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Jens Matheuszik — 24. April 2010, 13:50 Uhr

re:publica 2010 – was übrig blieb


Miriam Meckel re:publica 2010Inzwischen ist die re:publica 2010 schon einige Tage lang vorbei und ich sollte mal endlich vom letzten Tag der #rp10 berichten, bevor das ganze noch mehr in Vergessenheit gerät.

Insofern bin ich froh, dass ich mir ja im Kalender die ganzen Veranstaltungen notiert habe, wo ich war bzw. hingehen wollte. 😉

Aber fangen wir mal von vorne für den Freitag, den letzten rp:10-Tag, an:

Taschen, die erste

Direkt nach dem Frühstück ging es mit den gepackten Sachen zur Kalkscheune. Hier wollte ich meine Reisetasche (wie im letzten Jahr) abstellen – leider sagte man mir jedoch, dass es an der Kalkscheune keine Garderobe geben würde. Unschön – neben dem schweren Rucksack mit Rechner & Co. noch den ganzen Tag die Reisetasche mitschleppen gehörte jetzt nicht wirklich zu den Dingen, die ich machen wollte. Wenn ich vorher gewusst hätte, dass es keine Garderobe geben sollte, wäre ich eventuell eine halbe Stunde eher aufgestanden und hätte dann meine Tasche zum Bahnhof gebracht und dort ins Schließfach gestellt. Zu dem Zeitpunkt hatten jedoch schon einige dutzende re:publica-Teilnehmer ihren entsprechenden Plan mitgeteilt, so dass ich mir das ganze sparte – ich hatte nämlich keinen Bock erst zum Bahnhof hin, dann ggf. festzustellen, dass alles voll ist um dann wieder zurück zu gehen.

Also gab ich dann meine Reisetasche (um wenigstens ein paar Stunden zu überbrücken) im Friedrichstadtpalast ab, wobei hier – wie im letzten Jahr – die Dauer der Unterbringung begrenzt war, denn die re:publica-Veranstaltungen im Friedrichstadtpalast endeten um 14:00 Uhr und danach kommt man dann eigentlich nicht mehr an die Garderobe und die dort hinterlegten Sachen ‚ran. Wenigstens wies der Moderator im Friedrichstadtpalast auf dieses wichtige Zeitlimit hin – die Besucher, die zwar ihre Tasche hier hatten, aber nicht bei der ersten Session hier waren, die wussten das nicht unbedingt (was dann zum Teil ab 13:30 Uhr zu hektischen Bewegungen von der Kalkscheune in Richtung Friedrichstadtpalast sorgte, nachdem die Leute dann privat informiert worden waren)…

Erste Sessions

Die ersten drei Sessions die ich erlebte waren allesamt sehr unterschiedlich:
Während Götz Werner zum bedingungslosen Grundeinkommen eher mit Schrittgeschwindigkeit startete, ging es dann nachher richtig furios zu. Miriam Meckel (siehe Bild oben) hingegen hatte einen ganz anderen und vor allem schnelleren Vortragsstil. Meckel, die übrigens bis 2005 Staatssekretärin für Europa, Internationales und Medien der SPD-geführten nordrhein-westfälischen Landesregierung war, hat mir mit ihrem Vortrag sehr gut gefallen. Irgendwie fehlte dort jedoch das Wort Serendipity – denn genau das hat sie erklärt, aber kein einziges Mal namentlich benannt.
Direkt danach ging es dann mit einem Vortrag eines Wahlhelfers von Barack Obama weiter, der mir jedoch nicht so gut gefiel – was aber vor allem daran liegt, dass mich das latente Hillary Clinton-Bashing nicht gefiel. Ich war ja immer der Meinung, dass Hillary Clinton eine bessere Kandidatin für die Demokraten und eine bessere Präsidentin für die USA sein würde als Barack Obama.

Netzversorgung und Vulkanasche

Am dritten Tag der re:publica zeigte sich mal wieder die mangelnde Netzversorgung in Sachen WLAN. Während der Sessions im Friedrichstadtpalast versuchte ich einen Blogbeitrag schnell zu veröffentlichen, was jedoch am WLAN dort scheiterte und selbst mit dem Surfstick ging das eher schlecht als recht. Ein Vorteil hatte jedoch die schlechte Netzversorgung – man bekam einen Großteil der Vulkanasche-Witze via Twitter (#ashtag) nicht direkt mit. Dafür bekam man jedoch immer mehr Einzelschicksale mit – denn diverse Besucher der re:publica 2010 hatten Probleme mit der Rückreise, teilweise sogar richtig extreme (wegen geplanten Flügen direkt nach der re:publica).

Taschen, die zweite

Eigentlich gab es schon gemeinsame Planungen zu einem „Taschen-Flashmob“, die sich irgendwo in der Kalkscheune sammeln sollten, doch gerade beim Betreten der Kalkscheune wurde eine laut Schild „Gaderobe“ [sic!] bezeichnete Einrichtung in einem bisher ungenutzten Raum eingerichtet. Chapeau – wenigstens das hat noch geklappt. Das jedoch nachher über lautes Räuspern und auf den Stuhl klettern die Gäste der Kalkscheune darüber informiert werden mussten, dass die Garderobe im Friedrichstadtpalast jetzt gleich schließt – das hätte man irgendwie besser hinbekommen können. Das hatte zwar BarCamp-Charme, aber die re:publica ist ja kein BarCamp.

Weitere Sessions

Die nächsten Sessions die ich aufsuchte waren im Quatsch Comedy Club – und bei der ersten muss ich sagen: Leider. Denn bei der Diskussion vom Livestream zum Lifestream versuchte der Moderator betont witzig zu sein, was jedoch meiner Meinung nach nur in den ersten 10 Sekunden akzeptabel war. Ab dann nervte es.
Die Session von Felix Schwenzel (warum das Internet scheiße ist) war unterhaltsam – unterhaltsamer als es der erste Teil mit dem Co-Referat von irgendjemanden, dessen Namen ich schon nicht mehr weiß, bov vermuten ließ.

Abflug eh Abfahrt

Zwar sollte der Zug gen Ruhrgebiet erst am späteren Abend gehen, aber gerade an einem Tag mit voraussichtlichem Reisechaos kann man ja nicht früh genug am (in diesem Fall dann lieber Ost- statt Haupt-)Bahnhof sein. Außerdem konnte man so noch die Chance nutzen, sich ein wenig zu stärken (Mittagessen gab’s nicht, Abendessen auch noch nicht).

Was mich wunderte war, dass der Zug – jedenfalls „mein“ Abteil – relativ leer war. Die Berichte von anderen re:publica-Teilnehmen ließen da anderes vermuten – aber wahrscheinlich waren um kurz vor 20:00 Uhr bereits die meisten Berlin-Besucher, die dann auf Bus und Bahn umsteigen mussten, schon weg.

Abschließendes Fazit

Ich habe in irgendeinem Kommunikationsseminar mal gehört, dass bei einer Auflistung alles was vor dem magischen „aber …“ kommt als irrelevant angesehen wird. So nach dem Motto „Das ist toll, aber …“ und in Wirklichkeit ist dann nur die Kritik nach dem „aber“ gemeint.

Daher drehe ich das jetzt mal um:
Es gab bei der re:publica 2010 meiner Meinung nach viele organisatorische Mängel, die ich bei der vierten re:publica mir nicht hätte vorstellen können, aber insgesamt war es doch eine schöne Veranstaltung und ich werde gerne nächstes Jahr, so es eine fünfte re:publica gibt, wieder dabei sein.


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