Search:

Werbung:

Google+:

Archiv:


Jens Matheuszik — 20. August 2009, 16:54 Uhr

CDU Bochum Wahlkampf: JU-Komasaufen und BILD-Argumente?


(dies ist ein Beitrag aus der Beitragsserie
Kommunalwahl 2009 in Bochum)
 

Rivva: Junge Union lädt Jugendliche zum Koma-Saufen einAktuell in der Diskussion ist gerade der WAZ/DerWesten-Artikel Junge Union lädt Jugendliche zum Koma-Saufen ein, der eine Wahlparty der Jungen Union (JU) thematisiert. Diese Wahlparty war auch Thema beim gestrigen WAZ-Wahlforum zur Kommunalwahl in Bochum.
Ohne dem dazugehörigen Beitrag hier im Pottblog vorgreifen zu wollen, will ich dann das Thema „Komasaufen“ dann doch mal aufgreifen – nachdem es die CDU bzw. die JU Bochum damit weit über die Bochumer Blogs hinaus (siehe Abbildung von Rivva) in die Öffentlichkeit geschafft hat.

Einladung JU WahlpartyDie WAZ berichtet, dass im Internet ein Aufruf zu dieser Wahlparty kursieren würde. Ganz so ist es nicht, wie das nebenstehende Foto beweist, welches ein Werbeplakat für die Wahlparty der Jungen Union Bochum zeigt, welches am CDU-Waffelstand in der Kortumstraße hängt.

Laut der WAZ müsse man – bei Erwerb der Verzehrgutscheine – innerhalb von anderthalb Stunden für 25 bzw. 40 Euro Alkohol trinken (roter Xuxu bzw. grüner Waldmeister jeweils 2,- Euro – beide Getränke stehen sinnbildlich für „Rot-Grün muss weg!“), was natürlich nahe an das „Komasaufen“ kommt. Insofern kann man die Aufregung schon etwas verstehen.

Bei Carsten Dobschat heißt es jedoch, dass diese Gutscheine nicht innerhalb dieser kurzen Zeit verbraucht werden müssen – sie müssen innerhalb dieser kurzen Zeit gekauft werden. Das ist inhaltlich dann doch was anderes – siehe dazu auch die JU im Internet – und da kann man dann Blogüberschriften wie Mal wieder schlechter Journalismus verstehen…

Inzwischen gibt es bei der WAZ auch einen neuen Artikel namens Wahlparty soll kein Aufruf zum Komasaufen sein, wo im vorletzten Absatz auch darauf hingewiesen,

„[…] dass die verbilligten Getränkeangebote nicht wie von Kritikern behauptet nur für eine begrenzte kurze Zeit, sondern für Gäste länger gültig seien.“

So klingt das ganze dann doch gleich schon anders, wobei ich den CDU-OB-Kandidaten Lothar Gräfingholt verstehen kann, der sich beim WAZ-Wahlforum meiner Meinung nach leicht von dieser JU-Aktion distanziert hat.

Wahlwerbung der CDU BochumA propos Distanzierung:
Für die Tatsache (siehe Foto), dass die CDU Bochum an ihren Wahlständen (und laut Twitter-Berichten sogar in Ratssitzungen!) die BILD-Zeitung mit ihrem Artikel Ist die Stadt Bochum der größte Saftladen Deutschlands? (siehe dazu auch den Pottblog-Beitrag Weder „Online first“, noch „Online last“ bei der BILD Ruhrgebiet) als Kronzeuge für den Wahlkampf hervorholt – da könnte man sich meiner Meinung nach viel eher für distanzieren.

Episoden der Beitragsserie Kommunalwahl 2009 in Bochum

  1. Kommunalwahl 2009: Ottilie Scholz (SPD) dominiert Bochum

8 Kommentare »

RSS-Feed für Kommentare zu diesem Artikel. TrackBack URI.

  1. (1) Kommentar by JU Mitglied @ 20. August 2009, 17:57 Uhr

    Danke für den differenzierten Artikel. Schade, dass ihn wenig Leute lesen werden.

    Sicherlich war das Wahlplakat missverständlich und gerade für ältere Generationen sieht es nach einer Saufparty aus. Die Senioren Union Bochum verbot uns z.B. unsere Plakate bei ihnen aufzuhängen noch bevor die ganze Diskussion überhaupt entstand.

    Dennoch sollte man im Hinterkopf behaltet, dass sich dieser Aufruf an junge Wähler richtet. Für junge Wähler ist dies ein normales Diskoangebot wie es in jeder zweiten Disko zu finden ist. Das Playa, wo die Party statt findet, bietet oft sogar krassere Rabatte wie 10 zahlen/40 trinken an ebenso wie manch andere Disko/Kneipe in Bochum.
    Die Shots enthalten zudem einen recht geringen Alkoholgehalt. Mit 20 Shots, die für 40 Euro möglich wären, kommt man ca. auf den Alkoholgehalt mehrerer größerer Gläser Bier. Das ist sicherlich nicht gut, aber definitiv kein Komasaufen.

    Ich hoffe, dass die Party trotz dieser Probleme, die, wie man erwähnen muss, gezielt von SPD und Linken veröffentlicht wurden, ein voller Erfolg wird.

    PS: Dies ist kein offizieller Eintrag der JU Bochum, sondern lediglich ein privater Eintrag durch ein Mitglied.


  2. (2) Kommentar by 63mg @ 20. August 2009, 18:01 Uhr

    Auf dem Plakat steht „** Gutscheine gültig bis 23:30“, ich finde das unmissverständlich. Das die JU Bochum das nachträglich schnell noch gerade rückt, nun ja, das muss sie wohl. Wie auch immer: eine Schnapsidee, sehr freundlich ausgedrückt.

    Und mit dem Internet ist es manchmal wie mit Stille Post: Inzwischen lese ich Überschriften á la „CDU lädt zum Komasaufen ein“


  3. (3) Kommentar by zykls @ 20. August 2009, 22:50 Uhr

    „Die JU stellt klar, dass der Gutschein zwar bis 23:30 an der Kasse erworben werden muss aber die ganze Nacht genutzt werden darf.“

    na das is doch noch besser, entspannt voll laufen lassen….

    ^cheers
    😀


  4. (4) Kommentar by 50hz @ 21. August 2009, 10:02 Uhr

    Ich finde diese semantische Diskussion ziemlich daneben. Das Jugendschutzgesetz zielt unzweideutig darauf ab, branntweinhaltige Getränke nicht an unter 18 Jährige angegeben werden sollen. Ohne jede Ausnahme. Auf einer Party Gutscheine in Umlauf zu bringen, die solche Getränke zu einem sehr niedrigen Kurs kaum kontrollierbar auch für 16 Jährige zugänglich macht, ist unverantwortlich.
    Das man in der CDU nicht die Eier hat, gegen diesen angeblich üblichen Jugendkult klar Stellung zu beziehen, ist verdammt peinlich.


  5. (5) Kommentar by Patrick Samoiski @ 21. August 2009, 14:28 Uhr

    Habe gestern Post von der CDU im Briefkasten gehabt. Werbung für diese Party im Playa Bochum. Das ist die größte Scheiße die es gibt, die die CDU organisiert. So nach dem Motto „Mit Alkohol die Jugend Instrumentalisieren“. Na wenn die CDU betrunkene Jugendliche Alkis als Wähler für ihre Ziele haben möchte, dann kann ich ihr auch gleich ein Armutszeugnis ausstellen. Habe schon überlegt, einfach mal mit Punk outfit dahin zu gehen oder einem der 3 politischen Versagern, die dort sitzen werden mal gehörig die Meinung zu sagen! Sowas kann nicht angehen… Zudem unterstütze ich in keinster Weise eine Partei, die freie Bildung verbietet! Ich scheiße auf diese Partei! Aber der Staat kann gerne die 55 cent Porto, die mit meinen Steuergeldern finanziert wurden wiederhaben!


  6. (6) Kommentar by Christian S. @ 22. August 2009, 00:51 Uhr

    Wenn das keine Einladung zum Komasaufen ist, was dann? Aber von der JU erwarte ich auch nichts anderes. :)


  7. (7) Kommentar by bitter_twisted @ 22. August 2009, 16:07 Uhr

    Hab mir gerade die Videos von Frau van der Leyens Angriff auf das Internet und auf der Spiegel-tv Team angesehen. Man kann es den Mitgliedern der Jungen Union nicht verdenken das sie nur im Suff mit sich leben können.


  8. (8) Kommentar by Jens @ 26. August 2009, 22:31 Uhr

    @JU Mitglied (1):
    Ich gehe mal davon aus, dass Ihr (falls Du wirklich in der JU bist) von der PR-Wirkung auch etwas profitiert habt. Spätestens jetzt wußte es jeder aus der potentiellen Zielgruppe.

    @63mg (2):
    Ja, eigentlich ist das absolut eindeutig. Aber da ist wohl etwas schief gelaufen. Glauben wir es einfach mal…

    @50hz (4):
    Hmm… ich will Dich ja nicht bremsen, aber es geht jetzt um eine normale Disco, in der auch jetzt schon nicht-Volljährige Eintritt haben. Daran ändert sich also nichts durch die JU.
    Meines Wissens sind die Kontrollen in den hiesigen Discos auch gut, insofern muss man da meiner Meinung nach nicht unbedingt was befürchten.

    @Patrick Samoiski (5):
    Grundsätzlich finde ich die Idee Jugendliche an ihren Treffpunkten aufzusuchen gar nicht mal schlecht. Nur: So wie das da abgelaufen ist – das war absolut falsch. Genau so falsch wie der ursprüngliche WAZ-Artikel.

    @bitter_twisted (7):
    Hehe. :)


Schreib einen Kommentar

Line and paragraph breaks automatic, e-mail address never displayed, HTML allowed: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Mit dem Absenden eines Kommentars wird akzeptiert, dass der angegebene Name, die eMail-Adresse und die derzeit aktuelle IP-Adresse Ihres Internetanschlusses zusammen mit dem Kommentar gespeichert wird. Weiteres hierzu in den entsprechenden Datenschutzhinweisen.