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Jens Matheuszik (unterwegs) — 27. Juli 2012, 15:28 Uhr

metropolradruhr: Neue Stationen (am Beispiel Bochum), neue App und Kooperationen – und die Akzeptanz


metropolradruhr: Station 7107 (Bochum-Rathaus Süd)Unter dem Namen metropolradruhr ((der ursprüngliche Name „metrorad ruhr“ gefiel anscheinend einem gewissen Handelsunternehmen nicht…)) gibt es seit wenigen Jahren in den Kernstädten des Ruhrgebiets Verleihstationen für Fahrräder. Das ganze funktioniert ähnlich zu den Städten (außerhalb des Ruhrgebietes), wo die europaweit agierenden Firma nextbike sich drum kümmert.

Heute lud die Stadt Bochum zusammen mit nextbike und den Kooperationspartnern (vom Regionalverband Ruhr (RVR) und der Bogestra) zu einem Pressegespräch ein und informierte über den aktuellen Stand des Fahrradverleihs und über weitere Ausbaupläne.

Eigentlicher Anlass war laut Einladung, dass ab sofort die Abokunden der Bogestra mit ihren elektronischen Tickets (mit Chip) täglich eine halbe Gratisstunde erhalten und nach Ablauf dieser Zeit von besonders günstigen Tarifen profitieren (eine Stunde für 0,50 Euro statt 1,- Euro).

Wer davon profitieren will, muss sich beim metropolradruhr registrieren – entweder über die Internet-Seite, die Bogestra-Kundencenter, die Hotline oder aber an den einzelnen Verleih-Terminals, denn inzwischen sind alle Stationen in Bochum aufgerüstet worden und solarbetrieben. Dort hat man jetzt die Möglichkeit sich auch ohne Handy ein Rad zu leihen (bzw. sich erst einmal anzumelden). War man am Anfang seitens des Betreibers immer der Meinung, dass man für metropolradruhr bzw. nextbike keine eigene App für Smartphones wie dem Apple iPhone (oder aber Android-Systeme) benötigt, hat sich dies inzwischen geändert, denn (Zitat) „natürlich“ gibt es auch jetzt eine nextbike-App für iOS (die auch mit dem metropolradruhr funktioniert).

Weiterer Ausbau der Verleihstationen

Momentan ist vor allem die Bochumer Innenstadt (Rathaus, Hauptbahnhof, Schauspielhaus) versorgt, doch noch in diesem Jahr soll es zehn neue Stationen geben, so dass es dann insgesamt 28 Stationen mit 250 Fahrrädern in Bochum geben soll. Die Stationen werden übrigens vom Technischen Betrieb der Stadt Bochum montiert – im Rahmen der Lehrlingsausbildung vor Ort.

Der Ausbauschwerpunkt der neuen Stationen liegt in Querenburg, wie man der Karte entnehmen kann:

metropolradruhr: Ausbauplan Bochum 2012

Auf der Karte sieht man gut die bisherigen Schwerpunkte (Wattenscheid, Zenrum, Langendreer) und den neuen Schwerpunkt Querenburg. Eine detaillierte Liste aller Stationen  wird nachgereicht, die dann ebenfalls hier im Pottblog veröffentlicht wird. Vorab ein Hinweis: Die Stationen am Kemnader See können leider nicht realisiert werden.

Neue Kooperationen: Bogestra, Ruhr Nachrichten

Auch (mehr oder weniger neue) Kooperationspartner wurden genannt:

Bogestra und Metropolradruhr

Die Bogestra, die in Bochum und Gelsenkirchen im Rahmen des VRR für Busse und Bahnen zuständig ist, wurde bereits oben genannt. Neben der halben Gratisstunde am Tag kann man als Bogestra-Kunde in Bochum und Gelsenkirchen auch die „Flatrate“-Tarife günstiger erwerben – siehe auch die Pressemitteilung der Bogestra vom 27. April 2012 ((also ganz so neu ist das scheinbar nicht…)).

Inwiefern sich da jetzt für Bogestra-Kunden viel ändert weiß ich jedoch nicht – denn als Bogestra-Kunde ist man ja auch VRR-Kunde und seitens des VRR gab es die Kooperation ja auch schon seit Beginn (siehe vrr.de).

Ruhr Nachrichten und Metropolradruhr

Ab Anfang August sollen Abonnenten der Ruhr Nachrichten (RN) die Möglichkeit haben einen Monat lang kostenlos die Monats-Flatrate von Metropolradruhr zu nutzen. Man meldet sich mit der Abonummer dann entsprechend an (was momentan noch nicht geht), bzw. ergänzt ein schon bestehendes Kundenkonto dort und hat dann einen Monat lang Zeit das ganze bequem zu nutzen.

Fehlende (?) Akzeptanz von Metropolradruhr

Kürzlich berichtete eine Boulevardzeitung (im Rahmen eines Artikels über das Erbe des Kulturhauptstadtjahres 2010) von fehlender Akzeptanz, auch die Wirtschaftlichkeit wurde schon hinterfragt.
Seitens des RVR wurde heute in Bochum darauf hingewiesen, dass man das momentan noch gar nicht beurteilen könne, denn man müsse die regionale Vernetzung berücksichtigen und könne nicht isoliert eine Stadt herausgreifen. Wenn erstmal 300 Stationen mit insgesamt 3000 Fahrrädern stehen, dann könne man darüber reden.
Die heute bekannt gewordenen Zahlen sehen jedoch alleine für Bochum gut aus: Während man im Jahr 2011 insgesamt 1130 Ausleihen verzeichnete, sind das bis vor zwei Tagen (also Stand 25.07.2012) bereits 1179 gewesen.

Jedoch hat die fehlende Bereitschaft aufs (metropol)Rad(ruhr) umzusteigen auch mit der Attraktivität des Angebotes zu tun. Damit sind nicht unbedingt die Preisstrukturen gemeint, sondern vor allem auch die Standorte.

Klar ist es polemisch formuliert, wenn man sagt, dass man perfekt vom Bochumer Rathaus (Süd) zum Bochumer Rathaus (Nord) fahren kann, denn an beiden Standorten (die wegen der ÖPNV-Anbindung so geplant wurden: einmal an der Linie 302/310, einmal an der U35) gibt es Verleihstationen. Schaut man sich die existierenden Standorte aber jetzt an, dann kann man beispielsweise den Weg vom Hauptbahnhof (mit einer Verleihstation) zur Arbeit nur dann mit dem Rad nutzen, wenn man am Rathaus, am Schauspielhaus oder am Bergbaumuseum arbeitet – denn andere Standorte gibt es innerstädtisch noch nicht.

metropolradruhr (Bochum): Ab anne Castroper!Insofern ist der Ausbau sinnvoll, aber vielleicht ist es auch sinnvoller nicht an einzelnen Punkten geballt mit mehreren Verleihstationen in unmittelbarer Nähe zur nächsten präsent zu sein ((was beispielsweise in der Innenstadt von Dortmund auffällt)), sondern etwas mehr in die Fläche zu gehen.

Vielleicht kann man sich dann auch auf so ein Rad machen um „ab anne Castroper Straße“ zum VfL Bochum zu fahren (wie es derzeit um einigen metropolradruhr-Rädern beworben wird; siehe Bild).

Momentan geht das nämlich leider noch nicht wirklich – denn weder am Stadion selbst oder in der Nähe (RuhrCongress, Starlight Express) gibt es eine Verleihstation, wo man sein geliehenes Rad abgeben kann.

Schade also, dass die Werbung etwas verspricht, was man nicht wirklich halten kann…

Nachtrag:

Siehe auch den neuen Artikel metropolradruhr: Stationen in Bochum und Vorteile der Bogestra-Kooperation (über den VRR hinaus!)


6 Kommentare »

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