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Jens Matheuszik — 15. August 2010, 20:15 Uhr

Loveparade-Katastrophe: Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland windet sich im WDR-Kreuzverhör


Wie gestern berichtet, war Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) gestern im WDR-Kreuzverhör, welches heute abend im WDR-Fernsehen ausgestrahlt wurde.

Sauerland stellte sich dabei den Fragen der WDR-Moderatoren Gabi Ludwig und Jörg Schönenborn und zeigte sich deutlich betroffen und mitgenommen von der Tragödie. Doch gab es nicht viel Neues zu berichten: Sauerland vermied ein Schuldbekenntnis und sieht sich als Getriebener.

Dass er sich meiner Meinung nach in einem Detail falsch äußerte ((die Reihenfolge der veranstaltenden Städte des Ruhrgebietes)) sei mal dahingestellt, das kann in so einer nervösen Situation passieren (und eventuell irre ich mich auch da). Jedoch hat Sauerland auf viele Fragen eher ausweichend geantwortet. Es gab auch nicht wirklich viel Neues, was man aus diesem Gespräch mitnehmen konnte, außer dass die Stadtverwaltung keine Kenntnisse über die Toten und deren Angehörigen hat und somit gar nicht – außer in einem Fall – kondolieren kann.

Ich nehme ihm natürlich seine tiefe Betroffenheit ab und glaube schon, dass er natürlich eine Aufklärung wünscht. Nur dass er vielleicht nicht ganz so dafür geeignet ist, dass er als Oberbürgermeister auch seine Stadt öffentlich repräsentieren muss – das ignoriert er dabei geflissentlich. Inwiefern eine Aufklärung durch ihn bzw. die Stadt selber vernünftig abläuft, kann man bezweifeln – denn das Gutachten, welches eine Rechtsanwaltskanzlei im Auftrag der Stadt erstellt hat, zeigt zu mindestens im öffentlich bekannt gewordenen Teil, dass die Stadt kaum eine Schuld treffen würde. In den weitaus umfangreicheren Anhängen sieht es dem Spiegel nach jedoch ganz anders aus. Auch die Beauftragung eines PR-Experten (hat man diesem das WDR-Gespräch zu verdanken?) spricht nicht unbedingt für eine bedingungslose Aufklärung.

Schlussendlich bedeutet sein Festhalten am Amt des Oberbürgermeisters bis zur endgültigen Aufklärung, dass er wohl auf Jahre nicht eine persönliche Konsequenz ziehen wird, denn es ist davon auszugehen, dass die Aufklärungsarbeit noch sehr lange andauern wird. Nicht umsonst werden daher seine Aussagen eher als ein „Kleben am Stuhl“ denn als Wille zur Aufklärung angesehen werden.

Die Frage die sich mir stellt: Tut sich Adolf Sauerland damit selbst (und auch seiner Familie!) einen Gefallen?

PS: Das oben verwendete Bild von Adolf Sauerland von Xtranews stammt ursprünglich aus dem Flickr-Account Xtranews und steht unter CC-BY-Lizenz.


3 Kommentare »

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