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Jens Matheuszik — 26. Mai 2010, 22:11 Uhr

Jusos fordern Distanzierung und Entschuldigung vom frisch gewählten Landtagsabgeordneten Serdar Yüksel (SPD) aus Bochum-Wattenscheid


Serdar YükselGerade erst wurde Serdar Yüksel (siehe Bild ((welches von der Internet-Seite der SPD Bochum stammt)) ) frisch in den Landtag gewählt um den Wahlkreis 109 (Bochum III – Herne II) zu vertreten. Yüksel wurde dabei mit überzeugenden 47,3 % der Erststimmen direkt gewählt, während sein Hauptmitbewerber Dirk Schmidt von der CDU mit deutlichem Abstand und 27 % der Erststimmen auf dem zweiten Platz landete. Vielleicht lag dies auch an dem negativen Wahlkampf – denn in den letzten Tagen vor der Wahl gab es bei Dirk Schmidt zumindestens auf seiner Internet-Seite nur negative Aussagen über seine Mitbewerber.

Doch zurück zum eigentlichen Thema:
Nachdem bekannt wurde, dass die rot-grün-roten Sondierungsgespräche zwischen SPD, Grünen und der Linkspartei unter anderem an der unklaren Haltung der Linkspartei zur DDR gescheitert sind, äußerte sich Serdar Yüksel recht deutlich (siehe hier als MP3-Datei: Überraschung im SPD-Ortsverein Hamme):

„Das geht mir gelinde gesagt wirklich auf den Zeiger […]“

Diese (und die weiteren) Worte, waren für einige seiner Parteifreunde dann doch wohl etwas zu deutlich:

So erklärten die Jusos aus dem Stadtbezirk Bochum-Mitte ((und nicht von den gesamten Jusos in Bochum)) folgendes dazu in einer Pressemitteilung:

Die Jusos im Stadtbezirk Bochum-Mitte haben den neugewählten Bochumer SPD-Landtagsabgeordneten Serdar Yüksel aufgefordert, sich ausdrücklich von einer verharmlosenden Sicht auf den Unrechtsstaat DDR zu distanzieren und sich für seine Äußerungen in einem Interview mit dem WDR am 21. Mai zu entschuldigen.

Yüksel hatte dort in einer Reaktion auf das Scheitern der Gespräche mit der Linkspartei gesagt, es gehe ihm -wörtlich- „auf den Zeiger“, dass die Gespräche ausgerechnet an diesem Thema gescheitert seien. Nur weil eine Abgeordnete der Linkspartei früher „Urlaub in der Mecklenburgischen Seenplatte“ gemacht hätte und die DDR deshalb toll fände, seien die Gespräche gescheitert. „Die soll die DDR doch schön finden, wenn sie die schön findet“ so Yüksel.

Die Jusos Bochum-Mitte zeigten sich von dieser Äußerung schockiert. Der Vorsitzende Patrick Dörr: „Die DDR war eine menschenverachtende Diktatur, die so zu verharmlosen eines sozialdemokratischen Landtagsabgeordneten nicht würdig ist. Mit seinen ironischen Äußerungen beleidigt er die Opfer von Stasi und Mauer in Ost- und Westdeutschland. Wir fordern Serdar Yüksel daher nachdrücklich auf, sich zu entschuldigen.“

Dörr sagte weiter, die Mitte-Jusos würden es sich andernfalls vorbehalten, das Thema in die Gremien der Partei zu tragen und dort über Konsequenzen zu diskutieren.

Wie Serdar Yüksel hierauf reagiert konnte das Pottblog – trotz Nachfragen – bisher nicht in Erfahrung bringen. Das er jedoch öfters klare und teilweise auch drastisch empfundene Worte findet, kann man auch in einem weiteren WDR-Beitrag (Serdar Yüksel (SPD) über die NRW-Koalitionsgespräche) hören. Hier äußert sich Yüksel (ab ca. 05:10) zu einer möglichen großen Koalition unter Führung des noch amtierenden Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers (CDU) wie folgt:

„Aber eines steht für mich auch fest und das sage ich auch in aller Deutlichkeit: Ich werde meine Stimme mit Sicherheit nicht in einer großen Koalition für Jürgen Rüttgers hergeben. Eher hacke ich mir wirklich die Hand ab, bevor ich Jürgen Rüttgers hier zum Ministerpräsidenten wähle.“

Das natürlich an der SPD-Basis eine große Koalition unbeliebt ist und vor allem auch die Personalie Jürgen Rüttgers nicht gerade auf Gegenliebe stößt (um es mal harmlos auszudrücken) dürfte klar sein. Rüttgers ist zwar für viele SPD-Anhänger kein rotes Tuch wie Roland Koch, aber die „Abneigung“ ihm gegenüber dürfte ähnlich groß sein, vor allem nachdem sich Jürgen Rüttgers immer wieder versucht hat als Arbeiterführer und Nachfolger von Johannes Rau zu inszenieren. Dennoch hörte man solche Worte in dieser Klarheit eher selten – was vielleicht auch daran liegen mag, dass es sicherlich nicht zu einem positiven Gesprächsklima bei den Sondierungsverhandlungen beiträgt, wenn ein Landtagsabgeordneter sich öffentlich so äußert.


10 Kommentare »

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