Search:

Werbung:

Google+:

Archiv:


Jens Matheuszik — 30. Mai 2011, 17:24 Uhr

EHEC/HUS: Blut(plasma) spenden hilft Leben retten


Während die einen noch Witze in Sachen EHEC, HUS und spanische Gurken machen, haben die anderen schon Angehörige auf der Intensivstation liegen, weil sie davon betroffen sind.

Djure Meinen, den ich seit einigen Jahren (erst aus Bochum, dann von BarCamps und diversen Konferenzen her) kenne, berichtet im Blogbeitrag EHEC/HUS: Blut jetzt spenden und Gurken essen davon, dass seine eigene Mutter von EHEC betroffen ist und auf der Intensivstation liegt. Er bittet daher darum Blut und insbesondere Blutplasma zu spenden und seinen Aufruf weiterzuverbreiten.

Doch lest selbst:

Wie einige schon via Twitter oder auf anderen Wegen mitbekommen haben, hat sich meine Mama mit dem EHEC-Virus infiziert und leidet seit Anfang letzter Woche an einer mittelschweren bis schweren Verlaufsform des HUS. Sie ist schwerst krank und muss intensivmedizinisch behandelt werden. In ihrem Falle scheinen die nur wenig erprobten Behandlungsmethoden aber offenbar das Schlimmste verhindern zu können. Ich bin ganz guter Dinge.

Die Behandlung meiner Mama konfrontiert mich erstmals in meinem Leben sehr konkret mit der Intensivmedizin. Die massive Verkabelung und den Einsatz hochkomplexer Gerätschaften kann man ja durchaus zweischneidig sehen. Bspw. dann, wenn aus Lebensrettung quälende Lebenverlängerung wird und es um die Frage eines würdigen Sterbens geht.

Im Falle von EHEC/HUS stellt sich diese Frage aber so erst mal nicht. Das Bakterium reißt vollkommen gesunde Menschen innerhalb von wenigen Tagen an den Rand des Todes. Ohne intensivmedizinische Behandlung würden die meisten Betroffenen sterben, mit ihr haben sehr viele die Chance, wieder ganz gesund zu werden.

Ein sehr wichtiger Baustein der Intensivmedizin ist der ausreichende Zugriff auf Spenderblut bzw. Blutbestandteile. Im Falle von EHEC/HUS sogar in ganz besonderem Maße.

Die Giftstoffe, die die Bakterien ausschütten, zerstören bestimmte Blutbestandteile. Deren Zerfallsprodukte vergiften dann den Körper zusätzlich und setzen vor allem die Niere, manchmal auch Teil des Hirns außer Gefecht. Zur Entlastung wird ein bis mehrmals täglich das gesamte Blutplasma der Patienten ausgetauscht. Zusätzlich wird eine Dialyse durchgeführt und teilweise müssen auch rote Blutkörperchen gegeben werden.

Der Verbrauch an Plasma ist enorm. Je Plasmaaustausch werden mehrere Beutel Plasma verwendet. Und jeder Beutel entspricht genau einer Blutspende. Meines Wissens wird trotz der hohen Fallzahlen kein akuter Plasmaengpass entstehen. Plasma ist sehr lange haltbar und wird aus Gründen der Infektionssicherheit ohnehin erst möglichst lange nach der Spende verabreicht. Eine Delle in den verfügbaren Beständen wird aber möglicherweise in einigen Wochen entstehen.

Dennoch finde ich, dass der aktuelle EHEC/HUS-Ausbruch eine gute Gelegenheit ist, für die Blutspende zu werben. Ich selbst habe die regelmäßigen Aufrufe zum Spenden relativ lange ignoriert und gehe erst seit ein paar Jahren regelmäßig hin. Dabei sind gerade junge, körperlich fitte Menschen die am besten konstituierten Spender. Leider treffe ich bei den Spendenterminen eher viele, die aus Altergründen bald schon nicht mehr werden spenden dürfen.

Daher meine Bitte an meine Leser: Wer noch nie Blut spenden war, sollte gerade jetzt an eine Erstspende denken. Wer es einmal ausprobiert hat, weiß danach, wie er die Spende verträgt. Und er landet im Informationssystem der Spendendienste, die mit schöner regelmäßig an Spendentermine in der Nähe erinnern werden. Wer die Hürde der Erstspende genommen hat, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit dann auch wieder hingehen.

Und all diejenigen, die die Erinnerungskarten in den letzten Monaten oder Jahren ignoriert haben, gehen natürlich auch mal wieder hin. […]

Informationen zu möglichen Blutspendeterminen gibt es bei drk-blutspende.de.

PS: Das verwendete Bild des gefrorenen Blutplasmas stammt vom Wikimedia Commons-Nutzer DiverDave, steht unter der CC-BY-SA-Lizenz und wurde dem Archiv Wikimedia Commons entnommen.


8 Kommentare »

RSS feed for comments on this post. TrackBack URI.

    Es gab einen kritischen Fehler auf deiner Website.

    Erfahre mehr über die Fehlerbehebung in WordPress.