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Jens Matheuszik — 14. März 2011, 20:53 Uhr

Kaperung der Anti-Atom-Mahnwache vor dem Bochumer Rathaus zu Fukushima (Japan) durch die MLPD


Heute fanden im gesamten Ruhrgebiet, aber auch im gesamten Bundesgebiet, Mahnwachen mit insgesamt mehr als 110.000 Teilnehmern zum Atomunfall in Japan statt (siehe die Ankündigung im Pottblog).

Auch auf dem Willy-Brandt-Platz in Bochum (vor dem Rathaus) fand eine entsprechende Mahnwache statt. Diese wurde zwar von den Grünen in Bochum angemeldet, war jedoch von Anfang an als überparteiliche Veranstaltung geplant, zu der auch diverse Parteien dann gemeinsamen aufgerufen haben. Medienberichten nahmen rund 400-500 Teilnehmer an der Mahnwache teil, bei der beispielsweise auch mit Kerzen (siehe Bild oben) an die Opfer der Katastrophen in Japan gedacht wurde.

Anfangs war das Bild vor dem Platz bunt:

Dem (inoffiziellen) Motto „Fahnen ja, Redner nein“ nach sah man Fahnen von den Grünen, der Linkspartei, der Piratenpartei und der SPD – und anfangs nur vereinzelt von anderen. Auf dem Willy-Brandt-Platz sah man auch zahlreiche Politiker, ob nun ehrenamtliche aus der Lokalpolitik oder aber auch beispielsweise alle Bochumer Abgeordneten aus dem Düsseldorfer Landtag.

Doch nach einiger Zeit änderte sich das Bild – denn anscheinend hat die MLPD die Kundgebung quasi gekapert und unter anderem mit genereller Kritik am Kapitalismus den eigentlichen Sinn und Zweck der Mahnwache ignoriert, obwohl man dies – gerade nach den Erfahrungen am Vortag (bei einer spontanen Demonstration am Hauptbahnhof, die über den Innenstadtring u.a. zum Stadtwerkehaus führte) – explizit seitens der Veranstalter angesprochen hatte.

Bei bo-alternativ.de heißt es beispielsweise dazu:

Anschließend sorgte die MLPD für einen Eklat, als sie ihre Lautsprecheranlage aufdrehte, ihren Vorzeige-Betriebsratsvorsitzenden Dietmar Kupfer ans Mikrofon holte und versuchte, die Veranstaltung für sich zu instrumentalisieren. Das gleiche spielte sich heute bei der Mahnwache in Dortmund ab. Schon gestern mussten die OrganisatorInnen der Anti-AKW-Demo massiv intervenieren, als die MLPD versuchte, sich mit ihren Fahnen an die Spitze des Demozuges zu stellen. Das WDR-Kamera-Team konnte gestern immer nur wenige Sekunde filmen, bis sich die MLPD ins Bild rückte. Viele Anti-AKW-AktivistInnen empfinden die MLPD inzwischen als Instrument ihrer GegnerInnen.

Weitere Berichte zur Mahnwache in Bochum gibt es derzeit bei Radio Bochum und den Ruhr Nachrichten (zwar nur ein Zweizeiler, aber immerhin)…


39 Kommentare »

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