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Jens Matheuszik — 9. März 2011, 08:37 Uhr

65,- Euro für den Liter Super oder: Wie ich Skimming-Opfer an einer Tankstelle in Castrop-Rauxel wurde…


Der gestrige Dienstag sollte eigentlich ganz im Zeichen des Karnevals stehen: Erst der Nelkendienstags-Umzug in Olfen, dann ggf. ein paar Fotos oder gar Videos davon hochladen, und dann abends zur letzten Veranstaltung des Geierabends in der Session 2011, bei der beispielsweise dann auch der Pannekopp-Orden 2011 an Envio verliehen werden sollte.

Doch es kam anders…

1. Anruf aus Bochum der GLS Bank: Dublette der EC-Karte

Um 12:00 Uhr herum erhielt ich einen Anruf aus Bochum und wie sich herausstellte war dieser Anruf von der GLS Bank, bei der ich Kunde bin. Man habe die Mitteilung erhalten, dass ich mit meiner EC- bzw. Maestro-Karte an einem Automaten war, der wohl manipuliert wurde, so dass eine Dublette meiner Karte angefertigt wurde. Aus Sicherheitsgründen sei die Karte nun gesperrt worden und ich würde innerhalb von acht Tagen eine neue Karte erhalten. Ich solle mal nachschauen, ob mit den Bewegungen auf dem Konto alles in Ordnung sei…

Internet-Banking geprüft

Daraufhin habe ich – während ich eigentlich gerade dabei war einen Artikel fertig zu schreiben bzw. das Video hochzuladen – sofort beim Internet-Banking nachgeschaut und musste feststellen, dass es mehrere Einzelabbuchungen gab, die mir etwas spanisch vorkamen. Wobei sich das nicht nur auf den Tatbestand an sich, sondern auch auf die Sprache bezog – wobei es hätte auch portugiesisch gewesen sein können. Nach kurzem Überschlagen kam ich auf eine nicht gerade kleine vierstellige Summe…

2. Anruf aus Bochum der GLS Bank: Alles wird gut

Noch während ich beim Internet-Banking angemeldet war kam der zweite Anruf. Man hätte bei mir auch merkwürdige Kontobewegungen gesehen und ich solle jetzt Strafanzeige bei der Polizei gegen Unbekannt erstatten und ich hätte Glück, dass wohl das ganze versichert sei.

Wo war es passiert?

Eigentlich ist mir Skimming ein Begriff. Ich kenne bei „meinen“ Geldautomaten auch den Aufbau von Kartenschlitz, Tastatur und Geldausgabeschacht und bilde mir ein, dass ich Änderungen erkennen würde. Jedoch war ich in den letzten Tagen auch mal bei einem anderen Automaten. Da fiel mir dann siedend heiß ein, dass ich eine Bekannte bzw. Freundin ((so nennt man das ja bei Facebook, wenn man sich gegenseitig autorisiert)) just genau an einem dieser Geldautomaten getroffen habe. Ich versuchte sie daraufhin zu kontaktieren, was dann dank dieser sozialen Netzwerke auch ging und sie potentiell zu warnen.

Twitter, Facebook

Ungefähr zeitgleich habe ich via Twitter und Facebook meinen Unmut über diese Tatsache geäußert und bekam erst einmal sehr viele freundliche Rückmeldungen dazu (vielen Dank!), aber auch ein paar wertvolle Tipps. Ob ich nicht in letzter Zeit in Castrop-Rauxel getankt hätte beispielsweise, was ich bejahen konnte.

Manipulierte Automaten an einer Tankstelle in Castrop-Rauxel

Ich bekam den Hinweis auf den WAZ/DerWesten-Artikel Tankkunden in Castrop-Rauxel mit manipuliertem Kartenlesegerät abgezockt (siehe auch: Tankstellen-Kunden ausspioniert: 100.000 Euro Schaden.

An just dieser Tankstelle (siehe Bild) hatte ich Mitte Februar getankt (und auch die Tankstelle bei Foursquare und Gowalla angelegt…) und war damals überrascht, dass es inzwischen eine reine Automaten-Tankstelle ist, denn früher gab es da immer noch einen Kassierer mit seiner Kasse in einem kleinen Häuschen.

Ich kann mich noch dran erinnern, dass an diesem Tag viele Leute an der Tankstelle waren, da die Preise dort relativ günstig waren (1,399 für den Liter Super-Benzin). Wenn ich mich übrigens nicht verrechnet habe, hat mich der Liter (inklusive der einen korrekten Abbuchung) rund 65,- Euro gekostet…

Anruf bei der Polizei

Ich rief dann bei der Polizei in Castrop-Rauxel an und erfuhr, dass man dort „rund um die Uhr“ auf hat und entsprechend die Anzeige aufnehmen könne. Also entschloss ich mich dann doch noch den Karnevals-Umzug zu besuchen und mich dann über den Umweg Castrop-Rauxel nach Dortmund zum Geierabend aufzumachen.

Besuch bei der Polizei

Ich besuchte dann nachmittags die Polizeiwache in Castrop-Rauxel (a propos Polizei: hier der Link zur offiziellen Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Recklinghausen) und musste, wie es DerWesten und die Ruhr Nachrichten auch berichteten, auch ein wenig warten. Aber es waren keine Zweier-Reihen mehr bis zum Parkplatz, es war nur noch eine handvoll Leute vor mir, so dass das auch recht fix ging.

Dank der mitgeführten Unterlagen (Kontoauszüge), den gespeicherten Daten im Handy (Besuch der Tankstelle, Anruf der Bank) usw. klappte das mit der Zeugenvernehmung und der gestellten Anzeige auch relativ schnell. Das ganze betraf an diesem Tag wohl einige hundert Leute, die die Wache in Castrop-Rauxel aufgesucht haben. Das ganze wird jetzt gebündelt in Marl behandelt und die spannende Frage ist ja, ob man da was großartig ermitteln kann.

Erstattung von der Bank

Mit meiner Bank stand ich gestern nicht nur via Telefon in Kontakt, sondern auch via Twitter und eMail und jetzt weiß ich schon direkt, dass schon alles für die Erstattung vorbereitet wurde und ich nur noch die Strafanzeige bzw. eine Kopie davon einreichen muss. Insofern muss ich – auch wenn ich das Geld noch nicht wieder habe – sagen, dass ich vom Service der GLS Bank wieder einmal begeistert bin.

Wie geht es weiter?

Tja, momentan ist die Tankstelle geschlossen (also gestern war sie es), das Geld müsste ich demnächst von meiner Bank wiederbekommen und ob in diesem Fall, der inzwischen auch schon Thema im Fernsehen und im Radio ((es ist schon merkwürdig, wenn man beim Mittagessen den Fall schildert und im Hintergrund die WDR 2-Nachrichten genau darüber berichten)), die Ermittlungen erfolgreich sein werden – das weiß ich nicht.

Ich werde in Zukunft noch vorsichtiger sein und hoffen, dass mir das nicht nochmal passiert. Zwei Linktipps übrigens dazu: kartensicherheit.de und polizei-beratung.de. Wer Opfer einer solchen Skimming-Attacke wurde und dessen Bank das Konto noch nicht gesperrt hat, sollte sich die einheitliche Rufnummer 116 116 merken. Hierbei handelt es sich um einen bundesweiten, kostenlosen Sperr-Notruf (oder wie Wikipedia es sagen würde: die Zentrale Anlaufstelle zur Sperrung elektronischer Berechtigungen).


8 Kommentare »

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