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Jens Matheuszik — 20. Februar 2010, 17:11 Uhr

Rent a Rüttgers: Wie die CDU NRW die Landesregierung verkauft…


Jürgen Rüttgers (CDU)Der noch amtierende nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) kommt aus den Schlagzeilen nicht heraus:

Der SPIEGEL berichtet heute im Artikel
NRW-CDU verkauft Gesprächstermine mit Rüttgers
darüber, dass die nordrhein-westfälische CDU Gesprächstermine mit dem Ministerpräsidenten Rüttgers und seinen Ministern verkauft. Konkret geht es um ein Paket aus einem Sponsoringstand, wo sich das Unternehmen den Delegierten und Besuchern des Parteitages präsentieren kann und das auch „Einzelgespräche mit dem Ministerpräsidenten und den Minister/innen“ aufweist.

Vergleicht man den Preis für das Kombipaket Stand und Einzelgespräche (ab 20.000 Euro) mit dem Standpreis alleine (14.000 Euro), dann erhält man also den exklusiven Zugang zum nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten für 6.000 Euro…

Im SPIEGEL heißt es weiter:

Ein Sprecher der NRW-CDU räumte die Existenz der Werbebriefe ein und sprach von einem falschen und ungeschickten Sprachgebrauch einzelner Mitarbeiter.

Jetzt werden wieder einzelne Mitarbeiter vorgeschickt (und wahrscheinlich versucht die CDU jetzt demnächst mal wieder ihre Mitarbeiter zu entlassen – das hat ja leider Tradition… Nichtsdestotrotz glaube ich nicht, dass ein solches Schreiben an potentielle Sponsoren aus der Wirtschaft einfach mal so ‚rausgehen, ohne dass dort jemand höheres von der CDU NRW drüberschaut.

Neben dem Ministerpräsidenten erhält man auch die Gelegenheiten mit anderen zu sprechen, so heißt es im Artikel weiter:

„Als besonderen Höhepunkt können wir auf die Teilnahme unserer Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Mitglieder der Bundesregierung verweisen“, heißt es in dem Schreiben der Partei.

Eine Frage bleibt natürlich noch offen – wie teuer wäre es, wenn man mit einem anderen CDU-Kabinettsmitglied sprechen möchte? So ein Eckhard Uhlenberg als skandalträchtiger Umweltminister müsste genau so wie seine Kolleginnen Roswitha Müller-Piepenkötter (Justiz) und Barbara Sommer (Schule) eigentlich Mängelrabatt geben.

Ach ja: Die Absage von Gesprächen zwischen Jürgen Rüttgers und Arnold Schwarzenegger, dem Gouverneur von Kalifornien, erscheint angesichts der finanziellen Misere von Kalifornien in einem ganz anderen Licht. 😉

Übrigens: Natürlich berichteten neben dem SPIEGEL noch weitere Medien (u.a. DerWesten, Focus, RP-Online und Süddeutsche Zeitung) darüber und auch in Blogs wie z.B. den Ruhrbaronen wird das ganze thematisiert (Miet-Rüttgers (CDU) ohne moralische Orientierung. Kohle für Gespräche). Dort stellt der Autor David Schraven die Vermutung auf, dass Jürgen Rüttgers Träger des inoffiziellen Walter Wallmann-Ordens wird, den nur Politiker bekommen, die bereits nach der ersten Amtszeit ihr Regierungsamt verlieren.

Ich kenne aber zwei Blogs die wohl eher nicht darüber berichten – blog.cdu-nordrhein-westfalen.de und klare-kante-blog.de (von dem mal vermutet wurde, dass es sich um ein CDU-Kampfblog handeln soll…).

PS: Das Bild von Jürgen Rüttgers habe ich dem Wikimedia Commons-Archiv entnommen, es stammt vom User Pujanak und steht unter der CC-BY-Lizenz.


6 Kommentare »

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  1. (1) Kommentar by Johann Wolfgang Schoop @ 20. Februar 2010, 17:24 Uhr

    Um nur an einem Spendendinner mit Obama teilzunehmen, konnte man im Wahlkampf 2008 deutlich mehr bezahlen. Sitzplätze direkt neben dem Kandidaten kosteten ein Vielfaches eines Rüttgerstreffen.

    Ab einem gewissen Spendenbetrag kann man sich auch in Deutschland darauf verlassen, vom Parteivorsitzenden zurückgerufen zu werden. In jeder Partei (und der Betrag ist niedriger als man denkt)

    Wo genau ist der Skandal?


  2. (2) Pingback by Der Miet – Rüttgers | Weblog der NRWSPD @ 20. Februar 2010, 17:50 Uhr

    […] Der Miet – Rüttgers 20. Februar 2010 Geschrieben von Dirk Abgeheftet in Landespolitik · Landtagswahl · Rüttgers und die CDU Spiegel: NRW-CDU verkauft Gesprächstermine mit Rüttgers WDR.de: NRW-CDU verkauft Gesprächstermine mit Rüttgers. Für Geld mit Rüttgers reden ruhrbarone.de: Miet-Rüttgers (CDU) ohne moralische Orientierung. Kohle für Gespräche pottblog: Rent a Rüttgers: Wie die CDU NRW die Landesregierung verkauft… […]


  3. (3) Kommentar by Frank Dierk @ 20. Februar 2010, 21:25 Uhr

    Ja den hätte ich gerne Mal bei mir in der Firma gehabt. Den ganzen Tag Displays putzen. Wäre bestimmt lustig.


  4. (4) Kommentar by Jens @ 22. Februar 2010, 00:00 Uhr

    @Johann Wolfgang Schoop (1):
    Wir dürfen hier die politischen Systeme nicht vergleichen. So wird beispielsweise der Wahlkampf hierzulande zum großen Teil vom Staat indirekt mitfinanziert, während das jetzt bei Obama nicht der Fall war.

    Und wenn das ganze so harmlos wäre, wie von Dir beschrieben – warum distanziert sich die CDU NRW davon und ist Rüttgers Presseberichten zufolge sauer auf Wüst?

    @Frank Dierk (3):
    Ob er dort auch links blinken und rechts abbiegen kann? 😉


  5. (5) Kommentar by Herbert Fuest @ 9. Mai 2010, 19:09 Uhr

    Ich habe Sie bei der letzten Landtagswahl gewählt. Seit dem LEG-Verkauf habe ich gehofft, dass Sie bei der nächsten Wahl die Quittung dafür erhalten werden. Es hat geklappt!! Auch ich kann einen Mann nicht wählen, der mit den Wählern des Profits wegen seine Spielchen treibt. Ich bin kein Mieter einer LEG-Wohn ung. Wer jedoch gerade älteren Menschen seine Heimstatt nimmt um den verkorksten Haushalt zu sanieren, hat das Recht verwirkt sich Landesvater zu nennen.
    Herbert Fuest


  6. (6) Kommentar by Jens @ 11. Mai 2010, 05:35 Uhr

    @Herbert Fuest (5):
    Naja, ob es geklappt hat, wird man erst demnächst wissen. Herr Rüttgers hat zwar zuletzt am Wahlsonntag gekniffen, aber jetzt will er ja doch weiter regieren.


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