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Jens Matheuszik — 29. August 2010, 14:20 Uhr

Warum ich kein HD+ empfangen will; gelöschtes Aufklärungsvideo zu HD+


Inzwischen habe ich die eine oder andere Sendung im hochauflösenden Format HDTV gesehen. Selber habe ich zwar keinen geeigneten Fernseher dafür, aber meine Mutter hat nicht nur einen HD ready-Fernseher, sondern mit dem Aldi Medion Life E24003/MD26001 auch einen HD-Receiver, auf dem ich beispielsweise das eine oder andere Spiel der Fußball-WM in hochauflösender Form gesehen habe.

Ja, das HD-Bild ist schon deutlich besser – dummerweise senden momentan nicht so viele Sender im HD-Format. Eigentlich nur ein paar öffentlich-rechtliche Sender (primär ARD und ZDF), aber schon bei den dritten Programmen (aber auch beim gar nicht mal schlechten ZDFneo) gibt es kein HD. Als Sky-Kunde könnte man sich natürlich für 10,- Euro mehr im Monat die HD-Kanäle freischalten lassen, aber solange nicht gewährleistet ist, dass ich jedes Borussia Dortmund- bzw. jedes Bundesliga-Spiel in HD-Auflösung sehen kann (denn momentan sendet Sky nur einzelne Spiele im HD-Format), fände ich das auch nicht so toll.

Die privaten Fernsehsender hatten zwar zum Teil vor einigen Jahren sich schon mal an HDTV ausprobiert, das ganze scheiterte jedoch – denn vor einigen Jahren gab es kaum HD-fähige Fernseher. Seit einiger Zeit gibt es das so genannte HD+, über den diverse Privatsender ihre Sender in HD-Auflösung ausstrahlen ((wiewohl nur ein Bruchteil der Sendungen „richtiges“ HDTV ist)).

Der oben verlinkte Wikipedia-Eintrag beschreibt meiner Meinung nach relativ gut, warum HD+ eigentlich eher HD (drei dicke Minuszeichen hintereinander…) heißen müsste (die Hervorhebungen stammt von mir):

Mit Hilfe der HD+-Technik können die Sender Aufnahmen reglementieren oder ganz unterbinden. Sie können für jede einzelne Sendung

  • die Aufnahme gänzlich unterbinden.
  • die Wiedergabe von TV-Aufnahmen zeitlich begrenzen (zwischen sechs Stunden und 61 Tagen) (Zeitliche Begrenzung von Aufnahmen als Restriktion wird allerdings von den Sendern momentan nicht angewendet)
  • zeitversetztes Fernsehen gänzlich unterbinden oder begrenzen (zum Beispiel nur bis 90 Minuten nach Sendungsende)
  • TV-Aufnahmen unter Einsatz des individuellen Keys des DVB-Recoders an das jeweilige Gerät binden, die dann nicht von anderen Geräten wiedergegeben werden können. Auch das Aufzeichnen auf einer externen Festplatte kann verhindert werden.
  • das Vorspulen (z. B. zur Unterdrückung der Werbung) gänzlich unterbinden. ProSieben und Sat.1 haben bereits angekündigt, bei der Wiedergabe von HD+-Mitschnitten das Überspringen bzw. schnelle Vorspulen der Werbung zu verhindern, RTL und VOX erlauben gar nur Echtzeit-Wiedergabe – verbieten also grundsätzlich das Spulen.
  • festlegen, ob und in welcher Auflösung (evtl. Downscaling auf SDTV) die Videoausgabe über den analogen Ausgang (z. B. SCART) erfolgen soll und ob diese mit einem Kopierschutz (Macrovision) versehen wird, wie etwa bei HDTV-Sendungen.

Sprich: Meiner Meinung nach wird man mit HD+ entmündigt und kann selber nicht mehr entscheiden, wie man seinen Fernseher nutzt. Insofern hoffe ich, dass HD+ sich nicht durchsetzen wird.

Wie ich jetzt gerade aktuell auf HD+ komme? Unter xxhdplusxx.wordpress.com gibt es ein Video, welches anschaulich klar macht, welche Nachteile mit HD+ verbunden sind. Dieses Video wurde – wie areadvd.de berichtete ((worauf ich dank netzpolitik.org aufmerksam wurde)) – „wurde von YouTube mit einem Hinweis auf einen ‚Urheberrechtsanspruch der HD PLUS GmbH‘ gelöscht.“

Ah ja… inzwischen ist das Video wieder zu sehen und ich kann nur empfehlen, da mal ‚reinzuschauen. Vor allem wenn man sich demnächst einen HD-Receiver holen will. Denn ein Modell mit HD+ muss es meiner Meinung nach nicht wirklich sein…

PS: Bei T-Online wird über die Unbekannten, die Front gegen HD+ machen berichtet und von „Insidern“ erzählt, denen man eine Nähe zu ARD und ZDF nachsagt – beide Sender strahlen bekanntlich HDTV unverschlüsselt (und ohne Rechtegängelung und Entmündigung des Zuschauers) aus.


15 Kommentare »

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