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Jens Matheuszik — 22. April 2013, 06:23 Uhr

Musikzentrum Bochum: Weiterhin im Kostenrahmen von 33 Mio Euro – so Kulturdezernent Michael Townsend


Das geplante Musikzentrum in Bochum war in der vergangenen Woche Thema im Betriebsausschuss für die Eigenbetriebe der Stadt Bochum.

Dort fand ein mündlicher Sachstandsbericht zum Musikzentrum Bochum auf der Tagesordnung, damit die Ausschussmitglieder den aktuellen Sachstand erfahren. Jedoch scheinen die Ergebnisse dort sehr unterschiedlich interpretiert worden zu sein.
Die Gegner des Musikzentrums Bochum, die von der WAZ Bochum so genannten BÄH-Bürger unter Dr. Volker Steude, veröffentlichten dazu zwei Beiträge, wo nach es vier Millionen Euro Mehrkosten beim Musikzentrum Bochum geben würde.

Dazu hakte das Pottblog bei der Stadt Bochum nach (vor allem, weil das Protokoll der entsprechenden Ausschusssitzung noch nicht vorliegt):

Bochums Kulturdezernent Michael Townsend (siehe Abbildung) erklärte im Gespräch mit dem Pottblog, dass in der Ausschusssitzung das Vorgehen en detail erklärt wurde:

Bei der Erarbeitung des Vorentwurfes wurden alle relevanten Stellen befragt, was man sich für eine Ausstattung für das Musikzentrum Bochum wünschen würde. Die kolportierten vier Millionen Euro Mehrkosten resultieren aus diesem „Wunschkonzert“. Diesen Wünschen wurde in den konkreten Planungen und dem Finanzcontrolling begegnet und da man nicht alle dieser Wünsche aus der Vorplanung realisieren wird (beispielsweise bei der szenographischen Ausstattung), bleibe man „absolut im Kostenrahmen“. Dies sei im Ausschuss auch entsprechend verstanden werden – jedenfalls von den Aussschussmitgliedern. Townsend wies auch darauf hin, dass das Musikzentrum durch das Finanzcontrolling eine größere Kostensicherheit aufweise als normalerweise bei solchen Bauprojekten üblich sei.

Auch wenn nicht die „Wunschkonzert“-Ausstattung realisiert wird, sei die volle Funktionsfähigkeit des Musikzentrums Bochum gegeben, die nicht darunter leidet, das einige „nice to haves“ (noch?) nicht realisiert werden.

Stadtrat Townsend entgegnete auch einige weitere Vorhaltungen der Gegner des Musikzentrums:

  • Die Toiletten seien ursprünglich immer schon im Kellergeschoss geplant gewesen. Jedoch werden diese jetzt nicht unterhalb der Marienkirche realisiert (wie ursprünglich geplant), sondern unter dem Foyer. Was kostentechnisch sicherlich sich eher positiv auswirken wird – denn ein bestehendes Gebäude zu unterkellern dürfte teurer sein. Kosten für eine Aufzuganlage seien auch schon immer eingeplant gewesen.
  • Es fehlen keine Seminarräume, denn es würden deutlich mehr Flächen als im Anforderungsprofil angeboten. Der Irrtum, wonach es angeblich keine Seminarräume geben würde, liege unter Umständen daran, dass Räume, die für die Mehrfachnutzung vorgesehen sind, nicht als solche verstanden wurden. Townsend erklärte ausdrücklich, dass alle Funktionen, die dem Gebäude zugesprochen wurden, auch erfüllt werden. So gibt es beispielsweise Anforderungen der Musikschule nach Trennwänden für Seminarsituationen, die erfüllt werden. Insofern würde auch der in der Vergangenheit mal geäußerte Vorwurf von Subventionsbetrug nicht zutreffen.
  • Der Verwaltungstrakt war nie ein Teil des Wettbewerbsverfahrens und auch nicht durch einen Ratsbeschluss abgedeckt. Sollte jedoch die finanzielle Situation es ermöglichen ihn dennoch zu realisieren, gäbe es schon die Vorplanungen hierfür.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass das Musikzentrum Bochum derzeit im Kostenrahmen liegt und die Meldungen über höhere Kosten nicht zutreffen. Schliesslich wird nicht die „Wunschkonzert“-Luxus-Lösung als Grundlage der konkreten Planungen genommen, sondern die abgespeckte Variante.
Derzeit gibt es keine realistischen Anzeichen, wonach das Musikzentrum teurer als geplant wird. Die Sitzung des Ausschusses für Eigenbetriebe eignet sich jedenfalls nicht als Beleg dafür – so jedenfalls den Ausführungen von Stadtrat Michael Townsend zufolge.


3 Kommentare »

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  1. (1) Pingback by Der Ruhrpilot | Ruhrbarone @ 22. April 2013, 07:09 Uhr

    […] Bochum II: Musikzentrum Bochum weiterhin im Kostenrahmen…Pottblog […]


  2. (2) Kommentar by Tom Schmidt @ 22. April 2013, 17:21 Uhr

    also ich als Bochumer freue mich sehr, dass die Stadt so verantwortungsvoll rechnet und wir demnächst auch endlich ein Konzerthaus bekommen!

    Und das coolste: Wir leben in der einzigen Stadt Deutschlands, die ein Konzerthaus baut, was für weniger als 700.000 Euro pro Jahr unterhalten werden kann! Das hat bisher noch keine andere Kommune geschafft! Das dürfte auch europaweit Spitze sein!?

    Und wir müssen vor allem dafür auch keine einzige Schule schliessen, um das Musikzentrum unterhalten zu können (wie ja auch gerne immer wieder mal mit Verweis auf die angeblich drohenden horrenden Betriebskosten behauptet wird).


  3. (3) Kommentar by Volker Steude @ 4. Mai 2013, 19:13 Uhr

    Das ist wohl nur die halbe Wahrheit. Jetzt kann man sich die Präsentationen der Architekten genauer anschauen und selber suchen:
    Und siehe da, es gibt keine Workshop- und Seminarräume und kein Education-Center.

    Die Sanierung der Marienkirche soll verschoben werden. Damit die Kosten dafür jetzt nicht aufgebracht werden müssen, sondern erst in wenigen Jahren. U.a. wird der Riss im Turm nicht saniert.

    … so wird in Bochum getrickst. Da wundert es nicht das die Stadt pleite ist.
    http://www.lokalkompass.de/bochum/politik/kostentrickserei-sanierung-marienkirche-wird-aufgeschoben-d292361.html


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