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Jens Matheuszik — 13. Juli 2011, 06:39 Uhr

TV-Tipp: Die letzte Loveparade (ARD)


Nach der gestern ausgestrahlten ZDF-Dokumentation ((siehe dazu auch den DerWesten-Artikel Bewegende ZDF-Dokumentation zu Loveparade)) überträgt heute um 23:30 Uhr die ARD ((und nächste Woche das WDR-Fernsehen um 20:15 Uhr)) die Dokumentation Die letzte Loveparade.

Die WDR- bzw. ARD-Dokumentation von Eva Müller ist durch den ZEIT-Artikel Loveparade-Unglück: Ein Mann, kein Wort im Vorfeld bekannt geworden, da der umstrittene Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU), der sich bis dato weigerte eine moralische Schuld einzugestehen, hier sein Verhalten versucht zu erklären. Inzwischen hat er sich ja auch öffentlich erklärt – siehe dazu den Pottblog-Beitrag Meine vier Worte zur heutigen Erklärung von Adolf Sauerland (CDU), Duisburgs Oberbürgermeister in Sachen Loveparade 2010.

Der WDR schreibt selber zur Dokumentation:

Rainer Schaller, ehemaliger Veranstalter der Loveparade, äußert sich in der WDR/ARD Dokumentation „Die letzte Loveparade“ (Das Erste, 13.7., 23.30 Uhr und WDR Fernsehen, 20.7., 20.15 Uhr) erstmals über die Hintergründe der Katastrophe von Duisburg und seine persönliche Aufarbeitung. Er erzählt, dass er sich wochenlang selbst abends im Dunkeln nur mit Sonnenbrille und Mütze nach draußen getraut habe: „Man denkt, jeder guckt einen an. Selbst beim Einkaufen im Supermarkt, wenn […] die Kassiererin nicht gleich freundlich lächelt, hat man das Gefühl, man ist erkannt und muss sich rechtfertigen, sich einfach schlecht fühlen.“

Zum ersten Mal äußert sich Schaller im Film auch zur Problematik des Tunnels als einzigem Ein- und Ausgang zum Veranstaltungsgelände: „Man hat Monate geplant, und für mich ist es natürlich ein Rätsel, wie man das über Monate gemeinsam nicht hat sehen können. Das ist etwas, was ich mich bis heute frage: Wie konnte man das nicht sehen?“ In der Planungsphase seien viele Menschen beteiligt gewesen, von der Stadt, über sie selbst als Veranstalter, bis hin zur Polizei, Bundespolizei, Feuerwehr und Sanitätern.

Ein Jahr lang haben die Autoren der WDR/ARD Dokumentation Angehörige der Opfer und die Verantwortlichen der Loveparade begleitet und bei dem Versuch beobachtet, die Katastrophe zu überstehen.

Im Mai 2011 ging Rainer Schaller zum ersten Mal seit der Loveparade zur Unglücksstelle. Er hat nach der Katastrophe nicht weiter gemacht wie bisher. Er arbeitete weniger, holte sich psychologische Hilfe und traf sich mit den Angehörigen der Opfer: „Das war einer der schwersten, wenn nicht sogar der schwerste Moment in meinem Leben.“ Er habe gemerkt, was es bedeute, Verantwortung zu übernehmen und Menschen gegenüber zu stehen, die ihr Kind verloren haben.

Da ich den Sendetermin etwas unglücklich (da sehr spät) finde wird der Videorecorder gleich programmiert…


5 Kommentare »

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