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Jens Matheuszik — 8. März 2011, 12:29 Uhr

Geierabend-Video: Pannekopp des Jahres 2011 geht an Envio aus Dortmund wegen des PCB-Skandals


Traditionell wird beim Geierabend, dem Ruhrpott-Karneval in Dortmund bzw. auf Zeche (Zollern II/IV) der Pannekopp des Jahres verliehen (auf dem obigen Bild zerren links der Steiger und rechts der Präsident an dem fast 30 kg schweren Orden).

Als ich vor etwas über einem Jahr im Beitrag Karneval 2010: Geierabend, Stunksitzung und Karneval in Olfen darüber erstmalig berichtete, wurde ich noch spätnachts via Steiger-Kommentar korrigiert, was dann auch zu einer Änderung des Wikipedia-Eintrages Geierabend führte.

Dieses Jahr wurden die Firma Envio aus Dortmund und das Politiker-Duo Brüderle/Oettinger nominiert (mehr dazu und auch warum Adolf Sauerland nicht nominiert wurde, kann man im Bericht von der Geierabend 2011-Premiere lesen).

Kürzlich traf ich Martin Kaysh vom Geierabend-Ensemble zu einem rauschenden Interview ((muss mir wohl nicht nur eine neue Kamera, sondern auch ein neues Mikrofon zulegen – aber seine Antworten versteht man sehr gut, mich selber habe ich ‚rausgeschnitten)), in dem ich natürlich auch den Pannekopp thematisierte. Hier der entsprechende Auszug ((das vollständige Interview folgt noch)), in dem er erklärt, was der Pannekopp ist, wie es dazu kam, wer nominiert wurde, wer die Kandidatur verleugnet usw.usf.:

Interview mit Martin Kaysh (Geierabend) zum Pannekopp-Orden:

In dem Video zeigt sich Kaysh beispielsweise verwundert, dass Oliver Wittke, der Generalsekretär der nordrhein-westfälischen CDU, so „medienaffin“ wie er ist, sich nicht um einen Besuch beim Geierabend bemüht hat.

Preisträger 2011 des Pannekopp-Ordens: Die Firma Envio aus Dortmund

Das Ergebnis in diesem Jahr war nahezu eindeutig – fast in jeder Vorstellung des Geierabends votierten die Zuschauer mehrheitlich für die Firma Envio, die durch ihren Giftskandal leider traurige Berühmtheit im Ruhrgebiet und darüber hinaus erlang. In normalen Fällen hätte sicherlich das Politiker-Duo Brüderle und Oettinger, die über den Kohle-Kompromiss und die damit erlassenen Gesetze einfach hinweggehen wollten, im Ruhrgebiet abgeräumt, aber selbst bei Geierabend-Veranstaltungen mit vielen IGBCE-Teilnehmern (wie z.B. Norbert Römer, dem SPD-Fraktionsvorsitzenden im nordrhein-westfälischen Landtag) räumte die Firma Envio doch noch ab.

Qualifiziert hat sich Envio mit der fahrlässigen Entsorgung PCB-haltiger Transformatoren, was zu einem Umwelt-Skandal führte, der weit über Dortmund hinaus für Aufruhr sorgte.

Geierabend-Moderator Martin Kaysh erklärt:

„Die haben das hochgiftige Zeug nicht auf Sonderdeponien entsorgt, sondern in den Körpern ihrer Mitarbeiter. Dabei wurden gar neue Weltrekorde in der Überschreitung von Grenzwerten aufgestellt. Das war keine Endlagerung, sondern innovatives Bio-Recycling.“

In der heutigen Abschlussvorstellung – für die man noch Karten via Geierabend erhalten kann – soll der schwerste Karnevals-Orden der Welt, gefertigt aus 28,5 kg Stahlschrott, übergeben werden. Eine positive Rückmeldung von Envio Geschäftsführer Dirk Neupert liegt bisher allerdings nicht vor. Sollte er die schwergewichtige Auszeichnung annehmen, so müsste er laut Regelwerk den Orden während der gesamten Fastenzeit um den Hals tragen. Die Geier sind auf alles vorbereitet:

„Sicherheitshalber haben wir uns Schutzkleidung zugelegt“

erklärte Martin Kaysh. Bereits zum neunten Mal würdigt der Geierabend mit dem Anti-Orden „besondere Verdienste“ um das Ruhrgebiet. Zu den bisherigen Preisträgern zählen neben Ex-Arcandor-Chef Thomas Middelhoff und Schauspielerin Veronica Ferres auch der ehemalige Evonik-Vorstand Werner Müller und der Dortmunder SPD-Vorsitzende Franz-Josef Drabig.

PS: Das oben verwendete Foto (Geierabend-Moderator Martin Kaysh und Präsi Roman Henri Marczewski mit dem schwersten Karnevalsorden der Welt) stammt von StandOut.de.

PPS: Auch DerWesten berichtet über den Pannekopp-Orden und den Preisträger 2011.


2 Kommentare »

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