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J. Matheuszik — 13. März 2012, 18:27 Uhr

Mats Hummels (Borussia Dortmund) wird von der Presse wegen offener Beiträge bei Facebook angegriffen


Der Fußballspieler Mats Hummels von Borussia Dortmund (BVB) ist dafür bekannt, dass er über die Facebook-Seite Mats Hummels mit seinen Fans und Anhängern offen kommuniziert.

Das ganze wird auch entsprechend honoriert – mehr als 180.000 Fans bei Facebook sprechen eine deutliche Sprache.

Ebenso eine deutliche Sprache fand Mats Hummels vor über einem Monat für die Schwalbe von de Camargo beim DFB-Pokalspiel zwischen Hertha BSC und Borussia Mönchengladbach (siehe dazu auch DerWesten und RP-Online). Er schrieb damals über die Gladbacher, dass man „auch peinlich und beschämend in ein Pokalfinale einziehen [kann]“.

Damit hat er wahrscheinlich sehr vielen Zuschauern des Spiels aus der Seele gesprochen. Aber nicht allen:

Über Twitter wurde ich auf einen Kommentar bei DerWesten namens BVB-Star Hummels wird zum unmöglichen Richter aufmerksam ((und nicht, weil in dem Screenshot der Facebook-Seite von Mats Hummels mein eigenes Facebook-Portrait auftaucht, was ich persönlich ganz witzig finde – und mir zeigt, dass der Autor des Kommentators den Screenshot wohl nicht angefertigt hat)), den Artur vom Stein ((der wohl von der Neuen Ruhr / Rhein Zeitung (NRZ) kommt)) geschrieben hat. Dort heißt es beispielsweise:

BVB-Star Mats Hummels spielt bei Facebook seit geraumer Zeit den Richter. […] Dabei hat Hummels nichts verstanden. Damit provoziert er unter anderem gegnerische Fans. […] Natürlich kann man mit dem Finger auf andere zeigen, aber sollte ein Profi-Fußballer auch wirklich so handeln? […] Und peinlich und beschämend ist es vor allem, etwas so Selbstverständliches überhaupt formulieren zu müssen.

Zu Beginn fragte ich mich, ob der Printjournalist ((man hätte auch Totholzbeschrifter sagen können…)) erst jetzt mehr als einen Monat später den Facebook-Eintrag von Mats Hummels (ausgedruckt?) gelesen hat. Das hätte natürlich gewisse Vorurteile bestätigt, aber der Anlass für diesen Kommentar ist ein Beitrag im aktuellen Kicker ((den es leider (noch?) nicht online gibt)) mit der Überschrift „Vorsicht Falle“, in dem Mats Hummels seine Facebook-Aktivitäten verteidigt ((und im Grunde genommen stimmt natürlich jetzt mein Vorurteil indirekt doch…)).

Persönlich kann ich diesen Kommentar nicht nachvollziehen – denn Mats Hummels macht nur das, was ca. 80 Millionen Bundestrainer auch machen. Natürlich könnte er auch irgendwelche Phrasen dreschen, aber dafür sind ja eher Sportjournalisten im Doppelpass da (denn dann bringt das wenigstens was karitativ-gutes, wenn das Geld aus dem Phrasenschwein später gespendet wird) und ich finde es gut, wenn ein Spieler auch mal Ecken und Kanten hat.
Man muss beispielsweise Oliver Kahn persönlich nicht sympathisch finden – aber ein glatt geleckter Fußballer, der nirgendwo aneckt ist langweilig, während ein Oliver Kahn durch seine Äußerungen und Taten zu einem lebenden Menschen und keiner Kunstfigur wird. Ähnlich ((aber nur ähnlich – denn für Mats Hummels habe ich dann doch mehr Sympathien als für Oliver Kahn)) sehe ich das bei den Facebook-Beiträgen von Mats Hummels.
Die klassischen Interviews der Bundesliga-Spieler sind oftmals eher nichts sagend und eigentlich könnte man auch fast drauf verzichten. Da ist es doch endlich mal schön, wenn man ungefiltert etwas Salz in die Suppe bekommt. Aber vielleicht ist genau das die Befürchtung eines Print-Journalisten, dass er seine Zwischenrolle zwischen dem Objekt der Berichterstattung und der Leserschaft ein wenig einbüßt?

Aber gottlob sind bei der WAZ-Mediengruppe nicht alle Mitarbeiter so eingestellt wie Artur vom Stein.

Dies kann man beispeislweise am Blogbeitrag „Wenn sich Redakteure ins eigene Fleisch schneiden“ von David Nienhaus erkennen. Dort sehe ich, dass ich mit meiner Auffassung nicht alleine bin und David Nienhaus begründet das ganze auch viel besser als ich:

Ich finde, wir als Journalisten und Redakteure können froh sein, über die Spieler, die uns via Facebook und Twitter noch ungefilterten Input geben. Weder in der Mixedzone nach den Spielen, noch in Interviews mit den Profis ist es heutzutage noch möglich, wirkliche Meinung zu generieren. Kollege Philipp Seeldorf hat das im “Journalisten” hervorragend zusammengefasst.

Übrigens: Normalerweise bieten die Artikel bei DerWesten neben der Kommentarmöglichkeit auch an, dass man einen Trackback – beispielsweise von einem Blog wie dem Pottblog – dort verlinken kann. Das ganze ist eine der schönen Interaktionsmöglichkeiten von DerWesten, die ich persönlich auch gerne nutze. Warum wundert es mich aber nicht, dass ausgerechnet bei diesem Artikel die Trackback-Funktion abgeschaltet ist? Meinen Informationen zufolge ist es übrigens so, dass diese Einstellungen artikelweise vorgenommen werden – und üblicherweise vom Autoren selbst. Honi soit qui mal y pense.

PS: Das Bild von Mats Hummels stammt von Pro2, steht unter CC-BY-SA-Lizenz und wurde dem Wikimedia Commons-Archiv entnommen.


2 Kommentare »

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