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Achim Hepp, Jens Matheuszik, Christina Quast & Sonja Rümenapp — 6. März 2013, 07:23 Uhr

Hitchcock – packender Film zum Film oder: ein ganz anderes „Making of“


Wenn heutzutage ein Film gedreht wird, dann gehört das „Making of“ eigentlich ausnahmslos dazu. Man muss ja auch schon genügend Bonus-Material für die spätere Heimvermarktung haben. Wann es mit diesen Häppchen zum Film, die man übrigens am besten nie vor einem Film sehen sollte, anfing, weiß ich spontan nicht – aber ich vermute ganz sicher, dass zu Alfred Hitchcocks Werk „Psycho“ damals kein Making of gedreht wurde (das wäre wohl auch zu negativ für das Budget gewesen).

Jetzt läuft aber eine Art filmerisches Making of in den Kinos hierzulande an, denn der am 14. März 2013 in den hiesigen Kinos startende Film Hitchcock (der auf dem Buch Hitchcock… und die Geschichte von Psycho von Stephen Rebello basiert, welches im Zuge des Filmes auch in Deutschland auf den Markt gekommen ist) schildert, wie Alfred Hitchcock damals nach dem Film „North by Northwest“ (in Deutschland als „Der unsichtbare Dritte“ bekannt) zum neuen Film Psycho kam, nachdem er lange Zeit nach dem passenden neuen Projekt suchte.

Doch der bekannte Produzent/Regisseur stößt auf großen Widerstand: Nicht nur, dass seine Ehefrau Alma es lieber hätte, wenn Alfred ein Werk eines Bekannten von ihr adaptieren würde, auch Paramount Pictures als das Studio, wo Hitchcock noch unter Vertrag steht, ist nicht begeistert von dem Film. So droht Psycho noch vor der ersten Filmklappe zu scheitern.
Erst nachdem Hitchcock selbst zum größten Teil das Budget organisiert1, kann man sich um das Projekt kümmern.

Doch immer wieder gibt es Rückschläge (beispielsweise von der US-Zensurbehörde, die damals beispielsweise der Meinung war, dass man in einem in den USA laufenden Film keine Darstellung einer Toilettenspülung(!) zeigen müsse – was Hitchcock souverän damit konterte, dass er dann halt den Film in Frankreich drehen würde. Mit einem Bidet…

Neben der eigentlichen Dreharbeit an Psycho steht auch die Ehe zwischen Alfred und Alma im Mittelpunkt des Filmes, denn beide fühlen sich jeweils ein wenig missverstanden. Dass Alfred ein gewisses Faible für seine Hauptdarstellerinnen hat, wird von Alma jedoch klarlos hingenommen, während Alfred im Laufe des Filmes nicht so tolerant zeigte…

Mein Fazit zu „Hitchcock“:

Die Idee eine Art nachträgliches Making of zu einem Film im Spielfilm-Format zu drehen bekommt bei mir erst einmal einen Exklusivitätsbonus, denn sowas habe ich bisher nicht gesehen.
Doch nicht nur die Idee an sich überzeugt, auch – und das ist ja genauso wichtig – die Ausführung, denn der Film ist spannend und unterhaltsam. Er lebt vor allem auch von der schauspielerischen Leistung der Hauptdarsteller, denn sowohl Anthony Hopkins (Alfred Hitchcock) als auch Helen Mirren (Alma Reville) sind ideal besetzt und hauchen den Zeilen des Drehbuches Leben und Seele ein.

Übrigens: Um „Hitchcock“ zu verstehen, muss man nicht zwangsläufig Psycho gesehen haben. Wenn man nur so ungefähr weiß, worum es da geht (Stichworte: Norman Bates, Hotel, Duschszene), reicht das schon aus. Eventuell muss man sogar nichts davon wissen, aber das kann ich nicht wirklich beurteilen2.

Insgesamt bekommt „Hitchcock“ von mir 8 von 10 Punkten.

Das Fazit von Achim dazu:

Ohne zu wissen was nun Fiktion und was Wahrheit ist, so bin ich doch gewillt es erst einmal zu glauben (und später zu recherchieren).

Mit dem Ansatz ist das ein sehr toller Film mit einer interessanten Geschichte, die umso interessanter wird durch die Szenen die einem bekannt vorkommen. Schauspielerisch 1A von Anthony Hopkins dargestellt wird Hitchcock wahrlich zum Leben erweckt. Die ganzen Hintergründe zu so einer Filmproduktion und generell der Hollywood-Szene damals runden das ganze mit einer tollen Ausstattung ab.

Mehr kann und will ich da einfach nicht sagen, denn der Film ist mal eine ganz klare Empfehlung. Ich geb 8 von 10 Punkten.

Das Fazit von Sonja dazu:

Für diesen Film halte ich vor einer üblichen Filmkritik eine Hommage an die Story:

Ich erwartete einen Film über einen großen Filmemacher und Visionär zu sehen, aber bekam etwas noch viel schöneres vorgesetzt. Eine Liebesgeschichte oder besser noch eine Darbietung wie es wirklich sein kann, wenn zwei großartige Menschen zusammen alt geworden sind. Dort wo die meisten Stories aufhören und sich viele Menschen immer und immer wieder fragen: „Was dann? Was passiert nachdem sich zwei gefunden haben und es im Leben zu etwas gebracht haben?“ Negativ-Beispiele gibt es genug, aber das hier ist eines der wenigen positiven Beispiele, nicht perfekt, aber auf dem Weg dahin. Ganz großartig!

Hitchcock ist nicht nur ein Ausschnitt aus dem Leben des einen genialen Filmemachers, sondern es ist die Geschichte des Paares Alfred Hitchcock und Alma Reville anhand der Entstehungsgeschichte des Films „Psycho“. Alles nach Manier des Großmeisters oder ich muss wohl besser sagen der beiden Großmeister. Der Film könnte aus der Feder Hitchcocks stammen, wenn es dann wenigstens einen Toten geben würde… 😉

Die Schauspieler sind überzeugend und die Ausstattung sowie die Kostüme passen perfekt. Der Zuschauer bekommt für sein Geld Witz und Tiefgang geboten, und zwar genauso viel, wie er es verstehen kann.
Leute die Hitchcock-Filme mochten werden diesen Film mögen. Leute die Action und Horror erwarten nicht.

Ich gebe diesem Film (insbesondere der Story) 8 von 10 Punkten und bitte meine Gefühlslastigkeit in diesem Fall zu entschuldigen… 😉

Videos zu „Hitchcock“:

Nachfolgend ein paar offizielle Videos zum Film:

Offizieller Trailer:

Playlist mit weiteren Videos:

Im offiziellen YouTube-Kanal von Fox gibt es eine eigene Hitchcock-Playlist mit weiteren (Teaser-)Trailern, TV-Spots und mehr.

Weiterer Bericht zu „Hitchcock“:

Bei Kriminalakte wird vor allem das Buch als Grundlage des Filmes thematisiert. Außerdem gibt es bei moviejunkies.de auch noch eine sehr schöne Besprechung zum Film.

„Hitchcock“ im Podcast Schneakers

Die vierte Ausgabe unseres Podcasts Schneakers, dem kinofil.me-Podcast, ist schon etwas überfällig, das hat letztens aus technischen Gründen nicht so geklappt, wie gewünscht. Das wird aber nachgeholt – vielleicht sogar mit einer Doppelfolge. Aber schon jetzt ist klar – „Hitchcock“ werden wir dort nicht thematisieren, da die Ausgabe schon pickepackevoll ist.

Übrigens: Unter @schneakers kann man unserem Podcast-Projekt auch direkt bei Twitter folgen. Im Zweifelsfall erfährt man dort als erstes, wann es etwas neues gibt. :)

  1. und dafür – sehr zum Missfallen seiner dazu nicht befragten Frau – das eigene Haus als Sicherheit einsetzt []
  2. weil ich ja schon was wusste []

2 Kommentare »

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  1. (1) Pingback by Der Ruhrpilot | Ruhrbarone @ 6. März 2013, 08:48 Uhr

    […] Film: Hitchcock – packender Film zum Film…Pottblog […]


  2. (2) Pingback by Heute startet Hitchcock – der Film, der zeigt, wie Alfred Hitchcock (und Alma Rivelle) Psycho drehten » Pottblog @ 14. März 2013, 06:23 Uhr

    […] Ausführliche Besprechung zu “Hitchcock” Teilen mit:TwitterFacebookGoogle +1PinterestE-MailDrucken Heute startet in den Kinos der Film Hitchcock – hier wird die Entstehungsgesichte des Klassikers Psycho von Alfred Hitchcock dargestellt. Anfangs sah es nicht so aus, als ob Psycho ein… <- Was ist das? Abgelegt unter: Gesellschaft, Kino, Medien, Pottblog(ger) window.___gcfg = {lang: 'de'}; (function() { var po = document.createElement('script'); po.type = 'text/javascript'; po.async = true; po.src = 'https://apis.google.com/js/plusone.js&#039;; var s = document.getElementsByTagName('script')[0]; s.parentNode.insertBefore(po, s); })(); […]


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