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Jens Matheuszik (unterwegs) — 5. Mai 2011, 22:16 Uhr

Politischer Salon der AGS Dortmund mit Thomas Westphal, dem Chef der Wirtschaftsförderung des RVR


Politischer Salon der AGS DortmundAm vergangenen Dienstag fand zum ersten Mal der politische Salon der AGS Dortmund statt. Dabei handelt es sich um die Arbeitsgemeinschaft der Selbständigen in der SPD (Unterbezirk Dortmund). Denn wie Michael Henke, der Vorsitzende der AGS Dortmund, in seiner Eingangserklärung betonte, schließen sich Selbständigkeit und die Sozialdemokratie natürlich nicht aus.

Zum ersten Politischen Salon wurde Thomas Westphal eingeladen. Thomas Westphal ist seit dem letzten Jahr der neue Chef der Wirtschaftsförderung Metropole Ruhr (wmr), einer Tochter des Regionalverbandes Ruhr (RVR).

Zu Beginn des von der Journalistin Barbara Underberg, die unter anderem auch bei den Ruhrbaronen schreibt, moderierten Gespräches schilderte Thomas Westphal erstmal seinen politischen und beruflichen Werdegang. Stationen waren dabei der Bundesvorsitz der Jusos ((wo er der Vorgänger von Andrea Nahles war)) und zuletzt in der freien Wirtschaft ein Logistikunternehmen. Danach skizierte er die Aufgaben der wmr, gerade in Abgrenzung zu den örtlichen Wirtschaftsförderungsgesellschaften, wie sie quasi von jeder Stadt und auch noch den Landkreisen im Ruhrgebiet existieren.

Thomas Westphal, Barbara Underberg und Michael Henke

Westphal unterstrich dabei, dass gerade für größere Aktivitäten eine gemeinsame Klammer wie der wmr sehr sinnvoll sei, denn manches Projekt kann man nur zusammen stemmen, so dass er die immer stärker werdende Zusammenarbeit im Ruhrgebiet begrüßt. Aus seiner Erfahrung aus Baden-Württemberg schilderte der geborene Schleswig-Holsteiner (der demnächst nach Dortmund zieht), der beispielsweise während des Höhepunktes der Wirtschaftskrise feststellte, dass auch gerade die Wirtschaft in Baden-Württemberg, Blessuren erlitt ((und ohne das vom damaligen Arbeitsminister und jetzigen Regierenden Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, Olaf Scholz (SPD), durchgesetzte Kurzarbeitergeld es große Probleme dort gegeben hätte)). Probleme wie diese würde man im Ruhrgebiet, welches schon einen enormen Strukturwandel durchgemacht hat, schon kennen und könne darauf – auch aufgrund der nicht wirklichen Abhängigkeit von einer zentralen Branche (wie dem Automobilbau) – besser reagieren.

Doch natürlich müsse auch im Ruhrgebiet noch einiges geschehen – auch in der Mentalität der Bewohner:

So schilderte er beispielsweise, dass gerade im Bildungsbereich es sehr viele Universitäten und (Fach-)Hochschulen im Ruhrgebiet gibt, die in ihrem Gebiet führend seien. Nur das wisse man kaum und trage es auch nicht nach außen. Gerade der Faktor Bildung wäre für die weitere Entwicklung des Ruhrgebietes wichtig – und dann müsse man dafür sorgen, dass beispielsweise die Absolventen des ganzen Landes, die im Ruhrgebiet studieren auch hier bleiben und nicht wo anders hingehen. Hier nannte er dann als einen wichtigen Faktor die Mobilität, denn diese sei nicht wirklich einer Metropole wie dem Ruhrgebiet würdig, wobei natürlich andere Metropolräume historisch bedingt bessere Voraussetzungen dafür haben.

Außerdem warb er für eine starke Interessensvertretung des Ruhrgebietes in der Politik. Er nannte zwar mit keinem Wort eine Stärkung des RVR und der handelnden Gremien und ihrer Vertreter (und ggf. eine entsprechende Wahl durch die Bevölkerung), aber wer wollte, konnte das da schon ein wenig herauslesen oder sachte erahnen.

Insgesamt gesehen war die Erstauflage des politischen Salons eine wirklich lohnenswerte Veranstaltung. Auch die Einbeziehung des Publikums in die Diskussion (so wurde selbst meine Heimatstadt Olfen indirekt ((wegen des „New Park“)) kurz Thema) war gelungen.

Einen kleinen Kritikpunkt sollte man noch erwähnen – beim nächsten politischen Salon sollte man an eine Mikrofonanlage denken, denn aufgrund der nicht gerade kleinen Besucherzahl war in der letzten Reihe in der ich – obwohl ich GEZ-Zahler bin – saß, nicht immer alles direkt gut zu verstehen.

PS: Wenn wir gerade schon am kritisieren sind: Dass Thomas Westphal bei einem Termin in der Meisterstadt eine blau-weiße Krawatte trägt ist schon bemerkenswert. Aber die schwarz-gelbe Fraktion durch Trikotträger bzw. Träger des Meisterschals (ich!) hielt dagegen. Wenn der BVB-Fanshop am Stadion nicht bereits um 18:00 Uhr schließen würde, hätte ich auch noch mehr dabei gehabt. :)


4 Kommentare »

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