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Jens Matheuszik (unterwegs) — 25. Mai 2011, 16:42 Uhr

Erneuter Warnstreik bei den Zeitungen an Rhein und Ruhr!


Anfang Mai berichtete das Pottblog von einem Warnstreik bei vielen Tageszeitungen im gesamten Ruhrgebiet. Damals vermutete ich, dass die Zeitungen ihre Leser nicht darüber informieren würden. Im Nachhinein muss ich mich korrigieren – über die tariflichen Auseinandersetzungen zwischen dem Deutschen Journalistenverband (DJV) und ver.di auf der einen und den Arbeitgebern auf der anderen Seite wurde am Rande in den betroffenen Blättern doch informiert. So informierte die WAZ nicht nur in den betroffenen Ausgaben von streikbedingten Auswirkungen auf die Zeitung, sondern auch mit einer kurzen Notiz im Wirtschaftsteil.

Doch obwohl es bereits einige Warnstreiks in ganz Deutschland gab, zeigt sich die Verlegerseite uneinsichtig und daher ruft der DJV für den morgigen Donnerstag, den 26. Mai 2011 erneut zu einem ganztägigen Warnstreik auf:

Wie man im Aufruf zum Warnstreik des DJV erkennen kann, sind alle Redakteurinnen und Redakteure und die freien Journalistinnen und Journalisten von folgenden Zeitungen aufgerufen, sich zu beteiligen:

  • Westdeutsche Allgemeine Zeitung
  • Neue Ruhr / Neue Rhein Zeitung
  • Westfälische Rundschau
  • Westfalenpost
  • Iserlohner Kreisanzeiger und Zeitung
  • Recklinghäuser Zeitung
  • Marler Zeitung
  • Dattelner Morgenpost
  • Hertener Allgemeine
  • Stimberg Zeitung
  • Waltroper Zeitung
  • Rheinische Post
  • BILD (Redaktionen Dortmund, Essen und Köln)
  • Ruhr-Nachrichten
  • Hellweger Anzeiger
  • Kölner Stadt-Anzeiger
  • Express
  • Kölnische Rundschau
  • Bonner General-Anzeiger

Unter dem Motto Journalismus ist mehr wert, unsere Arbeit ist mehr wert. werben DJV und ver.di für den Streik, zu dem der DJV folgendes schreibt:

Die Gewerkschaften DJV und die dju in ver.di rufen ihre Mitglieder nicht für jeden Kleinkram zu Streikmaßnahmen auf, aber es geht um die Zukunft des Tageszeitungsjournalismus! In der Tarifrunde 2010/2011 steht Grundlegendes auf dem Spiel – nicht mehr und nicht weniger als die Zukunft und die berufliche Perspektive der jetzigen und künftigen Redakteurinnen und Redakteure. Die Verleger wollen den Journalismus abwerten und die Arbeit der Journalist(inn)en billig machen.

Sie fordern u.a. einen Dumping-Tarif für Einsteiger, der für ihr ganzes Berufsleben gelten soll – und sicher innerhalb weniger Jahre zum Regeltarif unserer Branche würde. Aber auch bei Arbeitsplatzwechsel oder Auslagerung von Redaktionen in neue Gesellschaften können sich die tariflichen Regelungen massiv verschlechtern. Auch die Altersversorgung ist kein Tabu mehr.

Rund 30 Prozent der Tarifleistungen stehen auf dem Spiel. Das können und werden sich Journalistinnen und Journalisten nicht bieten lassen. […]

Weitere Informationen gibt es beim DJV: Faire Tarifverträge sind notwendig.

Es bleibt spannend, ob die Verleger nach diesem Warnstreik Angebote vorlegen werden,  die von den Interessensvertretungen als verhandelbar angesehen werden.

Das verwendete Bild des Zeitungsstapels stammt vom Wikimedia Commons-Nutzer Frank Schulenburg, steht unter der CC-BY-SA-Lizenz und wurde dem Archiv Wikimedia Commons entnommen.


3 Kommentare »

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