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Jens Matheuszik — 21. Februar 2011, 21:24 Uhr

Karl-Theodor zu Guttenberg verzichtet auf seinen Doktor-Titel


Der derzeit amtierende Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), der aufgrund der Vorwürfe um seine Doktorarbeit (ihm wird dabei vorgehalten, dass seine Dissertation nicht nach wissenschaftlichen Kriterien erstellt wurde und zum Teil scheinbar ein Plagiat ist) derzeit in der Diskussion ist, hat weitere Konsequenzen gezogen.

Nachdem er kürzlich erst darauf verzichtet hat während der Prüfung der Vorwürfe vorübergehend auf seinen Doktor-Titel zu verzichten, erklärte er heute im hessischen Kelkheim am Rande einer CDU-Wahlveranstaltung, dass er den Doktor-Titel auch zukünftig nicht mehr führen wolle. Dazu schreibt die Frankfurter Rundschau (siehe auch Focus und T-Online):

„Ich habe mich am Wochenende nochmals mit meiner Doktorarbeit beschäftigt und es war richtig, dass ich gesagt habe, dass ich den Doktortitel nicht mehr führen werde“, sagte Guttenberg.

Am Freitag hatte er angekündigt, den Titel vorübergehend nicht mehr führen zu wollen, bis die Universität Bayreuth die Plagiatsvorwürfe geprüft habe. Diese Einschränkung machte er am Montag nicht mehr. „Die Entscheidung, den Doktortitel nicht zu führen, schmerzt.“

Weitere Konsequenzen will Guttenberg nicht ziehen. Es ist schon eine interessante Entwicklung, die der Fall Guttenberg nimmt. Ob sich der Verteidigungsminister noch gegenüber der Universität Bayreuth äußern wird (er hatte hierfür eine zweiwöchige Frist bekommen) ist unklar. Und nur die Universität Bayreuth hat eigentlich die Entscheidungskompetenz über die Zukunft des Doktor-Titels zu entscheiden. Sollte er sich nicht weiter äußern bzw. dort erklären, dass er den Doktor-Titel nicht weiter führen will, dann müsste ihm eigentlich der Doktor-Titel entzogen werden.

Nachtrag/Aktualisierung: Inzwischen berichten auch klassische Medien wie DerWesten und RP-Online. Doch nur in der BILD-Zeitung, was schon als gewisse Ironie gelten mag, da die BILD und der Verteidigungsminister dem Augenschein nach sehr gut zusammenarbeiten, steht was erhellendes dazu:

Guttenberg hat die Universität Bayreuth bereits gebeten, seinen Doktortitel zurückzunehmen. Zur Begründung habe er auf „gravierende, handwerkliche Fehler” in seiner Dissertation hingewiesen, teilte die Universität am Montagabend mit. Sie sei aber dennoch verpflichtet, die Rechtmäßigkeit der Doktorarbeit zu prüfen.

Im Verfassungsblog wird die interessante These aufgestellt, dass Karl-Theodor zu Guttenberg jetzt das „anti-elitäre Ticket“ fahren möchte. Quasi die/der deutsche Sarah Palin…

Meine Theorie, dass er zurücktreten würde, im Rahmen einer ministeriellen Auszeit die Doktor-Arbeit nachholt, um dann in einiger Zeit (sobald es die Verfassung Bayerns erlaubt) bayerischer Ministerpräsident zu werden, wäre damit hinfällig.

PS: Das Bild von Karl-Theodor zu Guttenberg stammt von Karl-Theodor_zu_Guttenberg-2010-01.jpg/Bundeswehr-Fotos, derivative work: Ralf Roletschek, steht unter CC-BY-Lizenz und wurde dem Archiv Wikimedia Commons entnommen.


2 Kommentare »

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  1. (1) Kommentar by Tim @ 21. Februar 2011, 22:49 Uhr

    Hi Du :-)
    REPORT, das Polit-Magazin der ARD, berichtete, dass zu Guttenberg auch die Uni Bayreuth gebeten haben soll, den Titel zurück zu nehmen!


  2. (2) Kommentar by Jens @ 16. März 2011, 00:13 Uhr

    @Tim:
    Inzwischen hat sich das Thema ja erledigt. :)


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