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Jens Matheuszik — 12. Dezember 2012, 21:33 Uhr

Der Hobbit: Eine unerwartete Reise – Kritik zur Verfilmung von J.R.R. Tolkiens Roman (morgen: Kinostart)


Der kleine Hobbit – viele Fantasy-Interessierte kennen das Buch von J.R.R. Tolkien, welches quasi die „Einleitung“ zum viel bekannteren Werk „Der Herr der Ringe“ (HdR) darstellt.

Die HdR-Trilogie (bestehend aus den Teilen Die Gefährten, Die zwei Türme und Die Rückkehr des Königs) war eine der erfolgreichsten Filmreihen der vergangenen Jahr(zehnt)e und somit wuchs natürlich auch die Begehrlichkeit das Vorgängerbuch zu verfilmen. Jedoch gab es beim kleinen Hobbit ein kleines Rechteproblem, welches auch der Grund dafür war, dass erst die Ringe-Trilogie verfilmt wurde (siehe dazu den Wikipedia-Eintrag Der Hobbit: Anfangsphase der Entstehung). Nachdem man sich (den Profit vor Augen?) schlussendlich doch noch einigte, konnte es dann doch noch den Hobbit als Film geben und inzwischen wurde bekannt, dass auch die Geschichte vom kleinen Hobbit (dem man für den Titel das Adjektiv „klein“ weglässt) als Trilogie verfilmt wird.

Mit Der Hobbit: Eine unerwartete Reise kommt morgen dann der erste der drei Filme in die Kinos:

Der maßgebliche Titelheld ist Bilbo Beutlin aus dem Volk der Hobbits. Hobbits sind kleinwüchsige Personen mit recht großen Füßen, die jedoch nicht mit Zwergen zu verwechseln sind. Normalerweise leben die Hobbits zurückgezogen und friedlich im lieblichen Auenland und gehen dort ihrem Tagwerk nach, welches oftmals aus dem Dreiklang Essen, Faulenzen und Schlafen besteht. Aufregung ist nicht das, was einem Hobbit ziemt – außer man hat das Blut der Tuks in den eigenen Adern, denn die Tuks waren schon immer etwas „unhobbisch“. Hauptcharakter ist mütterlicherseits ein Tuk und somit hat er dann doch ein wenig Abenteuerlust in sich – wenn nicht, dann wäre der Film auch schon recht schnell zu Ende…

Zu Beginn des Filmes erfährt man einiges über das Zwergenkönigreich Erebor tief im Osten Mittelerdes, welches sagenhafte Reichtümer besitzt und damit auch einen großen Neider auf den Plan rief – denn erzählt wird auch die Geschichte wie der Drache Smaug vor mehreren Jahrzehnten in den einsamen Berg eindrang, die Zwerge vertrieb und seitdem dort auf dem Goldschatz sitzt. Die Zwerge Erebors die den Angriff überlebt haben wurden in alle Winde zerstreut…

Sechzig Jahre später schaut der Zauberer Gandalf beim Hobbit Bilbo Beutlin vorbei und ergeht sich in mysteriösen Andeutungen. Auf die macht sich Bilbo nichts, doch am Abend wird er mehr als überrascht, als seine Gastfreundschaft doch etwas mehr als normal üblich strapaziert wird. Insgesamt 13 Zwerge – und am Ende auch Gandalf – kehren bei Bilbo ein, der erst gar nicht weiß, wie ihm geschieht, bis zu vorgerückter Stunde er über Erebor informiert wird. Thorin Eichenschild, der Enkel des damaligen Königs, hat vor seine Heimat wieder zu befreien und man sucht dafür auch einen Meisterdieb. Als Bilbo dahingehend angesprochen wird, sucht er auch und versteht nicht so ganz, dass er gemeint ist. Doch er lehnt das Abenteuer trotz eindringlicher Fürsprache durch Gandalf ab.

Am nächsten Morgen schimmern jedoch die Tuks aus seiner Blutlinie hervor, denn er rennt den Zwergen und Gandalf, die schon abgereist sind, hinterher und schließt sich ihrer Reise an.

Die „Unternehmung“ von Thorin Eichenschild macht sich auf den Weg gen Osten und man stellt schon früh fest, dass Böses im Lande unterwegs ist. Aber auch die Reisegruppe selbst und ihre Route wird beobachtet – von finstren Orks, die anscheinend von den Plänen erfahren haben. So ist die ganze Reise ein gefährliches Unterfangen und im Laufe der ereignisreichen Vorfälle erfährt man immer mehr vom Schatten, der Mittelerde droht. Fast schon zum Ende des Filmes – aber da passiert dennoch noch viel – trennen sich die Wege der Gruppe, als die Zwerge zusammen mit Bilbo vorzeitig aufbrechen. Doch auch diese kleinere Gruppe teilt sich noch, als Bilbo bei einer trickreichen Gefangennahme der Zwerge erst unentdeckt bleibt und dann zufälligerweise ein merkwürdiges Geschöpf trifft, welches einen schlichten goldenen Ring verliert, den Bilbo einfach mal einsteckt…

Mein Fazit zu „Der Hobbit: Eine unerwartete Reise“:

Ja, Mittelerde ist wieder auf der großen Leinwand zu sehen!

Wer ein Fan der ursprünglichen HdR-Trilogie ist (oder war), der kann bedenkenlos in diesen Film gehen (und wird sich wahrscheinlich schon längst Karten dafür gesichert haben. Im Grunde genommen ist ja das Erfolgsrezept schon bekannt – eine Gruppe macht sich auf die Reise zu einem fantastischen Ziel und auf der ebenso fantastischen Queste erleben sie die fantastischsten Dinge und1 fällt mir jetzt keine Möglichkeit mehr ein fantastisch in den Satz einzubauen. 😉
Scherz beiseite: Wer die alte Trilogie schon mochte, der wird auch den Hobbit bzw. dessen ersten Teil lieben.

Regisseur Peter Jackson zeigt die Liebe für’s Detail, die auch schon vor Jahren viele Tolkien-Fans begeistert hat. Durch die immer besser werdende Tricktechnik werden auch immer bessere Effekte ermöglicht, die jedoch hier dosiert aber dann gewaltig eingesetzt werden – also nicht den Effekt um des Effekts willen. Beispielsweise sieht man manche Dinge gar nicht wirklich – aber da bin ich mir sicher, dass man da in den weiteren Teilen mehr von haben wird (und damit genug dieser Andeutungen).

Dazu zeigt Jackson dann wieder die herrlichen Landschaften Mittelerdes (dargestellt von Neuseeland, was touristisch sicherlich von diesem Film profitieren wird!) und das ganze wird von erstklassigen Schauspieler abgerundet. Während beispielsweise Elijah Wood, der bei HdR als Frodo auftrat2, bekanntlich ein eher beschränktes Mienenspiel hatte3, wird sein Onkel Bilbo Beutlin von Martin Freeman deutlich facettenreicher dargestellt.

Doch auch die anderen Schauspieler wissen zu begeistern, insbesondere natürlich Sir Ian McKellen der wieder in die Rolle des Gandalfs schlüpfte – wie auch viele weitere Darsteller schon aus der ursprünglichen Trilogie bekannt waren. Übrigens: Wer im Abspann – so wie ich – den Namen Benedict Cumberbatch (den Schauspieler aus der neuen Sherlock-Reihe) überraschend liest, dem sei gesagt, dass es nicht wundert, dass man ihn nicht im Film erkannt hat… 😉

Insgesamt gesehen macht der Film einfach Spaß. Man wird gut unterhalten, wenn ich das Buch richtig in Erinnerung habe4, dann ist das ganze auch ziemlich werkgetreu und dank der schon existierenden Bilder für Tolkiens Worte (aus der HdR-Trilogie) kommt einen das alles authentisch und vertraut vor. Das es in dem Film auch trotz aller dräuenden Gefahren auch immer wieder lustig zugeht ist sicherlich auch dem Charakter des Originalwerkes, was ja ein Kinderbuch darstellt, geschuldet – aber es macht einfach Spaß und Lust auf mehr. Insofern: Ruhig schon im Kalender was vermerken: Am 12. Dezember 2013 läuft der zweite Titel (auf englisch: The Hobbit: The Desolation of Smaug) in Deutschland an.

Nachtrag: Die Länge des Films

Fast drei Stunden dauert der Film und man fragt sich natürlich, ob das nicht zu lang ist, vor allem wenn man bedenkt, dass es auch für den Hobbit wie für HdR eine Trilogie gibt und der Hobbit deutlich kürzer (ungefähr ein Drittel!) als die drei Bücher von HdR ist.
Persönlich habe ich jedoch keine Längen gesehen und meines Wissens soll Peter Jackson nicht nur Teile aus dem eigentlichen Hobbit-Roman verfilmen, sondern auch aus den Anhängen.
Mir haben manche ausführlichen Szenen (beispielsweise die detaillierte Beschreibung des Königreiches Erebor am Anfang) sehr gut gefallen und ich freue mich auch schon auf die Extended Edition des Films, die rund 20 Minuten länger sein soll.
Obige Passage zur Länge hatte ich ursprünglich vergessen mit zu veröffentlichen.

Da ich davon ausgehe, dass Regisseur Peter Jackson ähnlich genial wie bei den ersten Tolkien-Verfilmungen vorgeht, muss ich meine euphorische Bewertung sicherheitshalber schon mal etwas herunterstufen (man braucht ja Spiel nach oben) – und insofern gebe ich diesem Film 8 von 10 Punkten.

Achim und Sonja haben den Film leider nicht gesehen und können daher hier nichts dazu sagen bzw. schreiben.

Trailer zu „Der Hobbit: Eine unerwartete Reise“:

Trailer #1

Trailer #2

TV-Spot „Hobbit Hole“:

TV-Spot „Discover“:

TV-Spot „Fate“:

Andere Meinungen zu „Der Hobbit: Eine unerwartete Reise“:

Bei RP-Online gibt es zwei Artikel dazu: Die Kritiker sind gespalten: Majestätisch oder gerade mal okay und Filmkritik: Der Hobbit kehrt zurück ins Kino, außerdem habe ich noch Kino-Kritik bei wortvogel.de entdeckt.

  1. fantastischerweise? []
  2. und auch in diesem Film hier zu sehen ist []
  3. so ca. zwei-drei verschiedene Gesichtsausdrücke hatte er, von dem der leidende irgendwann einfach nervte… []
  4. meine persönliche Lektüre von „Der kleine Hobbit“ ist glaube ich schon eher in zweistelligen Jahreszahlen zu bemessen… []

1 Kommentar »

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  1. (1) Pingback by Der Hobbit: Smaugs Einöde – Kritik zur Verfilmung von J.R.R. Tolkiens Roman: Überraschend lustig, gruselig – und vor allem: gute Unterhaltung! » Pottblog @ 12. Dezember 2013, 13:28 Uhr

    […] einem Jahr kam der Film Der Hobbit – Eine unerwartete Reise heraus, welcher den ersten Teil darstellte. Das ganze spielt ungefähr sechzig Jahre vor dem viel […]


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