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Jens Matheuszik — 20. August 2012, 17:00 Uhr

Wie die Deutsche Telekom im Jahr 2000 die Zeitreise erfand – und was das mit DHL zu tun hat


Deutsche Telekom (Logo)Das worüber ich jetzt hier berichte ist mehr als 12 Jahre her. Insofern kann ich nicht mit allen Details aufwarten – aber die wichtigen Uhrzeiten (die nachher im Beitrag fett markiert sind – an die erinnere ich mich noch, als wäre es gerade erst passiert).
Inspiriert zu diesem Beitrag wurde ich durch den SPON-Artikel DHL-Paketdienst: Ärger über Zusteller die nicht klingeln.

Wir schreiben das Jahr 2000. In diesem Jahr wohnte ich studienbedingt in Berlin-Lichtenberg. In einem typischen DDR-Plattenbau im 8. Stock. Auch damals wollte man schon online sein1 und daher hatte ich bei der Deutschen Telekom einen Telefonanschluss (analog!) beauftragt, mit dem dann mein 56K-Modem ins Netz gehen sollte.

Die Terminabsprache war schwierig, denn einerseits musste ich natürlich Zeit haben, andererseits der Telekom-Techinker aber – und das war das schwierigste daran – auch der Hausmeister, der Zugang zu irgendeinem Schaltkasten geben musste. Endlich war der Termin fixiert, es sollte mitten in der Woche um 15:00 Uhr der Fall sein.

Nur dummerweise hatte ich just an diesem Tag einen Kurs der bis deutlich nach 15:00 Uhr ging. Ich redete mit meinem damaligen Professor und als ich erwähnte, dass es um einen Telekom-Anschluss ging, wuchs sein Verständnis und ich konnte mich gut entschuldigt vorzeitig davon machen. Ich hatte Glück und erwischte die S42 rechtzeitig, beeilte mich auch auf dem Weg von der Frankfurter Allee zu meiner Wohnung und war dann um 14:40 Uhr angekommen.

Ich nahm noch schnell die Post und Werbung aus dem Briefkasten, stieg in den Aufzug und fuhr nach oben. Dort erwartete mich dann eine kleine Überraschung:

Neben der üblichen Werbung lag auch noch eine Postkarte im Briefkasten. Dieser war augenscheinlich von der Telekom. Dort wurde mir mitgeteilt, dass ich heute um 15:00 Uhr nicht wie verabredet da gewesen wäre, und somit der Techniker leider unverrichteter Dinge weiterfahren musste. Ich könne aber über die kostenlose Hotline einen zweiten Termin vereinbaren und wurde auch gleich darauf hingewiesen, dass ich diesmal aber bitte da sein solle, da es ansonsten u.U. eine Art Strafgebühr kosten könne.

Zu dem Zeitpunkt war es ca. 14:43 Uhr und ich war extrem sauer und rief sofort die Hotline der Telekom über mein Handy an. Als ich nach zwei Minuten dran war, wurde ich gefragt, worum es denn gehen würde und ich nannte den Grund und las die Postkarte vor. Die freundliche Telekom-Mitarbeiterin meinte dann zu mir, dass ich schlicht und ergreifend nicht da gewesen sei und ich doch einfach hätte pünktlich vor Ort hätte sein müssen. Ich entgegnete Ihr dann sinngemäß:

Gute Frau! Schauen Sie doch bitte mal auf Ihre Uhr und sagen Sie mir wie spät es ist!

Ohne zu zögern antwortete Sie:

Wir haben jetzt 14:45 Uhr und da Sie nicht um 15:00 Uhr da gewesen sind, konnte der Techniker den Anschluss nicht installieren!

Ich wies sie noch einmal auf die Uhrzeit hin und dann machte es klick. Man merkte förmlich wie rot sie wurde und wie peinlich ihr das war. Sie entschuldigte sich tausendmal für das Versehen (was eigentlich viel eher ein dumm-dreistes Verhalten des Technikers war!), machte irgendwelche Notizen in meinen Datensätzen3 und sorgte schlussendlich dafür, dass es doch noch einen Anschlusstermin gab, der erfolgreich war. Diesmal kam der Telekom-Techniker bzw. der beauftragte Subunternehmer auch fast pünktlich – das er ’ne halbe Stunde zu spät war, sei ihm verziehen…

Für die Zivilisation an sich wäre es wahrscheinlich besser gewesen, wenn wirklich die Zeitmaschine erfunden worden wäre, aber was noch nicht ist, kann ja noch werden…

  1. ich nutzte beispielsweise nachher dann immer die Zeit, die eine Kollegin beim Checken von 148 Yahoo-Mails verbrachte, um beim Plaudern mit ihr den Abwasch zu erledigen []
  2. müsste es jedenfalls gewesen sein; inzwischen ist es die S41 oder S42 als Ringbahn, aber damals war der S-Bahn-Ring auch noch nicht geschlossen []
  3. vermutlich: kann die Uhr lesen! []

1 Kommentar »

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  1. (1) Pingback by Der Ruhrpilot | Ruhrbarone @ 21. August 2012, 08:15 Uhr

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