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Jens Matheuszik — 8. Juni 2010, 22:22 Uhr

Scheiterte die RuhrStadt Herne am Starrsinn der CDU?


Die Vorlage 2010/0346 für die heutige Sitzung des Rates der Stadt Herne hatte es in sich. Die CDU-Fraktion im Rat der Stadt Herne stellte einen „Antrag auf Führung des Namens RuhrStadt Herne“ (siehe PDF-Antrag).

Der Begriff „RuhrStadt“ stammt von der Initiative RuhrStadt, die sich dem Gedanken des geeinten Ruhrgebietes widmet. Als Anfang April eine RuhrStadt Herne-Flagge der Stadt Herne übergeben wurde, waren Vertreteter der SPD, der Grünen und der FDP dabei, was Uwe Knüpfer (von der Initiative) dazu bewegte, von der RuhrStadt-Ampelkoalition zu sprechen.

Somit wäre eigentlich eine deutliche Mehrheit im Stadtrat für den Beschlussvorschlag wahrscheinlich gewesen. Diese wäre auch notwendig, da die Gemeindeordnung nicht nur eine Dreiviertel-Mehrheit vorschreibt, sondern dann auch noch eine Genehmigung durch den Innenminister.

Doch muss der derzeit noch amtierende Innenminister Ingo Wolf (FDP) nicht gefragt werden, denn wie man unter anderem heute nachmittag bei Twitter und auch bei DerWesten erfuhren konnte, war der Antrag nicht erfolgreich. Im verlinkten Artikel heißt es wie folgt:

Dem [Antrag; Anm. d. Bloggers] machte die Mehrheit (vorerst) einen Strich durch die Rechnung. Für den Prozess „RuhrStadt Herne“, so SPD-Fraktionschef Frank Dudda, müsse man sich Zeit nehmen: „Wir sind nicht bereit, hoppladihopp und ohne Rücksicht auf Verluste den Namen der Stadt zu ändern“. Straßenschilder, Personalausweise oder Briefbögen müssten etwa geändert werden, die Kosten hierfür bezifferte OB Horst Schiereck „im ersten Schritt“ auf rund 80 000 Euro.

Der Antrag war nach Auskunft von Dirk Gleba (via Twitter), der für die Grünen im Rat der Stadt Herne sitzt, nicht erfolgreich, da die CDU stur auf eine 1:1-Umsetzung ihres Antrages bestand. So wollte man sofort gemäß § 13 (1) S. 2 der Gemeindeordnung NRW den Namen ändern und war nicht bereit eine Diskussion in den jeweiligen Bezirksvertretungen abzuwarten, die sich dazu sicherlich auch noch hätten äußern wollen. Auch der Kompromiß das Wort „RuhrStadt“ zusätzlich, aber erstmal ohne offizielle Namensänderung, zu nutzen, wurde seitens der CDU abgelehnt.

Wahrscheinlich würde hier jetzt heute ein Beitrag namens Herne wird zur RuhrStadt Herne stehen, wenn man seitens der CDU-Fraktion der Stadt Herne etwas kompromissbereiter gewesen wäre. Somit hat man jetzt der meiner Meinung nach guten Idee der RuhrStadt eher geschadet als genutzt.


11 Kommentare »

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  1. (1) Kommentar by Andreas F. @ 9. Juni 2010, 08:06 Uhr

    Gut für Herne.

    Denn das Wort „RuhrStadt“ (mit Binnenversalie, also dem großem S mitten im Wort) ist an sich nicht nur falsch sondern tut mir jedesmal beim lesen in den Augen weh, auch wenn einige Werber und Marketingdroiden das momentan ganz „hipp“ finden – es wird aber trotzdem eine vergängliche und bereits überstrapazierte Modeerscheinung bleiben.


  2. (2) Kommentar by Thorsten @ 9. Juni 2010, 08:34 Uhr

    Und wenn wir mal ehrlich sind: So richtig anne Ruhr liegt Herne dann doch nicht. Eher am Rhein-Herne-Kanal bzw. anne Emscher.


  3. (3) Kommentar by Thomas @ 9. Juni 2010, 10:36 Uhr

    „Und wenn wir mal ehrlich sind: So richtig anne Ruhr liegt Herne dann doch nicht. Eher am Rhein-Herne-Kanal bzw. anne Emscher.“

    Was aber unerheblich ist, denn wir leben im Ruhrgebiet und es gilt gemeinsam die Interessen aller im Ruhrgebiet zu vertreten.


  4. (4) Kommentar by Andreas F. @ 9. Juni 2010, 11:08 Uhr

    Richtig, wir leben im Ruhrgebiet, und nicht im RuhrGebiet oder der RuhrStadt.

    „Ruhrstadt“ bedeutet dem ursprünglichen Sinn nach „Stadt an der Ruhr“ und nicht „Stadt im Ruhrgebiet“.

    Für Herne dagegen würde „Stadt an der Emscher“ also „Emscherstadt“ als Namenszusatz besser passen.

    In ein paar Jahren, wenn sich die Emscher wieder von der Kloake zum Schmuckstück gewandelt haben wird, wird der Name auch wieder populärer sein.


  5. (5) Kommentar by Thomas @ 9. Juni 2010, 12:17 Uhr

    Zitat:

    http://www.ruhr-stadt.de/?seite=aufruf/ruhr

    „Das Ruhrgebiet ist eine Stadt der Städte

    Das Ruhrgebiet ist eine Großstadt ohne Zentrum. Darin liegen Stärken und Schwächen. Es ist an der Zeit, die Stärken zu betonen. Geeint – aber auch nur dann – hat das Ruhrgebiet das Zeug, zu einer Ersten Adresse Europas zu werden. Davon profitieren alle Städte an der Ruhr und drumherum. “

    Sprich: Hier geht es um das Ruhrgebiet und nicht um die Städte die an der Ruhr liegen. Von Emscherstadt zu sprechen ist also unsinnig.


  6. (6) Kommentar by Andreas F. @ 9. Juni 2010, 12:47 Uhr

    @Thomas: Jaja…

    Tatsächlich ist das Ruhrgebiet keine Stadt, auch keine Großstadt, sondern eine Region mit dem Namen Ruhrgebiet.

    Man stärkt das Ruhrgebiet nicht dadurch, daß man es umbenennt und in eine Großstadt ohne Zentrum (also ein Gebilde ohne Herz und Kopf) verwandelt.

    Das Ruhrgebiet heisst Ruhrgebiet. Mit diesem Namen identifizieren sich die/viele Menschen.

    Wenn man die Dezentralität des Ruhrgebietes als Stärke begreift, macht es doch um so mehr keinen Sinn, daraus eine popelige Großstadt machen zu wollen.

    Statt immer wieder neue Marken (erinnert sich noch jemand an das erfolglose team-work-capital) erfinden zu wollen, sollte man die vorhanden Stärken und damit auch den vorhandenen Namen nutzen.

    Denn der Name „Ruhrgebiet“ ist eine Stärke und keine Schwäche.


  7. (7) Kommentar by Toto @ 9. Juni 2010, 17:09 Uhr

    2001 hat sich Haltern auch in das aus Tourismus-Marketingsicht schönere „Haltern am See“ geändert. Warum soll das für Herne nicht auch sinnvoll sein? Über die Schreibweise und die Sinnhaftigkeit des Namens lässt sich sicherlich streiten. Nur macht ein solcher finanzieller Akt nur Sinn, wenn dann auch mit Mehreinnahmen zu rechnen ist. Wie teuer war die Aktion Aus-Haltern-mach-„Haltern am See“?
    Was erhofft man sich von dem neuen Namen?


  8. (8) Kommentar by Thomas.X @ 9. Juni 2010, 18:25 Uhr

    Ruhrstadt, macht das noch Sinn?

    RuhrStadt Xanten, RuhrStadt Alpen ?

    Herne liegt auch nicht an der Ruhr, Warum nicht Emscherstadt.

    Dorsten wird dann zur Lppestadt?


  9. (9) Kommentar by Jens @ 11. Juni 2010, 22:22 Uhr

    @Andreas F. (1):
    Im Grunde genommen gebe ich Dir bzgl. der Binnenversalie (ich bevorzuge die Bezeichnung Binnenmajuskel *g*) recht. Nur die Idee, die dahinter steckt, hat meiner Meinung nach sehr sehr großen Charme.

    @Thorsten (2):
    Man muss ja nicht kleinlich sein, es geht ja um’s gesamte Ruhrgebiet an sich (siehe auch den Kommentar von Thomas (3)).

    @Andreas F. (6):
    Namen sind ja auch Schall und Rauch. Ich finde das, was hinter der RuhrStadt-Idee steht gut.

    @Toto (7):
    Seestadthalle klingt halt besser als Stadthalle. Aber Haltern kann man nicht als Beispiel heranziehen – die wollen ja das Ruhrgebiet und den Kreis Recklinghausen verlassen.

    @Thomas.X (8):
    Warum nicht?


  10. (10) Kommentar by Karo @ 30. Juli 2010, 20:29 Uhr

    interessant die Kommentare zur Ruhrstadt.
    Xanten liegt am Niederrhein und als solche bekannt, warum dann Xanten a.d.Ruhr ?
    Warum die Minderwertigkeitsgefuehle gegenueber dem Ruhrgebiet? Ich bin in Herne geboren und will nicht, dass aus Herne die Ruhrstadt Herne wird.
    Da sind Marketing- und Eventstrategen am Werk die das Ruhrgebiet verscherbeln wollen und ganz ganz viel Geld damit verdienen. Warum denkt Ihr, war der Druck auf Duisburg so gross, dass sie nicht Nein sagen konnten ? Weil schon viel zu viel Geld in dieses „Scheissprojekt“ Kulturstadt Ruhr gesteckt worden ist. Mein Rat: lasst Euch nicht einlullen von den Schoenrednern. Die denken nur an sich und wenn es brenzelig wird, haben sie natuerlich keine Schuld. Also: Finger weg von der Ruhrstadt oder Megastadt, Metropole Ruhr. Daraus wird dann schnell eine Metropole Ruhr AG und Ihr werdet alle an der Boerse verkauft. Alle.


  11. (11) Kommentar by Jens @ 28. August 2010, 12:43 Uhr

    @Karo (10):
    Ich denke die Verknüpfung RuhrStadt und Loveparade ist nicht wirklich passend.


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