In dem Film, der auf wahren Begebenheiten beruht, geht es um den amerikanischen Drogenkrieg durch die US-Justiz. Dazu zählt auf der einen Seite eine harte Strafgesetzgebung mit drakonischen Mindeststrafen und die Möglichkeit, dass Angeklagte sich durch „sachdienliche Hinweise“ über Mittäter und Auftraggeber einen Großteil der Strafe nicht verbüßen müssen.

Der 18-jährige Jason, der nach der Trennung seiner Eltern bei der Mutter lebt, erhält einen Skype-Call von einem guten Kumpel aus dem Ausland, der ihn bittet für ihn ein Paket voll mit Drogenpillen in Empfang zu nehmen. Obwohl Jason das eigentlich nicht will, klingelt es schon kurz später an seiner Tür und der freundliche Logistikdienstleister bringt das Paket. Es kommt wie es kommen muss, die Behörden sind ihm quasi Sekunden später schon auf der Spur und aufgrund der gelieferten Menge soll er für zehn Jahre hinter Gittern. Er könnte sich natürlich mittels „sachdienlichen Hinweisen“ einen Teil der hohen Haft ersparen, aber er wüsste niemand, den er da nennen kann – denn sein Kumpel von dem er die Pillen eher unfreiwillig erhalten hat, hat schon Jason selbst als Mittäter bezeichnet. Eine andere – unschuldige – Person will er nicht benennen.

Sein Vater John (Dwayne Johnson) versucht alles mögliche um die harte Strafe für seinen Sohn zu vermeiden und schafft es bei der resoluten Staatsanwältin Joanne Keeghan (Susan Sarandon) einen Termin zu vereinbaren. Doch der Staatsanwältin, die gerade im hiesigen Bundesstaat (Texas) für den US-Kongress kandidiert, kann eine harte Anti-Drogen-Politik gut für ihren Wahlkampf gebrauchen und zeigt sich daher ziemlich kompromisslos.

Doch John gibt nicht auf und bietet ihr einen Deal an: Wenn ihm es gelingt einen der Drogenbosse der Justiz auszuliefern möchte er, dass sein Sohn freikommt. Er rechnet sich Chancen aus, dass in seinem Transportunternehmen der eine oder andere ex-Drogensträfling, dem er eine Chance bei der Einstellung gab, noch immer Verbindungen zu den Verbrechern hat, über die er den Kontakt suchen will. Als Besitzer des Transportunternehmens rechnet er sich gute Chancen aus, dass der hiesige Drogen-Dealer ihn als Kurierfahrer gebrauchen kann.

Doch natürlich bringt er durch die heikle Undercover-Mission mehr Menschen in Gefahr als er sich vorher ausgemalt hat, denn in den Kreisen des Drogen-Dealers sind solche Spitzel nicht wirklich gut angesehen – und auch nicht deren Familienangehörige (egal ob nun die alte oder die neue Familie)…

Mein Fazit zu „Snitch: Ein riskanter Deal“:

Mal wieder ein klassischer „im Trailer sah das aber anders aus“-Film. Ja, es gibt Action-Szenen in dem Film. Kein Wunder bei dem Thema, denn natürlich machen die Drogen-Dealer Meinungsschwierigkeiten nicht mit Schnick-Schnack-Schnuck untereinander aus. Da fliegt auch schon mal die eine oder andere Faust oder auch mal eine Kugel. Ohne es jetzt genau zu wissen, werden aber zu mindestens gefühlt alle Action-Szenen bereits im Trailer abgehandelt. Die restlichen rund 110 Minuten ist der Film vor allem eher ein Drama – ein Familiendrama, ein Justizdrama und ein wenig auch ein Drama ob der Geschichte.

Ja, es ist schon eine nicht uninteressante Geschichte, aber irgendwie zieht sich der Film hin und man hat den Eindruck, dass das A-Team solche Geschichten in einer typischen Serienepisode besser und kompakter hinbekommen hätte. Das ist nicht der „Unverdienst“ der Schauspieler, denn wenn man bei Dwayne Johnson ausblendet, dass er als „The Rock“ ganz andere Mittel nutzen könnte, dann nimmt man ihm die Rolle des treusorgenden Vaters sogar fast ab, auch wenn man sich ihn natürlich alleine aufgrund der Physis irgendwie schlagkräftiger vorstellt. Susan Sarandon hingegen ist als eiskalte Staatsanwältin, die für ihren Wahlkampf auf Schicksale keine Rücksicht nimmt, in einer Rolle, in der man sie ansonsten eher weniger sieht.

Ob die rechtliche Situation wirklich so wie dargestellt ist, weiß ich nicht – aber ich hätte als Anwalt von Jason den Staat schon mal aufgefordert, den Inhalt des Videochats (via Skype?) amtlich feststellen zu lassen, denn dann würde eigentlich relativ schnell klar werden, was Jason von der ganzen Aktion hielt. Aber dann wäre der Film ja schon nach gefühlten zwei Minuten zu Ende…

Insgesamt gesehen gebe ich dem Film auf der berühmt-berüchtigten Skala von 1-10 Punkten insgesamt 5 Punkte. Oder wie Achim es sagen würde: Der Film tut keinem weh. Mehr nicht, aber auch nicht weniger.

Das Fazit von Achim dazu:

Puuuuh … was will denn der Film sein? Pseudo-Actionfilm, oder doch ein Drama? So richtig weiss er es wohl selber nicht, und der Trailer ist auch eher irreführend und lässt Action vermuten. Auch schon wegen der Erwartungshaltung an The Rock, da werden einige bestimmt nach dem Film blöd aus der Wäsche gucken. Bei Schwarzenegger und Stallone damals (vor Jahrzehnten) wurde wenigstens zeitnah informiert, sobald die beiden Gesellen schauspielern wollten, also ernsthaft schauspielern wollten. Und genau wird es diesmal abgelaufen sein. Man brauch The Rock für den nächsten Fast & Furious (oder nen anderen Action-Reisser, bevorzugt natürlich irgendeine Fortsetzung) und wenn er dann ein wenig rumzickt, dann verspricht man ihm eine richtige Rolle in einem Drama seiner Wahl. Das ist jedenfalls mein Eindruck hier.

Am Ende bleibt hier ein durchschnittlicher Film, mehr auch nicht. The Rock ist auch zu sehr Typ als das ich ihm die Rolle abnehme und eigentlich warte ich jeden Moment darauf dass er den nächsten Typen mit einem Bodyslam auf die Matte legt. Susan Sarandon hatte bestimmt auch schon bessere Momente bzw. dankbarere Rollen. Die ausgebuffte Staaatsanwältin gehört sicherlich nicht dazu. Mit anderen Schauspielern wäre der Film ganz klarer Durchschnitt der keinem weh tut, mit The Rock ist es für mich eine Mogelpackung und da vergebe ich dann auch mal gerne 4 von 10 Punkten. Also nicht täuschen lassen und Augen auf beim Kartenkauf. 😉

Trailer zu „Snitch: Ein riskanter Deal“:


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