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Jens Matheuszik — 4. Oktober 2010, 23:03 Uhr

Werner Altegoer, Vorsitzender des Aufsichtsrates vom VfL Bochum, tritt bei Jahreshauptversammlung zurück! (aktualisiert: 07:36 Uhr)


Heute abend findet (und das ganze ist auch jetzt, um ca. 23:00 Uhr, noch voll im Gange) die reguläre Jahreshauptversammlung des VfL Bochums statt, die diesmal auf eine sehr starke Resonanz stieß – es waren viel mehr Mitglieder des VfL Bochums anwesend als erwartet, es bildeten sich lange Schlangen am Eingang des RuhrCongresses.

Nach der jüngsten Niederlage gegen Greuther Fürth wurde schon in Teilen der Presse vermutet, dass es zu einem Eklat kommen könnte – aber das ganze entwickelte sich dann doch anders als gedacht. Aufgrund einer Abstimmungsniederlage bei der Entlastung des Aufsichtsrates erklärte erst Werner Altegoer, der seit 2002 Aufsichtsratsvorsitzender ist, und in Folge dessen dann auch weitere Aufsichtsratsmitglieder ihren Rücktritt!

Hinweis: Selber bin ich nicht im RuhrCongress anwesend und kann daher nur die Berichte und Tweets von beispielsweise @cn3d, @derblauekanal und @ruhrpoet als Grundlage verwenden – das sind jedoch Quellen die über jeden Verdacht erhaben sind.

07:36 Uhr: Der Artikel Jahreshauptversammlung des VfL Bochum: Halber Aufsichtsrat um Boss Werner Altegoer zurückgetreten, Frank Goosen aber gewählt wurde aktualisiert, da bekannt wurde, dass auch Horst Christopeit von seinem Amt als Aufsichtsratsmitglied zurückgetreten ist.

02:11 Uhr: Ein neuer Artikel zur Thematik wurde veröffentlicht: Jahreshauptversammlung des VfL Bochum: Halber Aufsichtsrat um Boss Werner Altegoer zurückgetreten, Frank Goosen aber gewählt.

01:24 Uhr: Der VfL Bochum hat auf seiner Website inzwischen auch eine dürre Mitteilung zu den heutigen Vorkommnissen veröffentlicht.

00:32 Uhr: Auch die eingereichten Anträge zur Mitgliederversammlung wurden diskutiert. Der Antrag zum Stimmrecht des Fanvertreters wurde jedoch aus formellen Gründen (zu spät eingereicht) abgelehnt, die anderen Anträge von „Wir sind VfL“ wurden von Vertretern der gleichnamigen Fan-Initiative aufgrund der neuen Lage zurückgezogen worden.

Werner Altegoer beendete die Versammlung und von Günter Pohl, dem VfL Bochum-Urgestein bei Radio Bochum, gibt es einen O-Ton zur Situation:

„Der Verein ist seit heute im Arsch.“
Quelle: derblauekanal

00:07 Uhr: Nach dem Wortgefecht ging es regulär in der Tagesordnung weiter: Der Wahlausschuss sollte gewählt werden. Hier gab es dann gleich von Anfang eine geheime Wahl, so dass die Auszählung zu einer Pause genutzt wurde um über die Geschehnisse zu reflektieren. Noch während der Auszählung ging es auch gleich weiter – und zwar mit den geplanten Ehrungen. So erhielt der bereits erwähnte Ottokar Wüst für 75(!) Jahre Mitgliedschaft geehrt.

In den Wahlausschuss wurden gewählt Bernhörster, Kliß (deren Kandidatur von der Initiative „Wir sind VfL“ unterstützt wurde – siehe hier im Pottblog) und Mitschke. Rolfes wurde nicht gewählt.

23:55 Uhr: Auch Ottokar Wüst, der Vorgänger von Werner Altegoer und Ehrenpräsident des VfL Bochums, ergriff das Wort. Ergänzend muss dazu erwähnt werden, dass Altegoer und Wüst wohl nicht die besten Freunde sind (um es mal harmlos auszudrücken)…

Wüst sprach die gravierenden Fehler der letzten Jahre an (u.a. die Entlassung von Stefan Kuntz) und forderte eine außerordentliche Mitgliederversammlumg um einen neuen Aufsichtsrat zu wählen. Altegoer konterte:

„Ich weiß auch von den Fehlern, die Du gemacht hast!“
Quelle: @cn3d

23:40 Uhr: Nach dem spontanen Rücktritt Werner Altegoers schlossen sich mindestens die Aufsichtsratsmitglieder Volker Goldmann, Heinz Hossiep und Gerd Kirchhoff an. Frank Goosen versuchte die Zurückgetretenen zu überreden die Entscheidung zu überdenken:

„Soll ich dat jetzt alleine machen?“
Quelle: @ruhrpoet

23:32 Uhr: Wie es zum Rücktritt von Werner Altegoer kam:
Bei den Vorträgen des Vorstandes (Ansgar Schwenken für die Finanzen und Thomas Ernst für den sportlichen Bereich) wurde auf die aktuelle Situation des VfL Bochums hingewiesen: Zwar sei der Verein schuldenfrei, aber der Abstieg in die 2. Bundesliga bedeutet Mindereinnahmen von von 15 Millionen Euro, so dass es eine Unterdeckung von 2,6 Millionen Euro gibt.

In Folge dessen kam es zur Fragerunde, die Kommentatoren zufolge teilweise eher eine Comedy-Show als ernsthaftes Interesse war. Danach sollte dann tagesordnungsgemäß der Vorstand entlastet werden, wobei hier auch im Vorfeld ein Rücktritt des sportlichen Vorstandes Thomas Ernst gefordert wurde. Nach Auskunft des Tagungspräsidiums wurde der Vorstand knapp entlastet, was jedoch aufgrund der zahlreichen Enthaltungen und Nein-Stimmen von vielen im Publikum angezweifelt wurde. Die Auszählung die eine knappe Entlastung des Vorstandes ergab, sollte nicht kontrolliert werden.

Die Aufforderung das ganze durch eine Gegenprobe zu bestätigen wurde vom Aufsichtsratchef Altegoer abgelehnt. Benjamin Mikfeld forderte eine schriftliche Abstimmung, jedoch erklärte Prof. Dr. Klaus-Peter Schütt, der stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats, dass der Wahlgang demokratisch gewesen sei, was jedoch von vielen Mitgliedern bezweifelt wurde.

Nachdem die Mitglieder auf eine Wiederholung drängten gab Altegoer nach und – welch Überraschung nach dieser Vorgehensweise – die „Nein“-Stimmen waren diesmal nicht nur optisch in der Mehrheit sondern auch zahlenmäßig. Aufgrund der nicht erfolgten Entlastung des Vorstandes erklärte Werner Altegoer seinen Rücktritt.

23:12 Uhr: Auch DerWesten berichtet inzwischen über den VfL Bochum und den Rücktritt von Werner Altegoer: Bochums Aufsichtsrats-Chef Altegoer tritt zurück.

23:10 Uhr: Ganz ohne Aufsichtsrat ist der VfL Bochum nicht: Frank Goosen, der erst vor kurzem als Aufsichtsratsmitglied (auf Vorschlag von Werner Altegoer) nominiert wurde, wurde in den Aufsichtsrat gewählt.

PS: Das Foto von Werner Altegoer wurde vom VfL Bochum zur Verfügung gestellt.


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