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Jens Matheuszik — 1. April 2010, 07:23 Uhr

Lügt Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) im RN-Interview?


Der derzeit amtierende nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) hat den Ruhr Nachrichten ein Interview gegeben, was es hier zu lesen gibt.

Dort heißt es unter anderem:

Ruhr Nachrichten: SPD und FDP haben bereits großformatig plakatiert. Sie noch nicht. Haben Sie nicht die Sorge, dass diese viereinhalb Wochen bis zur Wahl nicht mehr reichen?
Jürgen Rüttgers: Ich bin sehr optimistisch, dass ich die Wahl gewinnen werde. […]

Ruhr Nachrichten: Ihr Straßenwahlkampf beginnt erst nach Ostern?
Jürgen Rüttgers: Ja. Die SPD glaubt, dass sie mit viel Geld den Wahlkampf gewinnen kann und hat deshalb jetzt schon mit den Großplakaten angefangen. Ich glaube, dass die Menschen vor allen Dingen wissen wollen, wie es weitergeht und dass nicht derjenige gewinnt, der die meisten Plakate aufhängt. Die SPD gerät ja auch mehr und mehr aus dem Tritt.

Also ich entnehme daraus, dass die CDU in Nordrhein-Westfalen noch nicht großformatig plakatiert und damit erst nach Ostern beginnt. Wie erklärt sich Jürgen Rüttgers dann folgendes Bild?

Landtagswahl NRW 2010: Wahlplakate von CDU und SPDGestern fuhr ich direkt nach der Arbeit nach Düsseldorf zu einem Termin und als ich im Stau auf einem der Zubringer in die Landescapitale stand, sah ich die beiden nebenstehenden Plakate.

Auch wenn jetzt der Slogan „Wir in Nordrhein-Westfalen“1 und das Parteikürzel CDUNRW frappierend bei der SPD abgekupfert aussehen, handelt es sich doch tatsächlich um ein CDU-Großflächenplakat. Und wenn wir mal ganz ehrlich sind, ist das auch nicht das einzige:
In Düsseldorf habe ich während der Fahrt (da mache ich eher selten bis gar nicht Fotos – höchstens als Beifahrer) noch weitere gesehen und auch kurz vor der A40 in Bochum-Stahlhausen lachte grinste schaute mich der derzeit amtierende Landesvater an.

Natürlich ist das an sich eine Lappalie – aber warum fällt es Jürgen Rüttgers so schwer, auf die Frage der Ruhr Nachrichten einfach mit „Wir sind diesmal etwas später dran, die anderen Parteien2 waren halt ein wenig schneller als wir.“ zu antworten?

PS: Dieser Beitrag ist natürlich nicht zu 100% ernst gemeint – im Gegensatz zu Briefen in Sachen CDU Sponsoring-Affären glaube ich schon, dass der noch amtierende Ministerpräsident Jürgen Rüttgers keine Kenntnis davon hat, wann irgendwelche Plakate aufgehangen werden. Nur finde ich es halt bezeichnend, in einem Interview von ihm diese explizite Aussage zu lesen, die wahrscheinlich schon zum Zeitpunkt der Drucklegung überholt war.

  1. den man nur in der Großfassung des Bildes (draufklicken und auswählen!) erahnen kann []
  2. Grüne und Linkspartei haben ja neben den beiden erwähnten Parteien SPD und FDP auch schon angefangen großflächig zu plakatieren []

8 Kommentare »

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  1. (1) Kommentar by Dirk Schmidt @ 1. April 2010, 07:32 Uhr

    Du wirst es vielleicht nicht glauben, aber diese Großplakate – Fachbegriff Wesselmänner – werden von Firmen gebucht und nicht selber aufgestellt. Und es mag auch schwer durchzuhalten sein, aber wir wollen im Vergleich zur SPD wirklich später anfangen mit dem Wahlkampf.

    Die CDU ist noch im Vorwahlkampf, auch wenn es manchem schwer fällt zu glauben.


  2. (2) Kommentar by Sebastian Laumen @ 1. April 2010, 08:27 Uhr

    @ Dirk Schmidt

    Später anfangen? Ist Plakate aufhängen Vorwahlkampf?
    Also in Mönchengladbach hängen die CDU-Plakate schon flächendeckend. In Bonn sogar schon seit gut drei(!) Wochen.


  3. (3) Kommentar by Stefan @ 1. April 2010, 10:28 Uhr

    In Wesel wird gerade an diversen Stellen fleißig am Aufbau der Großplakate gemerkelt… Entschuldigung, gewerkelt.


  4. (4) Kommentar by ml @ 1. April 2010, 13:47 Uhr

    Kleine Erfahrung aus Sachsen:
    die CDU hat in Leipzig zur Kommunalwahl kaum plakatiert und nur wenige Veranstaltungen gemacht. Ist jetzt stärkste Partei. Zum Landtagswahlkampf wurden zwar mehr Plakate gehängt, aber viel fand auch hier nicht statt. Die CDU regiert. Im Auf im Bundestagswahlkampf dominierten andere Partei, auch hier ist das Ergebnis bekannt.

    These: weniger Plakate, kaum erkennbare Inhalte, keinerlei Abgrenzung – fertig ist der Wahlerfolg. Wenn die Menschen nicht wissen, was sie wollen (sollen), wählen sie die Partei, von der sie am wenigsten erwarten. Da ist es dann auch nicht schlimm, wenn diese wenigen Erwartungen enttäuscht werden. Denn sowohl für Stadt, Land und Bund muss ich konstatieren: keines der Wahlversprechen wurde eingehalten, und das ist bisher auch gut so :)


  5. (5) Kommentar by Jörg Lorenz @ 1. April 2010, 15:11 Uhr

    Dirk Schmidt hat natürlich recht. Die Wesselmänner werden gebucht und professionell aufgebaut. Und wer entscheidet, wann das passiert? Natürlich der, der dafür bezahlt – also in diesem Fall die CDU. Hätte die CDU darauf bestanden, dass vor Ostern keine Fläche steht, wäre das genau so gemacht worden. Also bitte: Keine Legendenbildung!


  6. (6) Kommentar by Jens @ 2. April 2010, 13:52 Uhr

    @Dirk Schmidt (1):
    Natürlich weiß ich, dass die „Großflächenplakata“ aka Wesselmänner nicht von den Parteisoldaten vor Ort aufgestellt werden, sondern von den beauftragten Firmen. Wer beauftragt die Firma X? Die Partei Y. Wenn Partei Y will, dass der großflächige Wahlkampf erst nach Ostern beginnt, dann beginnt er auch erst nach Ostern.

    Mir fällt es langsam schwer zu begreifen, welche Tatsachen der CDU-Landesvorsitzende Jürgen Rüttgers nicht weiß – er weiß nicht, wann seine Partei den Wahlkampf startet, er weiß nichts von irgendwelchen Briefen, er weiß nichts von der Asse… Wovon weiß Rüttgers eigentlich was?

    @Sebastian Laumen (2):
    Ist ja auch in Ordnung, dass die schon hängen. Es ist auch in Ordnung, dass die CDU großflächigen Wahlkampf betreibt. Ich begrüße das sehr – vor allem wenn die Leute den Unterschied zwischen der Wahlwerbung der CDU und den der SPD sehen.

    Es ist halt nur merkwürdig, dass der eigene Landesvorsitzende anscheinend keine Ahnung über die Wahlkampfplanungen seiner Partei hat.

    @Stefan (3):
    Hihi… 😉

    @ml (4):
    Hmm… das ist ja dieses Konzept der „asymmetrischen Wählermotivierung“ oder so ähnlich. Aber das fährt die CDU NRW nicht und ich finde es schon bezeichnend, dass die CDU NRW fast schon eher eine Art Oppositionswahlkampf betreibt.

    @Jörg Lorenz (5):
    Tja, als guter Parteisoldat versucht Dirk Schmidt seine Partei zu verteidigen wo es nur geht. Nur: Hier geht es argumentativ wirklich nicht. :)


  7. (7) Kommentar by Jens @ 3. April 2010, 01:12 Uhr

    @Dirk Schmidt So ein Blödsinn.. Die Wesselmänner werden von den LV bzw. den Kreisverbänden bei den entsprechenden Firmen in Auftrag gegeben. Außerdem habe ich in einigen Kommunen schon die CDU-Nasen an den Masten gesehen, also wenn das kein Wahlkampf ist..

    Und in der Onlineausgabe springt mit seit über einer Woche ein Flashbanner der CDU ins Auge…


  8. (8) Kommentar by Jens @ 5. April 2010, 20:40 Uhr

    @Jens (7):
    Naja, es ist wohl schwierig zuzugeben, dass der eigene Landesvorsitzende schlicht und ergreifend Unsinn erzählt hat.


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