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Jens Matheuszik — 22. Mai 2011, 21:22 Uhr

Das WDR Fernsehen kennt doch das Ruhrgebiet (nicht beim A40 Still-Leben Ruhrschnellweg, sondern beim Fußball mit dem BVB und S04) // Ohrfeige für Manuel Neuer


Vor fast einem Jahr, am 18. Juli 2010, fand mit Still-Leben Ruhrschnellweg eines der größten Projekte der Kulturhauptstadt Europas (#Ruhr2010) statt: Am 18. Juli 2010, der nicht nur dem Namen her ein Sonntag war, wurden die A40 (und Teile der A52) und die B1 auf einer Strecke von Duisburg (DU-Häfen) bis Dortmund (Märkische Straße) gesperrt und für Besucher zu Fuß und per Fahrrad freigegeben.

Das Still-Leben Ruhrschnellweg war sehr massiv besucht, teilweise wurde sogar von einigen Millionen Besuchern gesprochen. Wobei dieser Wert sicherlich mit Vorsicht zu genießen ist – schließlich stammt die Zählung noch aus der Zeit vor der Loveparade 2010 in Duisburg und bis dahin war man ja bei bestimmten Veranstaltungen gerne sehr großzügig bei der Zählung.

Doch egal ob es nun mehrere Millionen, eine Million oder nur einige hunderttausend Besucher waren, die auf A40/A52/B1 auf einer Strecke von ca. 60 km die Kulturhauptstadt Europas feierten – das ganze fand fast unter Ausschluss der Fernsehöffentlichkeit beim WDR statt. Es gab insgesamt zwei Sondersendungen im WDR Fernsehen (zu je 30 Minuten), die sich mit diesem einzigartigen Ereignis beschäftigten. Im Vergleich dazu wurde am Tag vorher über die jährlich stattfindende Veranstaltung „Kölner Lichter“ mal eben 4 (in Worten: vier!) Stunden berichtet. Zurecht kommentierte damals DerWesten vom Rheinischen Rundfunk (wenig Still-Leben im WDR). Auch der WDR-Runkfunkrat fand das ganze eher merkwürdig (siehe: DerWesten und Meedia).

Doch auf die damals Mitte 2010 geäußerte Kritik an der nicht angemessenen Berichterstattung des WDR zu dem Großereignis des Jahres im Ruhrgebiet hat der WDR reagiert:

So wurde das Thema auch im WDR-Runkfunkrat behandelt. Im Zehnten Eingabenbericht der Vorsitzenden des Rundfunkrats für den Zeitraum Mitte Juni bis Ende Dezember 2010 heißt es dazu unter anderem:

Mehrere Petenten kritisierten die zu kurze Berichterstattung über das Still-Leben auf der A 40. […] In ihrer Antwort wies die Vorsitzende auf die Einschätzung der Geschäftsleitung und der Gremien hin, dass über das Still-Leben auf der A 40 ausführlicher hätte berichtet werden müssen. Insgesamt sei man im Rundfunkrat aber mit der Berichterstattung über die RUHR.2010 zufrieden. Zudem habe der Geschäftsführer der RUHR.2010 im Gespräch mit dem Rundfunkrat die gute Zusammenarbeit mit dem WDR gelobt. […]

Doch man hat sich anscheinend die Kritik zu Herzen genommen – denn in diesen Tagen hat das WDR Fernsehen gezeigt, dass es in der Lage ist, auch auf besondere Ereignisse im Ruhrgebiet adäquat reagieren kann:

Meisterfeier von Borussia Dortmund #BVB

Es dürfte bekannt sein, dass in der fast ((die Relegation läuft ja noch…)) schon abgelaufenen Bundesliga-Saison 2010/2011 Borussia Dortmund (BVB) zum siebten Mal die Deutsche Meisterschaft gewonnen hat.

Schon zur spontanen Meisterfeier (nach dem 32. Spieltag) mit rund 100.000 spontan feiernden Gästen in der Innenstadt brachte das WDR Fernsehen Sondersendungen und zur eigentlichen Meisterfeier (siehe Bild) am vergangenen Sonntag informierte der WDR meiner Meinung nach sehr ausführlich ((siehe auch den Blogbeitrag Wann und wo wird die Meisterfeier des BVB im Fernsehen gezeigt?)).

Der WDR übertrug nicht nur den Beginn der BVB-Meisterfeierlichkeiten am Borsigplatz (Rubbeldikatz am Borsigplatz!), sondern begleitete auch den Autokorso über weite Strecken und berichtete auch immer wieder live vom Bühnenprogramm am Feiergelände an der gesperrten B1 bzw. den Westfalenhallen.

Doch nicht nur live wurde von der Meisterfeier berichtet, auch in weiteren Sendungen kamen die schwarz-gelben Festivitäten vor. Ob nun in der normalen Sport- bzw. Nachrichtenberichterstattung oder aber in Dokumentationen wie Young Generation – Das Fußballwunder von Borussia Dortmund (BVB).

Pokalfeier von FC Schalke 04 #S04

Nachdem gestern der FC Schalke 04 beim Finale des DFB-Pokals in Berlin den MSV Duisburg besiegt hat, kam heute die Mannschaft mit einem Sonderzug in Gelsenkirchen an, um dann direkt vom Hauptbahnhof in Cabrios umzusteigen und im Rahmen eines Autokorsos den Fans zu präsentieren.

Auch hierzu brachte das WDR Fernsehen eine Sondersendung und der WDR zeigte hier sogar ein wenig Spontanität. Die ursprünglich nur für eine Stunde angesetzte Sondersendung wurde auf Kosten der Serie „Großstadtrevier“ verlängert ((nur passend: auch Gelsenkirchen ist eine Großstadt und obendrein auch im Revier)), um mehr Bilder von den Pokalfeierlichkeiten zu zeigen.

Ohrfeige für Manuel Neuer beim Schalker Autokorso

Wahrscheinlich nicht im Fernsehen zu sehen war übrigens eine überaus peinliche Szene ((über die ich aber dennoch mal in diesem Beitrag berichte, da es thematisch gerade am Rand passt)):
Ein angeblicher Fan Besucher, der dem Cabrio, in dem Torwart Manuel Neuer und Schalkes Tor-Nummer 2 (Mathias Schober) nahe war, nutzte den Überraschungsmoment und gab Manuel Neuer eine gepfefferte Ohrfeige ((siehe auch DerWesten)):

Sorry, auch wenn Manuel Neuer eventuell demnächst (oder erst ein Jahr später?) den FC Schalke 04 verlassen sollte – ohne diesen guten Torwart hätte der FC Schalke 04 wohl nicht den DFB-Pokal geholt und wo Schalke ohne Manuel Neuer in der Bundesliga wäre, will man sich als Schalke-Fan lieber nicht ausmalen. Das Verhalten dieses Besuchers ist grob unsportlich und gehört sich nicht!

Fazit zum WDR Fernsehen

Ob es wirklich eine Folge der Proteste in den WDR-Gremien war weiß ich nicht – aber eines hat sich gezeigt:
Der WDR ist in der Lage auf besondere Ereignisse zu reagieren und dann doch aqäquater zu berichten als letztes Jahr beim Still-Leben Ruhrschnellweg. Spätestens jetzt im Rahmen der Fußball-Berichterstattung rund um die Meisterfeier des BVB bzw. die Pokalfeier von S04 hat sich dies deutlich gezeigt. Wobei das natürlich sicherlich auch zum Teil daran liegt, dass es mit center.tv Ruhr inzwischen einen im Ruhrgebiet verankerten TV-Sender gibt, der gerade im Bereich des Ruhrgebiets-Fußballs einiges an Programm aufzuweisen hat. Wenn jetzt center.tv Ruhr auch noch über alle Empfangsarten zu empfangen wäre… ((via IPTV der Deutschen Telekom im Rahmen von Entertain klappt das nämlich nicht, da man dort nur center.tv aus Köln empfängt))


3 Kommentare »

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