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Jens Matheuszik — 29. Dezember 2010, 07:23 Uhr

Westropolis (Kulturportal der WAZ-Mediengruppe) wird eingestellt


1411 Tage, über 5600 Beiträge ((ca. 0,41 % davon von mir)) – das ist die Bilanz des Kulturportals Westropolis der WAZ-Mediengruppe, welches ((laut Eigenbeschreibung)) „Kulturempfehlungen für alle und Kulturkritik von allen“ anbietet. Beziehungsweise anbot. Denn damit ist jetzt bald leider Schluss.

Zum 1. Januar 2011 wird Westropolis eingestellt bzw. offiziell heißt es,

dass wir unsere Kulturplattform westropolis ab dem 1. Januar 2011 nicht mehr weiter betreiben werden.

Zum ersten Mal von Westropolis (als Idee, ich glaube der Name war da noch gar nicht bekannt) hörte ich Ende November 2006 von Katharina Borchert, die mir von diesem „Vorschaltprojekt“ zum großen neuen Portal der WAZ-Mediengruppe ((was damals unter dem Arbeitstitel „WestEins“ bekannt war und inzwischen als „DerWesten“ online erreichbar ist)) im Rahmen eines Gespräches erzählte. Ich nahm dann einige Monate später kurz am Betatest teil und kurze Zeit später wurde Westropolis offiziell als Kulturportal der WAZ-Mediengruppe online gestellt.

Selber habe ich ein paar Artikel dort geschrieben (siehe mein Westropolis-Profil) und Westropolis ansonsten eher passiv begleitet. Zum ersten kleinen Jubiläum ((okay, 100 Tage sind ja eher weniger ein Jubiläum als eine Art Schonfrist)) veröffentlichte ich nicht nur ein Interview mit Don Alphonso zu 100 Tagen Westropolis sondern auch einen Glückwunsch und eine Art Wunschliste, der zum Teil sogar auch umgesetzt wurde ((was ich aber ehrlicherweise erst jetzt festgestellt habe)).

Persönlich finde ich es eher schade, dass – quasi pünktlich zum Ende des Kulturhauptstadt-Jahres, in dem das Ruhrgebiet unter dem Titel „Ruhr 2010“ die Kulturhauptstadt Europas war bzw. noch ist – Westropolis eingestellt wird. Die Beweggründe hierfür sind mir leider nicht ganz klar und werden auch aus dem offiziellen „Abschiedstext“ auf der Westropolis-Startseite klar:

Liebe Leser und Kulturfreunde,
unser Experiment westropolis neigt sich dem Ende zu. Am 01. Januar 2011 schließt die Kulturplattform westropolis ihre Pforten.

In den vergangenen vier Jahren haben wir viele interessante Eindrücke aus der Kulturlandschaft an Rhein und Ruhr sammeln können.

Wir haben mit Hatice Akyün Streifzüge durch die Parallelwelt unternommen und mit der namhaften Autorin Else Buschheuer zusammengearbeitet. Eigengewächse des Potts, wie Bernd Berke, Ingo Juknat, der Revierflaneur oder Schwalbenalfred haben uns auf charmante Weise kulturell Bedeutsames abseits der ausgetretenen Pfade näher gebracht. Zahlreiche Nutzer haben das Motto „Kultur für alle, Kritik von allen“ mit Leben erfüllt. Dafür vielen Dank an alle Beteiligten.

Wir hoffen, dass Ihnen unser Experiment genauso viel Freude bereitet hat wie uns. Wir würden uns freuen, wenn Sie DerWesten auch weiterhin treu bleiben. Auf unseren Kulturseiten bieten wir Ihnen auch weiterhin alles Wissenswerte rund um die pulsierende Kulturmetropole Ruhr.

Mit den besten Grüßen
Das westropolis-Team

Dabei fällt mir auf, dass meines Wissens erst jetzt beim Ende von Westropolis von einem „Experiment“ gesprochen wurde (das klang bei der offiziellen Vorstellung von Westropolis in der WAZ irgendwie anders…).

Nachdem dann DerWesten gestartet wurde fand die ursprünglich angeplante (siehe Projektbeschreibung von Westropolis bei knallgrau.at) Integration bei DerWesten leider nie wirklich statt. Auch eine Migration der Inhalte, die man sicherlich ohne größere Probleme in den Blogbereich von DerWesten hätte vornehmen können, fand nie statt. Die Verlinkung von Westropolis bei DerWesten.de ist auch eher als „unter ferner liefen“ anzusehen gewesen.

Kein Wunder, dass die Besucherzahlen bei Westropolis vermutlich im letzten Jahr nicht allzu hoch waren ((jedenfalls wenn man Diensten wie alexa.com trauen mag, die jedoch sicherlich ansatzweise schon gewisse Tendenzen sichtbar machen)), was man auch an der Kommentarfrequenz dort sehen konnte.

Weitere Beiträge zum Ende von Westropolis findet man nicht nur bei Westropolis selbst (Ruf zum Abschied lauthals: ES GEHT WEITER und Neulich in der Parallelwelt: Güle Güle, WESTROPOLIS!, sondern auch beim Revierflaneur ((einem ehemaligen Westropolis-Autoren, der jedoch schon schnell auf die eigene Plattform umstieg)) unter dem Titel Westropolis – ein Epilog (I) – einem Titel, der so klingt, als ob da noch was kommen würde. Man darf gespannt sein…

… genau so gespannt bin ich auf die Antwort auf die ((von mir an DerWesten vor einigen Tagen gestellte)) Frage, ob Westropolis komplett abgeschaltet wird oder einfach nur die Möglichkeit neue Inhalte (Beiträge, Kommentare) zu veröffentlichen deaktiviert wird. Falls es abgeschaltet wird (was ich eher glaube, auch wenn es meiner Meinung nach nicht sehr sinnvoll ist), müsste ich noch schnell mal meine alten Beiträge sichern.


6 Kommentare »

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