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Jens Matheuszik — 5. Februar 2010, 07:23 Uhr

WAZ: Es hat sich ausgeflippt…


Flip MinoHDEnde September wurde bekannt, dass DerWesten die Flip MinoHD für Videos in über 80 Redaktionen nutzt. Demnach sollten in den Lokalredaktionen der einzelnen Titel der WAZ-Mediengruppe die Flip MinoHD-Kameras genutzt werden, damit für das Internetportal DerWesten auch gleich Videos angefertigt werden können.

Die Idee ist ja auch bestechend, denn wenn man eh vor Ort zur Recherche eines Artikels, zum Interview mit der Oberbürgermeisterin oder zur Grundsteinlegung von irgendwas fährt, dann kann man ja auch gleich vielleicht kurz ein Video zum Thema drehen, was dann bei DerWesten veröffentlicht wird.

Die Idee war so bestechend, dass Mitte Oktober im Pottblog verkündet wurde, dass die mobilen Taschenkameras Einzug in die Verlagsstuben an Rhein und Ruhr halten.

Doch jetzt scheint sich eine Entwicklung zu bestätigen, die gegenteilig ist: Das Flip-Projekt bei der WAZ wurde eingestellt bzw. auf Eis gelegt.

Der Start des Projektes war etwas holperig, erst hatte man die Befürchtung, dass die Kameras zu kompliziert seien, dann sollte das ganze zu einfach oder gar primitiv sein und dann wurde angefangen. Technisch gesehen ist die Einbindung der Videos bei DerWesten zwar gelungen, doch neben der technischen Qualität fehlte es doch ein wenig an Quantität. Während beispielsweise bei den Ruhr Nachrichten zwar technisch die Videos nicht so toll sind, gibt es dort deutlich häufiger interessante Videos (wie beispielsweise eine Umfrage in Witten zum Thema Streiks im öffentlichen Dienst).

Bei der WAZ jedoch eher nicht – und jetzt ist bekannt warum videotechnisch kaum noch etwas in den Lokalredaktionen vor Ort passiert. Bei Videopunks.de, dem Posterous-Blog von Markus Hündgen, dem ehemals für Video bei DerWesten verantwortliche Mitarbeiter, kann man in dem Beitrag Eine Zukunft ohne Flip nachlesen:

In letzter Zeit ist es still an dieser Stelle um die Flip-Kameras geworden. Die Erklärung ist einfach: Bereits Ende des Jahres 2009 wurde das Projekt stillschweigend auf Eis gelegt.

Offiziell verkündet wurde das nicht, aber so eine Nachricht würde ich an Stelle von DerWesten bzw. der WAZ-Mediengruppe auch nicht wirklich.

Markus Hündgen schreibt weiter unter anderem:

In diesem Sinne kann ich allen Beteiligten nur gratulieren: Während andere Verlagshäuser diesen unheilvollen Weg energisch beschreiten, besinnt man sich in Essen auf angestammte Zukunftsgeschäfte. Und nicht wenige Redakteure haben nun eine Flip für den nächsten Urlaubs-Trip in der Schublade. Da sag noch einer, Verlage verstünden es nicht ihre Mitarbeiter zu motivieren.

Tja… ich bin gespannt, welche Konsequenzen für diese Entwicklung von DerWesten hat, denn mit solchen Videos hatte man natürlich ein Alleinstellungsmerkmal und technisch gesehen hat DerWesten mit seinem neuen Videoplayer schon Maßstäbe für den Verlagsbereich gesetzt. Hier wird meiner Meinung nach ein enormes Potential verschenkt.


5 Kommentare »

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  1. (1) Kommentar by 50hz @ 5. Februar 2010, 08:49 Uhr

    Ich schätze ja nichts mehr als die feine Ironie des Herrn von und zu Videopunk 😉


  2. (2) Kommentar by Andreas F. @ 5. Februar 2010, 12:22 Uhr

    Nur weil man früher bereits den „Schreiberlingen“ der Lokalredaktionen Fotokameras in die Hand gab (und damit den Fotografen einsparte), sollte man nicht glauben, dass es heute reicht, den „Schreiberlingen“ zusätzlich auch noch eine billige Videokamera samt Kurzschulung in die Hand zu geben und schon sind diese gute Kameramänner (und -frauen) und produzieren gute Filmbeiträge.

    Bei einigen können zwar durchaus unentdeckte Talente sichtbar werden, aber das halte ich eher für die Ausnahme, wenn ich mir da so einige „Ergebnisse“ anschaue.


  3. (3) Pingback by Im Westen geht die Sonne unter… « Ruhrbarone @ 7. Februar 2010, 12:57 Uhr

    […] Blogs wird intern wohl diskutiert und die erst vor kurzem an die Redaktionen ausgelieferten hippen Flip-Kameras werden in den Schubladen der Redaktionen liegen bleiben. Aus den Städten wird es künftig nicht, […]


  4. (4) Kommentar by Jens @ 10. Februar 2010, 13:05 Uhr

    @50hz (1):
    Hehe, stimmt.

    @Andreas F. (2):
    Aber wenn man es gar nicht erst probiert, dann kann man auch die Perlen nicht entdecken.


  5. (5) Pingback by Christian Nienhaus und Bodo Hombach (WAZ-Mediengruppe) äußern sich zur Flip-Kamera » Pottblog @ 28. April 2010, 06:25 Uhr

    […] Dummerweise nur: Das ganze hat kein halbes Jahr gehalten – denn im Februar 2010 hat es sich bei der WAZ ausgeflippt… […]


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