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Jens Matheuszik — 18. April 2010, 09:23 Uhr

Erst fragen, dann wählen (ZDF login): Schöne Sendung mit Schwächen


ZDF loginVor kurzem informierte ich im Beitrag Erst fragen, dann wählen (ZDF): Heute mit Hannelore Kraft (SPD) über die gleichnamige Sendung ((wobei ich nicht wirklich weiß, ob die Sendung jetzt „ZDF login“ oder „Erst fragen, dann wählen“ heißen soll – ich vermute fast, dass das ZDF das selber nicht weiß…)), die der SPD-Spitzenkandidatin zur kommenden Landtagswahl 2010 auf den Zahn fühlen sollte.

Inzwischen habe ich mir die Sendung im Internet angeschaut (siehe die gestrigen Links anne Ruhr/Links zur Wahl) und bin eigentlich begeistert, andererseits auch ein wenig enttäuscht und ein wenig verwundert – und will das noch rechtzeitig vor den heutigen Sendungen mit weiteren Politikern zur Landtagswahl in NRW hier mitteilen:

Die Sendung wird vom Prinzip her schön im Beitrag In eigener Sache: ZDF log in erklärt. Der Artikel heißt „In eigener Sache“ weil der Autor in der Sendung als so genannter „Twitterscout“ mitwirkt und beispielsweise ((ich hoffe ich beschreibe das jetzt richtig!)) während der Sendung auf Reaktionen bei Twitter achtet und diese auf Rückfrage quasi als personifizierter Rückkanal in die Sendung trägt.

Grundsätzlich gefällt mir am Konzept der Sendung, dass man als politischer Gast (also in diesem Fall die nachstehend abgebildete Hannelore Kraft) viel Raum und Platz erhält um auf Fragen zu reagieren und nicht nur die maximal üblichen 1m30s Zeit für Statements hat.

Erst fragen, dann wählen: Hannelore Kraft (SPD)

Das alleine ist schon mal positiv und es ist schade, dass das ZDF eine solche Sendung ins Internet bzw. den ZDFinfokanal auslagert. Ich finde solche Sendungsformate haben es verdient in einem öffentlich-rechtlichen Programm wie dem ZDF (dem Hauptkanal) ausgestrahlt zu werden und nicht auf irgendeinen digitalen Spartenkanal im hinteren Bereich der Senderprogrammierung zu landen. Für solche Sendungen bin ich dann auch gerne bereit meine GEZ-Gebühren zu bezahlen.

Aber zurück zur eigentlichen Sendung und jetzt zu meinen inhaltlichen Kritikpunkten:

Datteln

Ich finde es ja schon gut, dass die Moderatorin Dunja Hayali ((die zusammen mit Steffen Seibert durch die Sendung führt)) den Ort Datteln ((ein Nachbarort meiner Heimatstadt Olfen)) kennt – aber dann zu sagen, dass Datteln bei Recklinghausen (richtig!) zwischen Dortmund und Bochum (sehr falsch!) liegen würde, ist doch eher … ist peinlich hier das richtige Wort? Man muss sich ja nicht genau mit dem Ruhrgebiet auskennen, dass jedoch zwischen Bochum und Dortmund keine Städte liegen, könnte man wissen. Aber vielleicht sehe ich das mit meinem Ruhrgebietssichtweise nur so.

Große Koalition?

Via Twitter wurden die Zuschauer gefragt (siehe den entsprechenden Tweet), was die Zuschauer zu potentiellen Koalitionen in NRW sagen würden. Eine der Antworten darauf (siehe diesen Tweet) wurde auch in der Sendung erwähnt und vermutet, dass die SPD nicht Nein zu einer großen Koalition sagen würde. Hier hätte man meiner Meinung nach eventuell erwähnen können, dass dieser Tweet von jemanden aus dem direkten Umfeld der Grünen in NRW stammt. Notwendig ist es zwar sicherlich nicht, aber es wäre irgendwie fair gewesen.

Und um auf die Frage mal mit meinen eigenen Worten aufgrund meiner eigenen Meinung zu antworten: Ich glaube es gibt in NRW mehr Grüne ((hallo Herr Priggen, hallo Frau Steffens!)) die für eine schwarz-grüne Koalition sind (und beim Landesparteirat der Grünen in Essen in eine Verhandlungskommission gewählt werden sollen – siehe Antragsvorlage) als es Befürworter einer großen Koalition bei der SPD gibt.

Das ist jedoch nicht so gravierend wie der nächste Punkt:

NRW – ein Absteigerland

Während der Sendung wurde Hannelore Kraft mit einer Aussage aus ihrer Rede vom Landesparteitag der NRWSPD konfrontiert. Dort sagte sie, dass Nordrhein-Westfalen unter der CDU/FDP-Regierung zum Absteigerland geworden sei. Im direkten Anschluss zeigten die Moderatoren Hannelore Kraft was die Bürger davon hielten – mit einem kurzen Wort: nichts.

Das diese Aussage von Hannelore Kraft, die durch Statistiken und unabhängige Erhebungen belegbar ist, wundert aber auch gar nicht – denn hier zeigte der öffentlich-rechtliche Sender ZDFinfokanal nichts anderes als Ausschnitte aus einem CDU-Wahlwerbespot zur Landtagswahl. Hierbei handelt es sich um das Video NRW ist kein Absteigerland! des YouTube-Accounts NRWfuerRuettgers (siehe auch NRW ist kein Absteigerland auf der CDU-Kampagnenseite).

Ich finde es unverantwortlich (oder aber auch gedankenlos), dass hier einfach ein Wahlwerbespot der CDU NRW gezeigt wird und das noch nicht einmal entsprechend gekennzeichnet oder erwähnt wird.

Fazit

Die Sendung ist gut. Sie hat aber inhaltliche Mängel. Die ersten beiden Punkte kann man getrost ignorieren und sie wären für mich kein Grund gewesen diesen Beitrag zu schreiben. Der dritte Punkt ist jedoch viel entscheidender – sowas darf meiner Meinung nach einem neutralen Sender nicht passieren. Ich kann mir schon vorstellen, wie die Wahlkampfhelfer von Jürgen Rüttgers sich gefreut haben, dass ihr Werbevideo in dieser Sendung genutzt wurde. Sie werden sich jedoch sicherlich auch gleichzeitig geärgert haben, dass der derzeit amtierende Ministerpräsident Jürgen Rüttgers diese gute Chance den Ministerpräsidenten und seine Politik dem Publikum vorzustellen ausgeschlagen haben und stattdessen mit Andreas Krautscheid nur einen Vertreter schicken.

Weitere Sendungstermine

Heute abend geht es weiter – bei login.zdf.de heißt es dazu wie folgt:

Am 18.4. folgen:

  • 19:35 Uhr Andreas Krautscheid, CDU (anstatt des Ministerpräsidenten)
  • 20:35 Uhr Andreas Pinkwart, FDP
  • 21:30 Uhr Sylvia Löhrmann, Grüne
  • 22:25 Uhr Bärbel Beuermann, Die Linke

PS: Eine weitere Kritik zur Sendung mit SPD-Spitzenkandidatin Hannelore Kraft gibt es bei medien-sport-politik.de.


4 Kommentare »

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