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Jens Matheuszik — 17. Mai 2010, 20:07 Uhr

Online-Experiment Echo Münster schrumpft – nur der Sport bleibt


Echo MünsterDas in Münster erscheinende Online-Magazin Echo Münster, welches ein publizistisches Experiment ganz besonderer Art darstellte, hört auf so wie bisher zu existieren. Künftig wird es nur noch die tägliche (Lokal-)Sportberichterstattung geben – alle anderen Ressorts (Aktuelles, Wirtschaft, Kultur, Hochschulen und Kaleidoskop) des Online-Stadtmagazins fallen weg.

Das „Stadt-Magazin im Web 2.0“ wurde Ende November 2007 gegründet – von ehemaligen Redakteuren der Lokalausgabe der Münsterschen Zeitung (MZ), die Anfang 2007 vom Verleger Lensing-Wolff in einer Art Nacht-und-Nebel-Aktion de facto ‚rausgeschmissen und durch eine neue Redaktion ersetzt worden sind. Dieser einmalige Schritt in der deutschen Zeitungslandschaft sorgte vor über drei Jahren für viel Aufsehen.

Auch das fast ein Jahr später gestartete Stadt-Magazin im Internet, bei dem neun ehemaligen MZ-Redakteure versuchten mit ihre lokalen Verankerung im Internet ein Alternativangebot zur bisherigen Presselandschaft (und damit auch zum bisherigen Arbeitgeber) zu schaffen, sorgte für einiges an Aufsehen. Finanziert wurde das ganze einerseits von der Transfergesellschaft die der bisherige Verlag für die geschassten Redakteure gegründet hatte und von der Agentur für Arbeit. Vor einem Jahr hieß es noch, dass man sich in einem Jahr (also jetzt) selbst wirtschaftlich tragen wolle – doch dem ist wohl nicht so. Denn nach gut einem Jahr und wenigen Wochen wurde heute das de facto-Aus von Echo Münster verkündet:

[…] Wir verabschieden uns von den Ressorts Aktuelles, Wirtschaft, Kultur, Hochschulen und Kaleidoskop. Die Sportkollegen werden in gewohnter Qualität weiterhin tagesaktuell berichten
[…]
Nach zweieinhalb Jahren harter Arbeit [… wurde; Anm. d. Bloggers] die Entscheidung getroffen, diesen Aufwand unter den jetzigen Rahmenbedingungen nicht mehr fortführen zu können. Gerne gehen wir diesen Schritt nicht. Aber unter dem Druck der finanziellen Verhältnisse, verstärkt durch die allgemeine Wirtschaftskrise, bleibt uns als verlagsunabhängigem Portal derzeit keine andere Wahl. […]

Damit endet eines der interessantesten publizistischen Experimente im Internet-Bereich der vergangenen Jahre – denn Online-Portale von Großverlagen gibt es wie Sand am Meer. Ein auf eigenen Füßen stehendes Stadt-Magazin im Netz, welches im Grunde genommen selbständig versucht am Markt zu bestehen – und das bei deutlich größeren Konkurrenten – das gab es so noch nie.

Ob sich Echo Münster als reines Sportmagazin halten kann (auch wenn dort demnächst noch umfangreicher berichtet werden soll) – das halte zumindestens ich für fraglich. Ein Vorteil eines Online-Magazins ist jedoch, dass die Verantwortlichen aufgrund der Zugriffszahlen wissen müssten, welche Bereiche am meisten Leser ansprechen (womit sie den gedruckten Zeitungen um einiges voraus sind), so dass wohl davon auszugehen ist, dass man bei Echo Münster der Meinung ist, dass man am ehesten Chancen im Sportbereich hat.


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