Search:

Werbung:

Google+:

Archiv:


Jens Matheuszik — 1. Februar 2013, 06:38 Uhr

Ruhrbarone-Lokalausgabe Dortmund startet – gerade rechtzeitig, wo die „Westfälische Rundschau“ (WR) ab heute zur Zombie-Zeitung wird


RuhrbaroneMit Wirkung vom 1. Februar 2013 hat die WAZ-Mediengruppe die Westfälische Rundschau (WR) de facto abgeschafft. Jedenfalls deren Redaktionen.

Das was ab morgen (faszinierenderweise hat man es bei der WAZ in Essen sogar geschafft, dass schon heute die iPad-Ausgabe zur Zombie-Zeitung wurde…) unter dem Titel der WR verkauft wird, ist ein Mischmasch aus diversen Zeitungsinhalten:
Ein wenig Mantelteil aus Essen, der Lokalteil vom Wettbewerber aus Dortmund (oder Hamm usw.) – all das mit dem altbekannten Logo oben drauf und hoffentlich merkt es kein Leser.
Zur Sicherheit wird lieber nicht im eigenen Blatt drüber berichtet!

In Dortmund gibt es dann ab morgen eine absolut absurde Situation: Drei Tageszeitungen werben um Käufer – die Ruhr Nachrichten (RN) aus dem Verlag Lensing-Wolff sowie von der WAZ-Mediengruppe die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) und die Westfälische Rundschau (WR). Die Lokalteile für die Dortmund-Ausgaben der WAZ und der WR stammen jedoch zukünftig von den RN, sowohl in der Printausgabe als auch online ((ob das technisch klappt, kann natürlich angesichts der frühzeitigen Manifestation der Zombie-Zeitung WR auf dem iPad bezweifeln…)).

Doch wer in Dortmund kritische Meinungsvielfalt und Abwechslung wünscht – der hat ab heute eine Alternative. Denn die bekannten Ruhrbarone ((mit denen ich freundschaftlich verbunden bin)) starten die Ruhrbarone-Lokalausgabe Dortmund!

Im „Mission Statement“ schreiben die Ruhrbarone dazu:

Vor ein paar Tagen hat Helmut Junge in den Kommentaren gefragt, warum eigentlich die Ruhrbarone keinen Lokalteil in Dortmund aufmachen.

Wir haben bei den Ruhrbaronen über diese Idee schon vorher diskutiert. Wir haben lange überlegt, ob wir diesen Schritt wagen sollen, diesen Schritt nach Dortmund.

Nun: Wir haben uns entschieden. Wir wagen den Schritt. Wir gehen nach Dortmund. Wir werden eine Art Lokalteil für Dortmund machen. Und gleichzeitig die Ruhrbarone als eine regionale Stimme erhalten, die in ganz Deutschland Gehör findet.

Der Grund ist einfach: Wir sehen Platz in Dortmund für eine kritische, profilierte, kratzige, manchmal böse, immer unabhängige Stimme.

Außerdem wollen wir einen Versuch wagen – im vollen Bewusstsein, dass wir auch scheitern können.

Wir wollen ins Lokale vorstoßen. Dazu bietet Dortmund die besten Vorraussetzungen. Eine Stadt, die groß genug ist für einen Blog, der etwas erzählen will. Außerdem gesegnet mit einer hinreichend verfilzten Stadtverwaltung, die genügend Ansatzpunkte für scharfe Berichte bietet. Lieb war gestern. Lieb ist vorbei.

Wir haben in den vergangenen neue Kollegen dazu gewonnen: Michael Westerhoff, Honke Rambow und ab und an auch Carsten Drees und Jens Matheuszik schreiben künftig ebenfalls für die Ruhrbarone. Robin Patzwaldt freut sich darauf, endlich seine BVB Leidenschaft auf dem Blog ausleben zu können. Miquel Rodriguez möchten wir für seine Unterstützung bei der technischen Überarbeitung des Blogs danken.

Wir wissen, dass wir den Blog der Ruhrbarone zu einem Teil neu profilieren müssen, um ins Lokale einsteigen zu können. Die Kosten steigen, die Risiken steigen und wir müssen irgendwie und irgendwann den Mitarbeitern dieses Blogs Geld zahlen – auch denen, die hoffentlich noch zu uns stoßen werden. Denn wir brauchen weitere Kollegen, die sich vor Ort auskennen.

Wir werden daher in Dortmund auch lokale Werbung verkaufen. Dazu arbeiten wir mit Gabi Banfield und ihrer Ruhrstadt-Agentur Com4 aus Dortmund zusammen.

Wenn wir Einnahmen haben, werden wir diese nach Abzug der Kosten für den Blog an die Schreiber ausschütten.

Bislang waren die Ruhrbarone ein Blog, der kein Geld verdient hat. Wir haben aus Spaß gebloggt. In Zukunft werden wir ein wenig Geld verdienen müssen, um professioneller zu werden und die Berichterstattung, die wir unseren Lesern bieten wollen, auch stemmen zu können.

Den Lokalteil Dortmund findet ihr oben in den Kategorien. Nicht alle Texte aus dem Lokalteil werden auf der Hauptseite zu finden sein. Ihr könnt ihn auch ab jetzt direkt ansteuern. Die Domain: ruhrbarone-dortmund.de

Vielleicht schaffen wir einen Start in Dortmund. Wir hoffen drauf und sind gespannt auf Eure Anmerkungen, Vorschläge und Hinweise.

Technisch läuft das ganze so ab, dass unter ruhrbarone-dortmund.de der spezielle Lokalteil der Ruhrbarone für Dortmund zu finden ist, während man beim Besuch von ruhrbarone.de das nicht sieht – außer in Ausnahmefällen. Wenn man beispielsweise berichtet, dass das Dortmunder U schwarze Zahlen schreibt, das ECCE über Dortmund hinaus viele Arbeitsplätze angelockt hat usw. – dann wäre das sicherlich auch eine Nachricht für den „Mantelteil“ der Ruhrbarone. :)

Kurzes Interview mit Stefan Laurin:

Vor dem Start der Lokalausgabe Dortmund habe ich Stefan Laurin, dem Kopf der Ruhrbarone, ein paar Fragen gestellt:

Jens: In den Kommentaren gefordert, jetzt gibt es die Ruhrbarone-Dortmund: Ihr hattet die Idee doch sicherlich schon vorher, oder habt ihr die Planungen innerhalb kürzester Zeit durchgeführt?
Stefan: Wir haben schon früher immer mal drüber nachgedacht, haben jetzt aber wirklich alles in knapp zwei Wochen gestemmt. Es war etwas stressig.

Jens: Soll das jetzt quasi eine Tageszeitung im Internet werden, die westfälische Netzrundschau gar?
Stefan: Nein, wir sind ein Blog, wir bleiben ein Blog – nur das wir ab jetzt in einem eigenen Bereich über Dortmund berichten.

Jens: Die Zeiten, dass man auf den Internet-Seiten der WAZ-Mediengruppe Videos eingebunden hatte, die man von den Rechnern in den Büros und Redaktionen nicht aufrufen konnte sind lange vorbei – insofern ist der technische Fortschritt auch bei WAZ, WR & Co. angekommen. Habt Ihr denn auch jemanden von der WR bei Euch dabei, denen man ja nicht mehr erklären muss, dass Blog mit G und nicht mit CK geschrieben wird?
Stefan: Bislang haben wir niemanden von der WR dabei, würden uns aber freuen, wenn WR-Leute Lust hätten mitzumachen. Wir waren ja immer schon offen angelegt.

Jens: Bisher waren die Ruhrbarone für das gesamte Ruhrgebiet und eigentlich ganz Deutschland. Werdet Ihr irgendetwas – beispielsweise Euren Schreibstil – bei der DO-Ausgabe ändern?
Stefan: Nein, werden wir nicht. Und wir werden auch nicht zu einem Dortmunder Blog, Wir haben eine Dortmund-Seite im Blog haben, die man auch separat ansteuern kann. Wir wollen künftig mehr bieten als bisher.

Viel Glück liebe Ruhrbarone! Und die Dortmunder bzw. an Dortmund Interessierten sind dazu aufgerufen die Ruhrbarone Dortmund zu lesen, anzuklicken, Beiträge zu kommentieren (oder gar zu schreiben?) usw.usf.

Anmerkung: Ich werde auch den einen oder anderen Artikel zur Lokalausgabe Dortmund der Ruhrbarone beisteuern (wie es im Text oben auch bereits erwähnt wurde). Ich fühle mich deswegen jetzt aber nicht befangen. Ich fühle mich eher beklommen angesichts der Rücksichtslosigkeit der Methoden, die hier ein Konzern anwendet, der sich selbst als „entschieden sozial“ bezeichnet.


8 Kommentare »

RSS feed for comments on this post. TrackBack URI.

    Es gab einen kritischen Fehler auf deiner Website.

    Erfahre mehr über die Fehlerbehebung in WordPress.