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Jens Matheuszik — 1. Juli 2010, 16:08 Uhr

Was brachte Flattr dem Pottblog & Co. im Juni 2010, Datenschutz (auch bei Facebook), vernünftige Nutzung


pottblog.deSeit Anfang Juni 2010 (siehe die dazugehörige Hausmitteilung) nutze ich den so genannten Micro-Payment-Service namens Flattr hier im Pottblog.

Der Wikipedia-Eintrag zu Flattr beschreibt das Prinzip eigentlich schon recht gut:

„Flattr ist ein Social Payment-Service […] bei dem der Benutzer monatlich einen frei wählbaren Abonnementsbetrag auf ein Konto einbezahlt. Die Medienanbieter platzieren auf ihrer Website einen Flattr-Button, den der Nutzer anklicken kann, wenn ihm der Internet-Inhalt gefällt. Am Monatsende wird der Abonnementsbetrag des Nutzers gemäß seinen Klicks an die Medienanbieter verteilt.“

Flattr erlebt momentan eine Art kleinen Boom, auf immer mehr Internet-Seiten sieht man den orange-grünen Button – entweder in der etwas „bulligeren“ fast quadratischen Form (siehe links1) oder aber die etwas dezentere kompakte Variante (siehe rechts2), die sich seit der Nutzung von Flattr auch unterhalb jedes Pottblog-Artikels findet:


(von: Ampelkoalition (SPD, FDP, Grüne) in Nordrhein-Westfalen: Gescheitert noch vor Beginn #ltw10)

Klassischerweise bietet sich ein solches System vor allem für Blogs an und zahlreiche der Blogs die ich lese nutzen inzwischen Flattr – zuletzt habe ich es beispielsweise bei Christian, Michel, Stefan oder beim Oslog.tv-Videoblog von Lukas und Stefan gesehen.

Doch auch die Internetauftritte von Zeitungen nutzen teilweise schon Flattr – hier sei beispielsweise der Vorreiter, die tageszeitung (taz) genannt oder aber die Wochenzeitung Der Freitag. Dort ist beispielsweise der Artikel Präsident der Panik (zur Wahl von Christian Wulff zum Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland) bereits zweimal „geflattert“3 worden.

Teilweise werden damit sogar richtig große Summen erzielt – die Flattr-Einnahmen von netzpolitik.org im Juni 2010 sind mit über 570 Euro jetzt nicht gerade das, was ich als wenig bezeichnen würde. Doch bevor ich jetzt zum genauen Gegenteil (den Pottblog-Einnahmen via Flattr… *grins*) komme, will ich noch auf ein paar andere Sachen eingehen:

Datenschutz

Sobald in Deutschland ein neuer innovativer Dienst startet, gibt es natürlich immer wieder Bedenken die an die Öffentlichkeit herangetragen werden, ob das ganze denn überhaupt so richtig sei und mit den Gesetzen insbesondere in Bezug auf den Datenschutz konform gehen würde. Ich will hier sicherlich keine Mark Zuckerberg’schen Positionen über die Sinnhaftigkeit von Datenschutz führen, da der Facebook-Gründer hier meiner Meinung nach ein doch etwas anderes Verständnis hat, als ich es persönlich für richtig halte.

Zurück zu Flattr: Auch hier gibt es teilweise datenschutzrechtliche Bedenken, wobei das ganze mal wieder getreu dem Motto „Zwei Juristen, drei Meinungen“ nicht ganz eindeutig ist. So wird zum Beispiel kritisiert, dass Flattr Daten der Besucher erhebt – was ja irgendwie der Sinn der Sache ist. Fraglich ist aber, ob das jetzt beispielsweise nur bei Flattr-Nutzern geschieht (die das ja an sich bei der Flattr-Anmeldung sicherlich mit einem sinngemäßen „Ja, ich habe die AGB gelesen!“ bestätigt haben…) oder auch bei nicht bei Flattr angemeldeten Nutzern.

Ähnliches gilt ja auch für den „I like“-Button von Facebook und in letzter Konsequenz wohl auch für den Twitter-TweetMeMe-Button … beides Dinge, die ich (siehe Screenshot oben) auch gerne nutze. 😉

Mögliche Alternative?

Daher bin ich zum Beispiel am Überlegen, ob ich diese Buttons ggf. anders einbinde. Mir schwebt da so etwas vor, dass ich beispielsweise unterhalb der Blogbeiträge Links anbiete die mit „Diesen Beitrag bei Facebook/Twitter empfehlen“ oder „Dieser Text ist mir bei Flattr was wert“ beschriftet werden. Falls ich diese Links (was wahrscheinlich wäre) mit Grafiken versehe, dann würde ich hier jedoch die Grafiken lokal vom Pottblog-Server und nicht von Facebook, Flattr & Co. aus laden. Da neben dann noch einen Infolink, der erklärt was passiert, wenn man darauf klickt.

Und zwar sollte folgendes passieren:
Sollte man drauf klicken, dann öffnet sich ein kleines Fenster (oder eine neue Seite, ein neuer Tab usw. – müsste man schauen, wie man das am besten hinbekommt, ohne dass Werbeblocker Alarm schreien). Und in diesem – bewusst vom Besucher – aufgerufenen Fenster sind dann die entsprechenden Codes für Facebook, Flattr, Twitter & Co. enthalten. Die Kür wäre es natürlich, wenn man es hinbekommen würde, dass quasi bei Aufruf dieser neuen Seite der entsprechende Button („Gefällt mir“ bei Facebook usw.) schon automatisch angeklickt ist. Ob das aber überhaupt geht, müsste man mit JavaScript-Experten abklären.

Vernünftige Nutzung

Ich bin ja selber auch Flattr-Nutzer und flattere diverse Beiträge. Dabei habe ich jetzt aktuell bzw. auch im letzten Monat zwei Probleme festgestellt – sowohl allgemein für die Flattr-Nutzer, die andere Beiträge flattern als auch für Webseitenbetreiber die Flattr auf ihren Seiten anbieten.

Ungerechtes Flattern von Seitenbesuchern wie mir

Meine monatliche Flattr-Summe wird ja je nach Anzahl der Flattr-Klicks aufgeteilt. Ende Mai wird das für einige Blogger die Flattr genutzt haben sich wirklich ausgezahlt haben – denn meine eingezahlte Summe wurde mit nur einer handvoll von Flattr-Klicks verteilt. Wenn ich das mal so überschlage, dürfte das mehr als 1,- Euro pro Klick gewesen sein.

Das Problem was ich damals hatte war folgendes: Ende Mai, gerade endlich (nach ein paar Problemen – Flattr ist ja in der Beta-Phase) angemeldet und dann musste ich schnell flattern, hatte aber gar nicht so viel Zeit und mir auch gar nicht in den Vorwochen die Artikel gemerkt, die ich für flatterwürdig halte. Daher haben dann im Mai halt einige wenige Beiträge ein paar größere Summen von mir erhalten (wenn man bedenkt, dass der durchschnittliche Flattr-Klick eher was im Cent-Bereich wert ist).

Doch auch jetzt im vergangenen Juni hatte ich das Problem – anfangs des Monats war ich sehr sparsam mit der Flattr-Nutzung, denn ich wollte ja nicht alles sofort flattern, was da so interessantes ist, denn ansonsten würde ich ja eventuell noch zu erwartende Highlights Ende Juni gar nicht mehr adäquat berücksichtigen können. Denn je mehr ich flattere, umso weniger Geld kommt dabei für die einzelnen Beiträge herum.

Das gipfelte dann am Abend des 30. Juni 2010 darin, dass ich festgestellt habe, dass ich sehr „konservativ“ geflattert habe und schnell noch einige Beiträge die ich gut fand, nachgeflattert habe. Ich sehe da schon die Tendenz, dass man demnächst tolle Blogbeiträge am besten kurz vor Monatsende bringt, weil da dann eventuell die Flattr-Bereitschaft größer ist. 😉

Was soll man zum Flattern bereitstellen, was nicht?

Inzwischen bietet das Flattr-Plugin, welches ich hier für WordPress (die Technik, die hinter dem Pottblog steckt) nutze, auch die Möglichkeit an, einzelne Blogbeiträge eben nicht automatisch mit einem Flattr-Button zu versehen. Anfangs hatte ich diese Funktion vermisst und wollte damit beispielsweise die „Links anne Ruhr“ ausschließen. Gut, dass das damals nicht ging – denn inzwischen denke ich schon, dass die Vorselektion von mehreren hundert RSS-Quellen auch irgendwie eine gewisse Art der Leistung ist und eine Zusammenstellung (und vor allem auch Kommentierung) von Links auch ggf. flatterwürdig ist. Ein- bis zweimal waren auch Pottblog-Leser dieser Meinung… 😉
Aber bei anderen Beiträgen wird es schon spannender – verlinke ich ein tolles YouTube-Video: Darf ich das dann mit einem Flattr-Button versehen, wenn das Video nicht von mir stammt? Oder muss ich da erst noch einen Kontext drumrum aufbauen, der dann wieder eine gewisse Eigenleistung bedeutet, die wiederum ggf. flatterwürdig wäre?

Falsches Flattern

Eine Sache hat mich bei Flattr geärgert: Da habe ich – fast zu Beginn meiner Flattr-Zeit – einen Beitrag geschrieben, den ich persönlich für eine bestimmte Zielgruppe für sehr wertvoll halte und der auch nicht umsonst bei Google sehr weit oben bei entsprechenden Suchworten gelistet ist. Ich bin der Meinung, dass mit diesem Beitrag einigen Leuten gut geholfen werden kann.

Just dieser Beitrag, der auch einen Flattr-Button aufwies, wurde auch verlinkt. Unter anderem von einem Blog mit einem Flattr-Button. Faszinierenderweise hat jedoch das andere Blog, welches eigentlich nur kurz aus meinem Beitrag sinngemäß zitierte und den Link zu mir anbot mehr Flattr-Klicks als der eigentliche Beitrag. Wäre für mich irgendwie so, als wenn ich im Rahmen von Pay TV für die Vorschau auf einen schönen Film mehr zahlen würde als für den Film an sich.
Das ist natürlich nicht der „Fehler“ des anderen Blogs4, sondern der Flattr-Nutzer dort – aber ich denke dieses Problem könnte öfters aufpassen. Gerade wenn größere Blogs, die Flattr nutzen, jemanden verlinken, wird es wahrscheinlich so sein, dass die reine Verlinkung mehr Flattr-Klicks erzeugen wird als der eigentlich verlinkte Beitrag.

Da lasse ich mich aber auch gerne vom Gegenteil überzeugen. 😉

Flattr-Einnahmen im Juni 2010

Jetzt endlich komme ich zum eigentlichen Thema dieses Beitrages bzw. zu dem, was mich dazu animiert hat, allgemein was zu schreiben… die Flattr-Einnahmen im Pottblog (und in anderen Blogs bzw. auf anderen Seiten) im Juni 2010. Netterweise hat Carta nicht nur die eigene Summe (201,33 Euro) genannt, sondern auch eine kleine Übersicht erstellt, die ich mal eben zitiere:

Pottblog bei Flattr im Juni 2010

Insgesamt 65 mal wurden Beiträge des Pottblogs im Juni 2010 geflattert. Insgesamt gab es 14,84 Euro dafür, das macht durchschnittlich 0,22 Euro pro Klick. Das jedoch die Anzahl der Klicks nicht entscheidend ist, sieht man am oben verlinkten Beispiel (mit dem Screenshot). Dieser Artikel hat mir mit 5 Flattr-Klicks am meisten eingebracht (2,89 Euro), während andere Artikel mehr Flattr-Klicks aufwiesen, aber dafür weniger Geld bedeuteten. Was natürlich am Flattr-Modell liegt.

Es ist jetzt leider nicht so wie bei Till, dass ich mit diesen Flattr-Einnahmen meine Hosting-Kosten für das Pottblog wieder herausgeholt habe5, aber ich denke das ist auf einem guten Weg.

Allgemeines Pottblog-Flattern

Bisher konnte man im Pottblog „nur“ jeweils einzelne Beiträge flattern. Während ich noch weiter über den Relaunch des Pottblog-Layouts nachdenke habe ich jetzt standardmäßig auf allen Pottblog-Seiten oben links (wo bisher ein Verweis auf die SchachtZeichen war, die jedoch inzwischen de facto Geschichte sind) einen allgemeinen Flattr-Button eingebunden, der für das Pottblog in Gänze gilt.

In Kürze kommt da noch ein allgemeiner Informationslink hin, damit man auch weiß, was Flattr überhaupt ist und hoffentlich ist dann da auch mal die störende 0 weg. 😉

  1. klickt man drauf, dann landet man bei Flattr und kann direkt für das Pottblog an sich als ganzes (und keinen einzelnen Beitrag) seine Wertschätzung ausdrücken []
  2. klickt man drauf, dann landet man bei Flattr und kann direkt für das Pottblog an sich als ganzes (und keinen einzelnen Beitrag) seine Wertschätzung ausdrücken []
  3. geflattrt? gefleddert? wie auch immer… []
  4. dennoch nenne ich keine Namen []
  5. das wäre der Fall gewesen, wenn ich noch zu alten Konditionen, vor diversen Server-Wechseln, das Pottblog betreiben würde… []

11 Kommentare »

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  1. (1) Kommentar by Andreas @ 1. Juli 2010, 17:24 Uhr

    Heyh, wie ich sehe, ist die Null ja schon weg. Und du hast Recht, die Anzahl der Klicks sagt nichts aus. Das macht es spannend, aber auch unberechenbar. Nur soviel: Bei mir waren die Klicks mehr wert 😉 Also im Schnitt


  2. (2) Trackback by Nics Bloghaus II @ 1. Juli 2010, 23:35 Uhr

    Flattr-haftes…

    Flattr-Logo Heute fand ich zufällig bei immerhin vier von den Blog, die ich täglich lese, eine Abrechnung von Flattr: Netzpolitik.org scheint den Rekord zu halten mit 576,53 Euro Einnahme im Monat Juni. Stefan Niggemeier hat 352,89 Euro bekom…


  3. (3) Kommentar by Jens @ 2. Juli 2010, 00:18 Uhr

    @Andreas (1):
    Wir wollen vollständige Transparenz. :)


  4. (4) Kommentar by Karlheinz Stannies @ 2. Juli 2010, 17:07 Uhr

    So, so .. da hast Du also einen tofften Beitrag geschrieben, lieber Jens. Und ein anderer Blog, der eigentlich nur auf Pottblog hinwies und verlinkte, bekam mehr Cents dafür geflattert? Und das ärgert Dich?

    Mich erinnert das sehr an die Leistungsschutz-Debatte.

    Netzpolitisch korrekt müsste ich Dir nun sagen: Reg‘ Dich nicht auf, lieber Jens, der Du die Arbeit und den Hirnschmalz hattest, gönne den anderen, die nur verlinken und damit von Deinen Ideen leben, den größeren Erfolg – welchen Netizen interessieren denn schon Geld und Flatterei, immerhin hat der andere Blog auf Dich verlinkt und Dir damit Besucher und Klicks gebracht .. ;o)

    Sei froh, dass Du dafür nicht zahlen sollst ..*gg


  5. (5) Kommentar by Jens @ 7. Juli 2010, 22:44 Uhr

    @Karlheinz Stannies (4):
    Nicht alles was hinkt ist ein Vergleich… :)

    Wobei ich sagen muss, dass ich diese Äpfel/Birnen-Parallele interessant finde. Nur muss man bedenken, dass das andere Blog auch größer ist und es somit eigentlich fast schon der reinen Logik entspricht, dass dort mehr geflattert wurde als bei mir.


  6. (6) Kommentar by Dennis Farin @ 10. Juli 2010, 22:32 Uhr

    Was ich bisher bei Flattr noch nicht so ganz verstanden habe, man kann bei Flattr direkt Beiträge eingeben, ähnlich wie Twitter, sollten somit nicht die Beiträge die mann selbst verfasst und mit einem Flattr Button versehen hat nicht auch automatisch dort stehen ?
    Oder sehe ich die Beiträge erst dann bei Flattr wenn ein „Fremder“ für mich gflattert hat ?


  7. (7) Kommentar by Jens @ 17. Juli 2010, 16:40 Uhr

    @Dennis Farin (6):
    Also bei mir läuft es so, dass neue Beiträge automatisch den Flattr-Button bekommen (über das Flattr-Plugin für WordPress).
    Dort stehen auch ganz neue Beiträge, aber das bezieht sich wohl auf alle Flattr-Nutzer.


  8. (8) Pingback by Ich mag Flattr nicht - Berlin Now! @ 18. Juli 2010, 02:57 Uhr

    […] Tag legt. Pottblog z.B. scheint das System selbst nicht verstanden zu haben, meckert aber schon. Dort heißt es Falsches […]


  9. (9) Pingback by Flattr im Pottblog im Juli 2010 » Pottblog @ 1. August 2010, 15:54 Uhr

    […] Lied “Jetzt erst recht!”Hausmitteilung: WordPress aktualisiert, Flattr und das LayoutWas brachte Flattr dem Pottblog & Co. im Juni 2010, Datenschutz (auch bei Facebook), vernü…Bochum Total findet vom 3. bis 6. Juli 2008 stattMehr Kryptik: 31. Juli […]


  10. (10) Pingback by Meine flattr Einnahmen im Juni | e13.de @ 24. September 2010, 15:17 Uhr

    […] das keine Reichtümer, wie sie im Lawblog oder gar bei der taz angefallen sind. Mehr so Richtung Pottblog. Aber ich habe natürlich auch nicht mit deren Schlagzahl gebloggt bzw. veröffentlicht und noch […]


  11. (11) Pingback by Flattr im September, Kachingle ab Oktober: Social Payment im Pottblog » Pottblog @ 3. Oktober 2010, 13:23 Uhr

    […] man sich die Einnahmen der vergangenen Monate (Juni, Juli und August) anschaut, dann sieht man ein stetiges Rauf und Runter. Zuletzt jedoch eher runter […]


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