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Achim Hepp, Jens Matheuszik, Christina Quast & Sonja Rümenapp — 25. Juli 2012, 17:07 Uhr

The Dark Knight Rises – Besprechung zum übermorgen startenden letzten Teil der Batman Dark Knight-Trilogie


Am Donnerstag läuft der Film The Dark Knight Rises offiziell an, im Rahmen einer Mitternachts-Preview schaute ich ihn bereits in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch.

Zur Tragödie von Aurora (Colorado):

Eine Besprechung des Filmes, die nicht die Tragödie von Aurora erwähnt, bei der es aufgrund eines Amoklaufs im Rahmen der dortigen Dark Knight-Premiere zu vielen Todesopfern und Verletzten kam, wäre nicht vollständig. Aber im Grunde genommen hat der Film ja nichts damit zu tun – und auch die Forderung nach dem Verbot von Kostümierungen zur Premiere greift nicht wirklich. Nicht Kostüme töten, sondern Waffen töten – beim Waffenrecht könnte man in den USA vielleicht mal etwas effektiv ändern. Aber genug der Vorrede…

Filmbeschreibung:

Der dritte Teil der Dark Knight-Trilogie von Regisseur Christopher Nolan spielt acht Jahre nach dem zweiten Teil (The Dark Knight). Am Ende dieses Films wurde der Staatsanwalt Harvey Dent getötet – ein Verbrechen, für das die Öffentlichkeit Batman verantwortlich macht, ohne jedoch zu wissen, dass Dent als „Two-Face“ Gotham City terrorisierte. Batman opferte sich damals quasi als Bauernopfer um des lieben Friedens willen.

Friedvoll ist auch Gotham (der Zusatz City fehlt desöfteren), welches jetzt nicht mehr in den düsteren Farben der ersten beiden Teile der Trilogie geschildert wird. Die Polizei witzelt schon ein wenig darüber, dass sie demnächst der Bibliothek bei der Suche nach überzogenen Ausleihbüchern helfen würde, denn das (organisierte) Verbrechen ist quasi stillgelegt.

Doch es zieht ein Sturm auf, der Gotham City, welches in diesem Film noch mehr an Manhattan/New York erinnert als sonst, unbeschreiblich verändern wird, denn der anfänglich nur als Söldner bezeichnete Bane, der durch eine Art Gasmaske entstellt wirkt, zieht mit seinen Gangstern schon längst die Fäden für einen großen Coup.
Der Milliardär Bruce Wayne, der sich seit ungefähr genau acht Jahren aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hat, verfolgt nicht mehr was in seiner Stadt und seiner Firma passiert und wird als gebrochener Held, der nicht mit sich selbst im Reinen ist, dargestellt. Seine „Jagdinstinkte“ erwachen jedoch, als eine Meisterdiebin sich quasi katzengleich in sein Haus einschleicht und nicht nur ein wertvolles Erbstück stiehlt.

Die erste halbe Stunde wirkt nur wie ein längerer Prolog, nach einer gewissen (Warte-)Zeit geht es dann so los, wie man es als Batman-Fan gewohnt ist – der irre Böse Bane, dessen genauen Pläne erstmal im Dunklen bleiben, überfällt Gothams Börse, was den geflügelten Rächer wieder aktiviert, der sich jedoch damit konfrontiert sieht, dass die jetzigen Polizeiverantwortlichen Batman primär als Mörder von Harvey Dent sehen und nicht mehr als Helfer in der Not.

Durch den Überfall auf die Börse gelingt es Bane und seinen Helfern das wirtschaftliche Imperium von Bruce Wayne quasi in den Bankrott zu führen. Doch auch Batman muss eine empfindliche Niederlage durch Bane in Kauf nehmen, so dass dieser nicht daran gehindert wird im weiteren Verlauf (nein, keine Sorge, es wird hier nicht zuviel verraten!) das Kommando in Gotham zu übernehmen.

Er etabliert eine Art Terrorregime mit Verfolgung der Reichen, Vernichtung der organisierten Polizei und jakobinischen Schauprozessen gegenüber Andersdenkenden. Nur der aufrechte Detective John Blake versucht zusammen mit dem inzwischen wieder aktiver gewordenen und altbekannten Commissioner Gordon Gotham zu retten, während Batman irgendwo außer Landes gefoltert, gequält und gebrochen zusehen (via Gefängnis-Fernsehen) muss, wie Gotham dem Abgrund immer näher rückt, denn obwohl die US-Armee versucht einzugreifen, ist diese aufgrund bestimmter Umstände nicht in der Lage etwas zu unternehmen.

Mein Fazit zu „The Dark Knight Rises“:

Das ist er, der dritte und letzte Teil der Dark Knight-Reihe, die mit Batman Begins 2005 anfing und mit den bisherigen Batman-Darstellungen in Film und Fernsehen radikal brach – keine kunterbunten Gegner in lustigen Kostümen mehr, keine mit BÄM und KLATSCH gefüllten Sprechblasen mehr – sondern ein düsteres Gotham City, dunkle Gestalten und vor allem auch ein Bruce Wayne/Batman mit Ecken und Kanten, der eben nicht als weißer Ritter und Retter der Stadt daherkommt, sondern als der dunkle Ritter.

Natürlich ist es schwierig für diesen Film als 3. Teil einer schon jetzt erfolgreichen Trilogie noch einmal einen draufzusetzen. Vor allem wenn man bedenkt, dass der Vorgänger vor allem auch durch den kongenial den Joker spielenden Heath Ledger auch viel schauspielerische Qualität besaß. Dagegen hat es „The Dark Knight Rises“ natürlich schon schwieriger, vor allem weil der Gegenspieler Bane (verkörpert von Tom Hardy) deutlich farbloser wirkt. Abgesehen davon, dass Bane in der deutschen Synchronisation ziemlich lächerlich wirkt, da seine Stimme klingt als ob da ein Amiga 500-Synthesizer verrückt gespielt hat (zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich nicht weiß, wie er im englischen Original klingt). A propos Stimme: Das Phänomen, dass Christian Bales Stimme als Bruce Wayne (sowohl im Original als auch auf Deutsch) „ganz normal“ klingt und als Batman drei Oktaven tiefer klingt, ist auch hier wieder zu sehen bzw. zu hören. Und nicht zu erklären, denn eigentlich sollte sich das Batman-Kostüm darauf nicht auswirken.

Ansonsten ist der Film vor allem eine Materialschlacht und alleine dafür könnte man ihn schon 8 oder 9 von 10 Punkten geben, aber um so etwas geht es ja nicht alleine bei einem solchen Film. Es sind eher die Details die gefallen, wenn alte Handlungsstränge und Personen erneut aufgegriffen werden, denn das zeigt eine gewisse Detailliebe, die anderen Filmen oftmals abgeht.

Als positive Neuerung fallen Anne Hathaway (als Catwoman) und Joseph Gordon-Levitt als John Blake auf, wobei natürlich auch die weiteren Stars in den Nebenrollen eine solide bis sehr gute Arbeit abliefern – hier sei insbesondere Michael Caine als Butler Alfred zu nennen.

Das Ende des Filmes ist überraschend, verstörend und auch irgendwie ultimativ abschließend – insofern ein guter letzter Teil der Dark Knight-Trilogie, von der es keine weiteren Fortsetzungen geben soll.
A propos Fortsetzung: Wer nicht die ersten beiden Teile gesehen hat, der braucht sich diesen 3. Teil erst gar nicht anschauen, denn sonst ist das Verständnis nicht wirklich immer gegeben (trotz einiger (weniger) Rückblenden).
Wer Lust hat kann ja auch alle drei Filme hintereinander in den Kinos sehen – aber da muss man Sitzfleisch mitbringen, denn alleine Teil 3 bringt es auf eine Nettospielzeit von 164 Minuten. Da würde ich mir eher die ersten beiden Filme zu Hause anschauen und dann den dritten Teil im Kino.

Insgesamt – und nach einer darüber geschlafenen Nacht (oder eher einem Viertel davon…) – würde ich dem Film so zwischen 7 und 8 von insgesamt 10 Punkten geben, in der Kategorie „Popcorn-Kino“ locker 9 von 10 Punkten (ich wollte unbedingt die spontan nach dem Film geäußerte Bewertung von 9 Punkten unterbringen…).

Das Fazit von Achim dazu:

Im Prinzip alles dolle, außer wenn Batman auftaucht. Klingt schräg, fühlt sich auch schräg an. Dies ist weniger ein Batman-Film, als ein Film über Bruce Wayne. Und da ist er auch wirklich gut, toll gemacht (handwerklich) und mit einer guten (nicht überragenden) Story mit ein paar nicht erwarteten Wendungen.
Alles ganz prima, aber halt kein Popcorn- bzw. Superhelden-Kino für mich. Immer wenn Batman mit seiner Maske auftaucht, dann wirkt er für mich fehl am Platze. Das liegt auch daran, weil der Gegner relativ normal (neben dem Maulkorb) daherkommt, und auch Catwoman weder einer Katze kostümmäßig nacheifert, noch groß irgendwelchen Kleidungsfetischen (Outfit knapp und eng, aber auch praktisch für Einbruchstouren und ähnliches) frönt.
Und Batman selber fährt auch lieber hochgezüchtetes Militärfahr- und -fliegzeugs, anstelle von guter alter Handwerskkunst (Gadgets, Tricks, etc.) zu huldigen – so wie man es von Batman eigentlich kennt. Nicht viel Superheldenkrimskrams, nicht viel Batman. Wo Batman nicht drauf steht, da kann man auch keinen Batman drin erwarten… – das würde hier als Überschrift schon treffend sein. Und für das Ende einer Trilogie gibt es blöderweise auch noch offene Punkte, die auf Spin-Offs oder weitere Filme (dann halt von einem anderen Regisseur) hoffen lassen (sollen?).

Lange Rede, kurzes Fazit: Guter Film – aber kein Meisterwerk, ich geb 7 Punkte (8 wären es, wenn es unter 2 Stunden geblieben wäre – drüber ist echt nicht nötig).

Trailer zu „The Dark Knight Rises“:

Zu diesem Film habe ich insgesamt vier offizielle Kinotrailer (TV-Trailer gibt es noch viele weitere) gefunden (in Klammern jeweils die Upload-Daten):

THE DARK KNIGHT RISES – offizieller Trailer deutsch HD (31.08.2011)

THE DARK KNIGHT RISES – offizieller Trailer #2 deutsch HD (20.12.2011)

The Dark Knight Rises – Official Trailer #3 [HD] (30.04.2012)

Interessanterweise habe ich den 3. offiziellen Trailer nicht auf deutsch gefunden (jedenfalls nicht bei Warner Bros.), sondern nur auf englisch:

THE DARK KNIGHT RISES – offizieller Trailer #4 deutsch HD (09.05.2012)


3 Kommentare »

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  1. (1) Kommentar by Johannes @ 26. Juli 2012, 19:46 Uhr

    Ich sehe das ähnlich wie Achim. Ein guter, aber kein überragender Film. Die ersten beiden Filme waren alleine deutlich besser, als der dritte Teil, der zwar die meisten offenen Fäden verknüpft, dafür aber neue Fäden aufmacht.

    Ich gebe schwache 7/10 Punkten.


  2. (2) Kommentar by Jens @ 1. August 2012, 07:46 Uhr

    @Johannes (1):
    Verschwört Euch doch nur gegen meine Bewertung. 😉

    Wobei ich das mit den offenen Fäden grundsätzlich begrüße, denn das bietet ja neues Potential.


  3. (3) Pingback by Premium Rush – Rasante Räder-Raserei in New York startet am Donnerstag in den deutschen Kinos » Pottblog @ 15. Oktober 2012, 17:45 Uhr

    […] – neben der Hauptrolle, die von Jospeh Gordon-Levitt (“Inception” und zuletzt The Dark Knight und Looper) verkörpert wird, spielen in dem Film von David Koepp (“Mission: […]


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