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Jens Matheuszik — 17. März 2012, 22:52 Uhr

ZDF-Update: Homophobes Plakat auf der Südtribüne beim Spiel Borussia Dortmund vs. Werder Bremen


Nachtrag: Inzwischen gibt es erste offizielle Reaktionen – und jetzt (Ende März/Anfang April) auch die so genannte „Entschuldigung“ der Verursacher.

Heute spielte Borussia Dortmund gegen den SV Werder Bremen in der Fußball-Bundesliga. Der amtierende Deutsche Meister gewann zwar nur 1:0 gegen den „Angstgegner“ von der Weser, zeigte aber gerade in der ersten Halbzeit deutlich mehr Potential. Nach den BVB-Chancen gerade in der ersten Hälfte, hätten die Dortmunder Gastgeber das Spiel locker mit 3:0 oder mehr gewinnen müssen.

„Hätte, hätte, Fahrradkette“ – so würde das jetzt ein Spieler von Borussia Dortmund bezeichnen, aber im Grunde genommen reicht auch der Treffer von Geburtstagskind Shinji Kagawa zum 1:0. Denn man muss ja nicht 6:0 gewinnen – für die drei Punkte reicht auch ein ergebniseffizientes 1:0.

Doch während des Spiels ist noch was anderes passiert – so sah man kurz auf der Südtribüne in Höhe von Block 14 13 ein merkwürdiges Banner, wie es in einem Beitrag auf Twitter dokumentiert wurde:

(die hier verwendete Fassung ist eine Vergrößerung des Originals, die mit freundlicher Genehmigung des Urhebers genutzt werden kann)

Auf dem Banner steht folgender Spruch:

Lieber ne Gruppe in der Kritik, als Lutschertum und Homofick

Außerdem soll es noch ein weiteres Banner gegeben haben, auf dem folgender Satz zu lesen gewesen sein soll:

Gutmenschen, Schwuchtel, Alerta-Aktivist, wir haben euch im ›20 gegen 100‹ gezeigt, was Fußball ist.

Die beiden Banner sollen jedoch nur sehr kurz zu sehen gewesen sein, da andere Besucher der Südtribüne mit dem Inhalt nicht einverstanden gewesen sind. Es soll deswegen auch zu körperlichen Auseinandersetzungen gekommen sein, bei denen die Verantwortlichen für die Sprüche gleich erfahren haben, was man von solchen homophoben Aussagen hält.

Hintergrund für die Plakate soll eine Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppen auf Bremer bzw. Dortmunder Seite sein. Bei allen möglichen Gründen für Differenzen und Streitigkeiten muss man jedoch nicht auf so primitive und homophobe Art und Weise agieren. Insofern ist es gut zu wissen, dass ein Großteil der BVB-Fans die Verachtung gegenüber solchen Plakaten geäußert hat.

Jedoch zeigen solche Vorfälle mal wieder, dass die Bekämpfung der Homophobie im Fußball noch weitere Fortschritte benötigt und daher Aktionen wie die Aktion Libero (siehe auch den Pottblog-Beitrag Aktion Libero: Schwul, rund, grün – oder: Sportblogs und Magazine gegen Homophobie im Fußball dazu) notwendig sind. Vielleicht schafft es ja auch der DFB mal sich dem Mutterland des Fußballs anzuschließen – dort sind homophobe Äußerungen und Taten in den Stadien verboten.

Nachtrag: Via Twitter wurde das Aktuelle Sportstudio (ZDF) gebeten auf das Thema einzugehen. Dort suchte man anfangs auch nach entsprechendem Bildmaterial. Jedoch wurde dann mitgeteilt, dass die Auflösung des Fotos nicht gut genug sei (nicht „reprofähig“). In der Sendung ging Michael Steinbrecher, der Moderator des Sportstudios, nach dem Spielbericht zum BVB kurz darauf ein (es war auch genug Zeit vorhanden, da der eigentlich geplante BVB-Gast Robert Lewandowski aus Staugründen nicht da war) und erklärte in ein, zwei Sätzen, dass es das Plakat gegeben habe, man aber der schwachsinnigen Aussage keine Plattform bieten wolle.
An und für sich ist das eine akzeptable Aussage (auch wenn man das anders sehen kann) – aber ein gewisses Geschmäckle bleibt schon, denn vorher wurde nie dahingehend argumentiert, sondern nach sendefähigem Bildmaterial gesucht. Wozu? Um es nicht zu senden?

Wobei man natürlich auch die Redaktion des Sportstudios verstehen muss – mal eben so innerhalb von wenigen Stunden so ein Thema noch in die Sendung einzubauen, dazu die genauen Hintergründe (die ja immer noch nicht ganz bekannt sind) zu recherchieren – das ist schon eine schwierige Angelegenheit und sicherlich eine Gratwanderung.


54 Kommentare »

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