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Jens Matheuszik — 1. November 2012, 18:08 Uhr

„Ich fühl mich sicher!“ neue Internet-Kampagne zur Sicherheit in den Fußballstadien der Republik


Dass beim Thema Fußball und der tatsächlich zum Teil stattfindenden Gewalt ((die statistisch gesehen immer mehr zurück geht und kleiner ist als beispielsweise beim Oktoberfest)) manchen Innenpolitikern und Polizeivertretern (ob nun wirklich von der Polizei oder aber den Interessensvertretern) manchmal die Übertreibung zum üblichen Stilmittel gehört, ist man ja schon leider als Fußballfan gewöhnt.

Dass das auch bei Interviewern vom SPIEGEL geschieht wundert dann schon ein wenig, wenn beispielsweise in einem Interview mit dem nordrhein-westfälischen Innenminister Ralf Jäger (SPD) schon in der Einleitung ultimativ übertrieben wird:

Am Rande des letzten Revierderbys zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04 kam es zu den schlimmsten Ausschreitungen der deutschen Fußballgeschichte.

Ja, es gab Ausschreitungen. Jede Ausschreitung ist eine zu viel, aber die „schlimmsten Ausschreitungen der deutschen Fußballgeschichte“ waren das wohl nur dann, wenn die deutsche Fußballgeschichte des Autoren, der diesen Satz formulierte, ungefähr am 19. Oktober 2012 begann. Natürlich „vergisst“ Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger in seiner Antwort die Korrektur und versucht auch hier wieder ein Klima der Angst zu beschreiben. Denn wie kann man besser mehr Sicherheitsmaßnahmen (auf Kosten der Bürgerrechte) durchsetzen als mit ein wenig Angst?

Um dem ganzen endlich mal einen Kontrapunkt zu setzen, gibt es seit heute die neue Kampagne Ich fühl‘ mich sicher des BVB-Magazins schwatzgelb.de (interessierte Leser wissen schon, dass ist das Magazin, was für die Polizei Dortmund völlig unbekannt ist und deren Vertreter völlig anonym sind… ((wer hier Spuren von Ironie findet, darf sie behalten oder auf die Facebook-Seite der Polizei Dortmund posten, so lange das noch geht)) ) , auf der Fans von allen möglichen Vereinen sich eintragen können, um zu erklären, dass sie sich im Stadion sicher fühlen. Zum jetzigen Zeitpunkt haben sich schon über 9.000 Fans von allen möglichen Vereinen der gesamten Republik eingetragen.

Das ist eine schöne Sache und zeigt, dass die Panikmache (siehe auch das Konzept „Sicheres Stadionerlebnis“) alles andere als angemessen ist.

Sehr schön, dass auch neben Internet-Medien wie den Ruhrbaronen und fankultur.com auch „klassische“ Medien wie Express, WAZ und WDR drauf reagieren.


1 Kommentar »

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