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Jens Matheuszik — 22. März 2011, 07:29 Uhr

Bus, Bahn usw. – der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) auf dem Apple iPhone – oder: VRR Companion für iOS


VRR Companion:   ((der Link auf den iTunes Store erfolgt im Rahmen des Partnerprogrammes, durch das das Pottblog einen Teil des (ansonsten gleichen) Verkaufspreises des Programmes erhält))

Im Ruhrgebiet und einigen angrenzenden Gebieten wird der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) durch den Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) organisiert. Der VRR ist dabei die „Dachorganisation“, die sich um den Nahverkehr auf über 5000 Quadratkilometern (mit weit mehr als 7 Millionen Einwohnern) kümmert.

Mag das Streckenangebot eines Verkehrsverbundes auch noch so gut sein – das ganze bringt nichts, wenn man als Kunde davon nichts weiß ((bitte diesen Satz nicht falsch verstehen – ich will damit nicht sagen, dass ich das Streckenangebot des VRR für gut halte…)). Insofern bieten die zahlreichen Verkehrsverbünde in ganz Deutschland ihre Verkehrsauskünfte auch im Internet und mobil an. Während es jedoch – nach einigen eher merkwürdigen Rechtsstreitigkeiten – beispielsweise in Berlin seit langer Zeit für das Apple iPhone die App FahrInfo Berlin   ((der Link auf den iTunes Store erfolgt im Rahmen des Partnerprogrammes, durch das das Pottblog einen Teil des (ansonsten gleichen) Verkaufspreises des Programmes erhält)) gibt, gab es im VRR-Gebiet dahingehend nichts. Klar, es gab und gibt die normale Fahrplanauskunft des VRR ((wobei ich die stabilere Website efa.vrr.de bevorzuge)), aber das war es dann auch schon. Zwar ist beispielsweise die Essener Verkehrs-AG (EVAG), die einen Teil des VRR darstellt, schon etwas moderner aufgestellt als beispielsweise die Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG (Bogestra), und nutzt nicht nur mit @evag_de einen eigenen Twitter-Kanal, sondern hat mit Kulturlinie 107   ((der Link auf den iTunes Store erfolgt im Rahmen des Partnerprogrammes, durch das das Pottblog einen Teil des (ansonsten gleichen) Verkaufspreises des Programmes erhält)) sogar eine eigene App, die sich nur um eine einzelne Linie dreht – aber das war’s dann eigentlich schon.

Seit geraumer Zeit arbeitet der VRR jedoch daran, diese Scharte auszuwetzen und ab dem heutigen Dienstag soll es dann offiziell die kostenlose VRR-App für alle Apple iOS-Geräte (also iPad, iPhone und iPod touch) geben.

Das Pottblog hat sich die App schon einmal angeschaut – denn es gab sie schon einige Tage vor der offiziellen Veröffentlichung ohne Probleme im AppStore, so dass man sie sich von dort einfach kostenlos herunterladen konnte. Nachfolgend der kurze Test, der sich an der Menüstruktur der VRR-App orientiert:

Abfahrten:

VRR Companion App (für Apple iOS)Ruft man die VRR-App auf, werden einem sofort die Abfahrten angezeigt. Dabei versucht die App erst einmal herauszufinden, wo man sich befindet ((via GPS bzw. über die WLAN-Lokalisierung)). Es werden einem dann die nächsten Verbindungen angezeigt, die von der nächstgelegenen Haltestelle aus erreichbar sind (siehe Abbildung). Die jeweilige Haltestelle wird dabei namentlich erwähnt und mittels des Kompasspfeiles erfährt man auch, wie weit man davon weg ist. Klickt man auf eine der angezeigten Verbindungen kann man sich eine Karte anschauen, auf der man sowohl die Haltestelle als auch die eigene Position sehen kann. Merkwürdigerweise wird jedoch die eigene Position mit dem selben roten Kompasspfeil wie zuvor angezeigt. Eigentlich ist es ja bei iOS-Apps Standard, dass die eigene Position mit einem kleinen, blau pulsierenden Ball angezeigt wird.

Hat man mehrere Haltestellen in der Nähe, dann werden einem diese auch angezeigt (siehe diesen Screenshot). Falls keine Abfahrten (für den aktuellen Standort) gefunden werden, kann man in der „Von:“-Zeile selber was eintragen:

VRR Companion App (für Apple iOS)Einerseits kann man hier per Hand was vorgeben, wobei das teilweise doch etwas länger dauert, bis man Ergebnisse angezeigt bekommt. Die Anzeige ist meiner Meinung nach auch noch optimierungsfähig, denn wenn man beispielsweise „Essen“ vorgibt, dann werden erst einmal unsortiert diverse Punkte (vor allem Haltestellen) in ganz Essen angezeigt. Hier wäre es meiner Meinung sinniger, wenn beispielsweise primär bei allen Städten der – falls vorhanden ((also nicht bei Herne…)) – der Hauptbahnhof zu erst angezeigt wird. Sucht man nach „Essen Hauptbahnhof“ wird einem übrigens das Hauptbad in Essen angezeigt, sucht man nur nach „Essen Haupt“ ist neben diversen Hauptschulen auch die Hauptverwaltung von Karstadt dabei. Erst die Suche nach „Essen Hbf“ zeigt einem dann den Hauptbahnhof an. Um die Verwirrung komplett zu machen: Speichert man den Hauptbahnhof Essen in den Favoriten ab, wird er als „Hauptbahnhof Essen“ angezeigt. Der Hauptbahnhof in Bochum wird jedoch als „Bochum Hbf“ dargestellt – das ist irgendwie nicht wirklich einheitlich.

Die VRR-App kennt – wie man am vorherigen Absatz erkennen kann – nicht nur Haltestellen, sondern auch weitere Punkte (besondere Orte wie Schulen, Einkaufszentren usw., Straßen und sogar Autobahnanschlußstellen) vor Ort.

Unter „Abfahrten“ werden einem auch die letzten angewählten Punkte angezeigt und man kann sich unter „Meine Punkte“ auch als Favoriten abgespeicherte Punkte anzeigen lassen. So kann man sich schnell all die notwendigen Punkte die man benötigt (bei sich zu Hause, am Arbeitsplatz usw.) abspeichern und schnell darauf zugreifen.

Auch auf das Adressbuch kann die App zugreifen, in dem man nach nach den Nachnamen von Personen sucht – bei einer kurzen Stichprobe hat sich jedoch (auch bei Leuten, die in direkter Nähe zu einer Haltestelle wohnen) gezeigt, dass dann „Keine Abfahrten gefunden [werden]“. Das gleiche passiert, wenn man die App dort nutzt, wo es in der Nähe keine Haltestellen gibt, wo es demnächst Abfahrten gibt.

Fahrtauskunft:

VRR Companion App (für Apple iOS)Am interessantesten dürfte jedoch wahrscheinlich die Fahrtauskunft sein, mit der man sich anzeigen lassen, wie man von A nach B kommt. Auch hier kann man die von den Abfahrten gewohnten Alternativen (automatische Ortung, manuelle Vorgabe, Favoriten) vorgeben und es werden einem alle möglichen Strecken angezeigt.

Auf dem Screenshot erkennt man beispielsweise, warum es für mich eher nicht in Frage kommt, den Ruhr-Park in Bochum mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu besuchen, da das ja schon fast eine kleine Odyssee ist…

Für jede Verbindung gibt es noch eine gesonderte Übersicht, von der man sich auch eine Karte der Strecke anschauen kann.

Favoriten:

Als Favoriten kann man sowohl einzelne Punkte als auch direkt verschiedene Fahrten abspeichern. In der Übersicht kann man diese Favoriten bearbeiten (sprich: Reihenfolge abändern oder aber löschen).

Karte:

Diese Funktion ist quasi selbsterklärend und zeigt eine Karte an. Entweder im größeren Maßstab oder aber auch en detail. Hier fällt jedoch auf, dass die VRR-App eigenes Kartenmaterial verwendet und nicht das von Google Maps eigentlich allen iOS-Apps zur Verfügung stehende Material, was iOS-Nutzer eigentlich gewohnt sind.

Mehr:

Neben der Hilfe und dem Impressum verbergen sich hier vor allem die Einstellungen: Hier kann man beispielsweise festlegen, welche Verkehrsmittel (u.a. „Bus“ oder „Seil-/Zahnradbahn“) genutzt werden sollen, ob man eher eine schnelle Verbindung (oder aber eine mit wenig Umstiegen) will, wie lange man zu Fuß zur/von der Haltestelle aus gehen möchte usw.

Bewertung:

Der erste Gedanke war „Endlich!“ – Berlin hat sowas schon lange, dabei hat dieses Bundesdorf doch eine geringere Fläche und weniger Einwohner als die Metropole Ruhr. Aber die Berliner haben die BVG und wir den VRR und jedes Mal wenn ich wieder mal länger in Berlin war bin ich ÖPNV-technisch versaut verwöhnt (man muss nur mal die Preise vergleichen – eine Strecke die hier locker knapp 10,- Euro kostet, kann man in Berlin für einen Bruchteil fahren).

Der zweite Gedanke war dann eher ernüchternd, da die App doch an manchen Stellen etwas krankt. Beispielsweise ist die Idee, dass man sich das Adressbuch schnappt toll. Nur: Wenn es selbst bei Adressen, die im direkten Umkreis von Haltestellen sind, nicht klappt – dann fragt man sich, wie das ganze funktionieren soll.

Je länger ich die VRR-App nutze, um so mehr gefällt sie mir aber dann doch wieder (ich bin ja nicht nur ÖPNV-technisch durch Berlin verwöhnt, sondern auch durch die FahrInfo-App für Berlin). Unverständlich ist mir dann jedoch immer noch, warum man gewohnte iOS-Elemente nicht nutzt. Man möchte sich nicht für jede App eine neue Oberfläche und Nutzung angewöhnen…

Auf der einen Seite ist es übrigens gut, dass die App alle möglichen Punkte (aus dem Internet nachladend) anzeigen kann. Jedoch sollte man hier schon eine gewisse Priorisierung haben, denn natürlich kann ich auch das Hauptbad oder eine Hauptschule in Essen suchen, wenn ich „Essen Haupt“ eingetippt habe. Die Chance, dass es der Hauptbahnhof ist, halte ich jedoch für wahrscheinlicher.

Auch wundert es mich, dass beispielsweise die Metroradruhr-Stationen zwar als Punkte gespeichert sind, aber beispielsweise nicht bei den auszuwählenden Verkehrsmitteln auftauchen. Das wundert umso mehr, als dass es eine Kooperation zwischen dem Metroradruhr (bzw. Metropolradruhr wie es jetzt inzwischen heißt) und dem VRR gibt.

Übrigens: Nicht nur iOS-Nutzer sollen auf ihre Kosten kommen – es ist anscheinend auch eine App für das Android-System geplant.

Fazit

Trotz einzelner Kritikpunkte gefällt mir die App im Grunde genommen gut. Sie ist nicht umsonst auf meinen iPhone-Homescreens auch relativ weit vorne gelandet – das schafft nicht jede App sofort… ;)

Doch es wäre zu begrüßen, wenn bei Weiterentwicklungen Kritikpunkte aufgegriffen und korrigiert werden. Vielleicht wäre es dann auch möglich ein „Offline-Datenpaket“ herunterzuladen, um auch bei schwachen Internet-Verbindungen sich Informationen zu Abfahrten, Routen usw. (dann natürlich ohne Zusatzinformationen in Echtzeit) anzeigen lassen zu können. Quasi das Kursbuch als App.

Töffte ((ruhrgebietsdeutsch für: gut, schön, passend))

  • endlich da!
  • dank Ortungsfunktion auf iOS-Geräten komfortabler zu bedienen als die üblichen Websites
  • viele Optionen
  • die App ist kostenlos

Panne ((ruhrgebietsdeutsch für: u.a. Zustand der Dösigkeit, etwas was nicht toll ist))

  • Suchfunktion nach Punkten dauert manchmal etwas aufgrund des großen Umfangs
  • keine Priorisierung der einzelnen Punkte
  • hält sich nicht an iOS-Standards (egal ob diese offiziell oder inoffiziell sind)
  • Adressbuch-Funktion geht nicht wirklich

iTunes: DownloadÜber den nebenstehenden Link kann man im Rahmen des iTunes-Partnerprogrammes die App bestellen. Vom normalen Verkaufspreis geht ein kleiner Teil als Provision an das Pottblog.

Weitere Bilder:

Die in diesem Beitrag verwendeten Screenshots (und weitere) sind im flickr set: VRR Companion (iOS-App) zu finden. Nachfolgend eine zufällige Auswahl:


6 Kommentare »

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