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Jens Matheuszik — 29. Juli 2011, 13:15 Uhr

Envio-Spezial zum PCB-Skandal bei DerWesten: Top oder Flop?


DerWesten: Envio-SpezialDie PCB-Verseuchung auf dem Gelände der Firma Envio in Dortmund schlug in der Vergangenheit einiges an Wellen – zu den eher lustigeren Episoden1 zählt sicherlich die Preisverleihung des Pannekopps des Geierabends an Envio.

Die WAZ-Mediengruppe hatte zu diesem Thema immer wieder recherchiert und teilweise haarsträubende Details ans Licht gebracht und jetzt hat man das ganze versucht sowohl in einem Online- wie auch einem Offline-Extra gesammelt zu veröffentlichen:

WAZ Rhein-Ruhr Extra: PCB-Skandal bei EnvioNeben dem zweiseitigen „Rhein-Ruhr-Extra“ in der heutigen Ausgabe der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ)2 und dem DerWesten-Artikel Sechs Krebs-Kranke unter den Envio-Opfern gibt es auch eine ausführlichere Extra-Seite unter der Adresse envio.derwesten.de, wo es neben den einzelnen Artikeln auch Original-Unterlagen, Videos und mehr gibt. Das ganze klingt wirklich sehr spannend, jedoch muss ich zugestehen, dass ich mir das aus Zeitgründen noch nicht genauer angeschaut habe.

Interessant sind jedoch auch die Bewertungen von anderer Seite zu dieser Online-Dokumentation:
So heißt es bei den Ruhrbaronen:

Die Arbeit von Brandt ist auch die Grundlage der aufwendigen Präsentation des Skandals auf dem WAZ-Portal der Westen: Zahlreiche Dokumente, Fotos und Videos des Skandals wurden soeben online gestellt. So kann man nun Anhand von Original-Dokumenten die ganze Sauerei erfassen, die über Jahre in Dortmund abgelaufen ist – und auch das Versagen der Politik auf allen Ebenen.  Ich habe so etwas aufwendiges wie diese Dokumentation noch nicht gesehen. Das ganze Envio-Verbrechen – und nichts anderes ist es – wird fassbar.

Markus Hündgen sieht dagegen eher eine vergebene Chance:

Mit viel Selbstbewusstsein hat die WAZ heute ihr Multimedia-Spezial lobgepreist. Doch die virtuelle Bibliothek zum Thema „PCB-Skandal durch Envio“ ist nur ein trauriger Versuch, […]

Was dem Spezial fehlt, ist ein roter Faden.

[…]

Die informativen Texte werden lieblos als Bleiwüsten präsentiert, Zwischentitel und Verlinkungen im Text Fehlanzeige. Stattdessen findet der Nutzer das übliche Standardpaket biederen Journalismus: Immer wieder Fotos, viele Originaldokumente zum Download, hin und wieder Videos. Alles garantiert schön IVW-verpixelt. Mit dieser Art Journalismus darf der Leser Dank schlechter Nutzerführung aber gleichzeitig für große Klickzahlen leiden.

Ein ebenfalls fragwürdiges Erlebnis sind die Videos. […] Das Niveau liegt noch weiter unter Lokalfernsehen. Von Webtauglichkeit ganz zu schweigen. Und für Off-Texte im BILD-Stil („Sonst helfe ihnen niemand. Dabei sind die Männer krank. Das Gift – es wirkt“.) ist die WAZ mittlerweile berühmt-berüchtigt.

[…]
 
Warum fehlt jegliche Einbindung von Social Media? Ich kann selbst das gesamte Spezial nicht „liken“ oder einfach per Twitterbutton verbreiten. Warum dürfen die Nutzer nicht von ihren Ereignissen berichten? Und zwar nicht irgendwo, sondern genau hier beim Spezial. Das ist insbesondere sehr schade, weil die Kollegen bei DerWesten ansonsten zu den Vorzeigejournalisten im Bereich Social-Media gehören.

[…]

Dass im Jahre 2011 die größte Regionalzeitung Deutschlands noch immer nicht verstanden hat, dass Online-Journalismus keine Abladestation ist, spricht Bände. Nur leider verkommt diese virtuelle Bibliothek damit zum verstaubten Museum.

Ich selber habe mir die Online-Variante wie gesagt bisher nur kurz angeschaut – aber beispielsweise die fehlende Einbindung von Social Media wundert bei einem Projekt des Jahres 2011 schon, vor allem wenn das bei einem Verlagshaus passiert, wo man ansonsten gerne technische Neuigkeiten schon vor dem offiziellen Start (Stichwort: Google+) nutzt.

Sehr löblich ist es übrigens, dass Daniel Drepper, der auch beim Rechercheteam der WAZ-Mediengruppe arbeitet auf die Kritik eingeht und einige Punkte gerade rückt bzw. korrigiert.

  1. wenn man in diesem Zusammenhang überhaupt etwas lustig finden kann []
  2. und wahrscheinlich auch den anderen Konzerntiteln []

3 Kommentare »

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  1. (1) Pingback by Der Ruhrpilot | Ruhrbarone @ 30. Juli 2011, 14:53 Uhr

    […] Medien: Envio-Spezial zum PCB-Skandal bei DerWesten: Top oder Flop?…Pottblog […]


  2. (2) Kommentar by Peter Mrosek @ 8. November 2011, 18:17 Uhr

    Zu meiner Überraschung wird immer nur von einem
    „Envio“Skandal berichtet.Was ist mit denMitarbeitern
    anderer Firmen?Ich habe selbst von 1983 bis 1993 für
    die Firma Siemens Trafo Union in der PCB Entsorgung
    gearbeitet.Meine Kollegen und ich sind nie auf Gefahren im Umgang mit PCB hingewiesen worden,
    noch sind wir auf schädliche Stoffe in unserem Blut
    bei der Betriebsärztlichen Untersuchung untersucht worden.
    Erst bei einer Untersuchung durch die BG ist bei mir eine sehr erhebliche Belastung im Blut fest=
    gestell worden.Aber wen interessiert das?Einige
    Kollegen sind bereits verstorben andere,wie auch
    ich,ineinem Alter,in dem man die Sache ruhig aus=
    sitzen kann.Vielleicht denkt man auch mal an uns.


  3. (3) Kommentar by Jens @ 10. November 2011, 07:19 Uhr

    @Peter Mrosek (2):
    Wende Dich doch mal an DerWesten Recherche.


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