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Jens Matheuszik — 22. Juli 2009, 05:23 Uhr

Simyo-Test: 1 GB reichen locker!


Vorabhinweis: Dieser Artikel sollte bereits vor geraumer Zeit erscheinen. Leider habe ich den eigentlichen Textentwurf nicht fertiggestellt, da ich noch ein, zwei Sachen recherchieren und ermitteln wollte.
Leider habe ich dann versäumt das ganze fertig zu stellen – was ich jetzt mit dieser überarbeiteten Fassung jedoch erledige. Wenn alles klappt, gibt es in Kürze ((diesmal wirklich!)) bzw. genauer gesagt wohl Anfang nächster Woche genaue Geschwindigkeitsangaben!

Nachdem die ersten Vorbereitungen problemlos klappten, war ich gespannt, wie sich das N80 in Verbindung mit dem Simyo-Datentarif ((1 GB für 9,90 Euro/Monat)) schlagen würde. Als frischer iPhone-Nutzer ist es natürlich schon eine gewisse Umstellung, wenn man plötzlich wieder ein Nokia N80 ((mit Tasten!)) benutzt.

Der Tarif „Handy Internetpaket 1 GB“

simyo SIM-KarteUrsprünglich wurde der Tarif unter dem Namen „Simyo Handy-Internet Flat 1GB“ angeboten, was schon ein kleiner Widerspruch in sich ist. Denn eine Flatrate sollte kein Limit haben – auch keines bei 1 GB.
Wahrscheinlich wurde deswegen der Tarif in Handy Internetpaket 1 GB umbenannt, denn da geht aus dem Tarifnamen schließlich klipp und klar hervor, um was es geht. Nix mit Complete, wo Datentransfer nicht wirklich komplett enthalten ist…

Der Tarif ist eigentlich recht einfach zu verstehen:
Man zahlt 9,90 Euro und hat dann einen Monat bzw. 30 Tage lang insgesamt ein Datentransfervolumen von 1 GB zur Verfügung. Falls man seine Bank- bzw. Kreditkartendaten im Simyo-Kundencenter angegeben hat kann man es auch so einrichten, dass automatisch jeden Monat alle 30 Tage 9,90 Euro abgebucht werden, so dass der Tarif dann verlängert wird.

Sollte man die 1 GB Datentransfer überschreiten zahlt man für jedes weitere Megabyte 24 Cent, soll aber auch die Möglichkeit haben erneut 9,90 Euro für ein weiteres 1 GB-Paket zu zahlen.

Netzqualität bei Simyo bzw. ePlus

Netzabdeckung

Simyo ist eine Tochtergesellschaft des drittgrößten deutschen Mobilfunkanbieters ePlus und nutzt das ePlus-Netz für seine Kunden. Das hat Vor- und Nachteile:

Ein vermeintlicher Nachteil bei ePlus ist der Netzausbau. Dieser wird oft nach dem Motto „Das Netz besteht mehr aus (Funk-)Löchern…“ kritisiert. Das kann ich jedoch persönlich so nicht unterschreiben. Ich hatte mit dem ePlus-Netz eigentlich in fast allen Situationen nie Probleme. Ob in Großstädten wie Berlin oder Bochum oder aber beispielsweise in Olfen und im Münsterland – ich hatte eigentlich immer ein gutes Netz. Okay, es gibt natürlich auch Orte, wo das ePlus-Netz nicht ausreicht (beispielsweise, wenn man von Datteln-Ahsen nach Oer-Erkenschwick fährt in einem der Waldstücke, im tiefsten Sauerland), aber die gibt es mit jedem Netzanbieter.
Hier muss man sowieso meiner Meinung nach den aktiven Selbsttest durchführen und schauen ob ein Anbieter wie ePlus oder Simyo dort funktioniert, wo man es mit am meisten benötigt – sprich: zu Hause, am Arbeitsplatz oder an den Orten, wo man sich regelmäßig aufhält.

Sprachqualität

Ein Vorteil des ePlus-Netzes ist meiner Meinung nach die Sprachqualität. Als langjähriger ePlus-Kunde hatte ich eigentlich schon immer das subjektive Empfinden gehabt, dass die Sprachqualität bei ePlus ((wenn man denn eine gute Netzanbindung hat)) sehr gut war bzw. ist – vor allem im Vergleich zu anderen Netzen, vor allem im Vergleich zum Vodafone/D2-Netz ((jedenfalls als ich es vor einigen Jahren mal ausführlich – noch zu Zeiten von Viag Interkom, dem Vorläufernamen von O2 – ausprobiert habe)).

Datenübertragung

Der Nachteil des ePlus-Netzes ist die meiner Meinung nach nicht ausreichende Qualität in Sachen Datentransfer. ePlus unterstützt meines Wissens nach bis jetzt nur die Übertragungsmethoden GSM, GPRS und UMTS. Letzteres klingt zwar toll, aber das reine UMTS bietet maximal 384 kBit/s (Download) bzw. 64 kBit/s (Upload) an, was meiner Meinung nach heutzutage zu langsam ist. Das war auch ein Grund für mich Bye, bye, ePlus! zu sagen bzw. darüber entsprechend zu bloggen.

Auch diesen Netzaspekt hat Simyo von der Mutter geerbt – nur ist das ein großes Manko (später mehr dazu).

Praxiserfahrungen

Für die nicht wirklich datentransferlastigen Anwendungen wie normale eMails, Twitter oder das Surfen (mittels Opera Mini) auf für Handy optimierte Internet-Seiten reicht die Geschwindigkeit von Simyo deutlich aus. Es macht meiner Meinung nach auch nur einen „gefühlten Unterschied“ aus, ob man jetzt einen Twitter-Beitrag mit GPRS oder dem besonders schnellen HSUPA ins Netz schickt.

Sobald jedoch beispielsweise bei eMails auch Anhänge im Spiel sind wird das schon kritischer. Ein 680 KB großes Foto, welches ich mit dem internen eMail-Programm des Nokia N80 versendet habe, brauchte geschlagene sieben Minuten und zwölf Sekunden bis es abgeschickt werden konnte. Natürlich kann man sich jetzt fragen, wer 680 KB große Fotos vom Handy aus verschickt, wo doch Handy-Fotos bekanntlich nicht immer die allerhöchste Qualität haben.
Als jemand, der jedoch gerne auch von unterwegs aus bloggt und dabei gerne den Fotodienst Flickr nutzt, gehört das Versenden von Bildern – auch in höherer Auflösung – zur alltäglichen Handynutzung dazu.

Auch das Abrufen von komplexeren Webseiten, insbesondere wenn man nicht einen bandbreitesparenden Browser wie Opera Mini verwendet, kann doch mal ein wenig länger dauern. Aber wer mit einem Handy surft (wenn es nicht gerade iPhone heißt) und nicht Opera Mini nutzt, macht meiner Meinung nach sowieso einen großen Fehler.

Nutzung außerhalb des Handys

Obwohl ja im Tarifnamen explizit das Wort Handy auftaucht, darf man den Tarif auch außerhalb des Handys nutzen. Beispielsweise kann man die SIM-Karte in einen Surf-Stick legen oder aber das Handy als Modem nutzen, welches dann via USB oder Bluetooth den Datentransfer für einen angeschlossenen Rechner erledigt.

Eigentlich ist das ja eine Selbstverständlichkeit, aber in Kürze plant beispielsweise T-Mobile eben diese selbstverständliche Nutzungsmöglichkeit bei den neuen iPhone-Tarifen einzuschränken. Dann darf man die freien Datentransfermengen nur noch mit dem iPhone selbst nutzen.

Reicht 1 GB für 30 Tage?

Das ist ja die eigentliche Gretchen-Frage dieses Tests. Ich behaupte, dass ich während meiner Testphase schon einiges über den Äther gejagt und empfangen habe. Man kann ja auch YouTube-Videos sich direkt auf dem Handy anschauen…
Ich habe während meiner Tests Simyo wirklich sehr extensiv genutzt – aber kam wohl nie über das Limit von einem 1 GB.

Insofern behaupte ich, dass die 1 GB mehr als gut ausreichen. Leider gibt es jedoch keine Möglichkeit der richtigen Kostenkontrolle. Das einzige was man hier machen kann ist zu schauen, ob das eigene Handy entsprechende Funktionen anbietet. So protokolliert das Nokia N80 den Datentransfer bei der Nutzung mit, so dass man einen ungefähren Näherungswert hat. Dieser Wert sollte jedoch nur als Näherungswert verstanden werden, denn wenn man nur 2 oder 3 KB abruft, wird einem durch die 10 KB-Taktung dennoch 10 KB bei Simyo abgezogen, während das Handy den deutlich geringeren Wert anzeigt.
Da jedoch die 10 KB-Taktung relativ fair ist (andere Anbieter hängen da noch eine Null hinten dran…) dürfte das nicht sooo das große Problem sein.

Nichtsdestotrotz wäre es schöner, wenn es eine Art Kostenkontrolle geben würde, die auf KB genau aussagt, wieviel man verbraucht und wieviel man noch in petto hat. Hier sollte Simyo einfach mal bei der Mutter ePlus nachhaken – denn dort gibt es den Dienst „Cost Control“, der einem – wenn ich mich richtig entsinne – sogar auf das KB genau den bisher verbrauchten Datentransfer mitteilen konnte.

Nachtrag: Wie ich inzwischen erfahren habe (siehe diesen Forenbeitrag) soll man bei einem Verbrauch von 900 MB (also 90 %) eine Warn-SMS bekommen. Wenn die 1 GB erreicht sind, wird man ebenfalls darüber in Kenntnis gesetzt.

Das Simyo-Portal

Eine Erwähnung wert ist noch das Simyo-Portal, wo man sich mit seiner Simyo-Telefonnummer und einem vorher ausgewählten Passwort anmelden kann. Dort kann man u.a. seine persönlichen Daten anpassen, einen anderen Tarif wählen, das Guthaben aufladen (siehe Abbildung), Rechnungen herunterladen, die Einstellungen für die mobile Internetnutzung anzeigen lassen usw.usf.


Simyo: Guthaben aufladen

Hier muss ich Simyo wirklich mal loben, denn wenn ich das mit dem Online-Portal von ePlus vergleiche, dann ist das wirklich ein großer Fortschritt. Alles ist einfach und übersichtlich gestaltet und man wird nicht durch Menüstrukturen merkwürdiger Art verwirrt und findet sein gewünschtes Ziel sofort bzw. sehr schnell.

Fazit

Das Ziehen eines Fazits ist schwer.

Wenn man nur anhand der Fragestellung des Praxistests Reichen 1 GB Daten auf dem Handy? ein Fazit ziehen will, dann lautet dieses ganz klipp und klar: 1 GB Datentransfervolumen reicht für die Handynutzung auf jeden Fall! Fast möchte ich mich fragen, wie man es (sinnvoll) schafft mehr zu verbrauchen.

Preislich gesehen braucht sich dieser Tarif nicht verstecken – wenn ich überlege, dass es Zeiten gab, wo ein MB Datentransfer über 20,- Euro gekostet hat, dann sind die 9,90 Euro für 1 GB Datentransfer wirklich unschlagbar.

Denn da kommen wir jetzt zum allgemeinen Fazit, welches sich nicht nur am Datentransfervolumen ausrichtet. Hier wird es dann schon etwas differenzierter, denn angesichts des technisch gesehen unterentwickelten ePlus-/Simyo-Netzes kann ich diesen Tarif nur dann wirklich empfehlen, wenn einem die GPRS/UMTS-Geschwindigkeiten ausreichen. Wenn man also mit seinem Handy mal zwischendurch eMails abrufen will, bei Twitter mitlesen und mitschreiben möchte oder sich aber kurz (bzw. bei 1 GB Transfervolumen auch ruhig lang…) im World Wide Web sich umschauen will – für den lohnt sich dieser Tarif.
Will man jedoch datenintensive Anwendungen nutzen, gar via Handy als Modem oder Surf-Stick unterwegs mit dem Notebook ins Netz – dann würde ich von diesem Tarif eher abraten.
Auch wer beispielsweise beim 3gstore.de ein SIM-Lock freies Apple iPhone ((Affiliate-Link, siehe auch hier)) erworben hat, sollte dieses meiner Meinung nach nicht unbedingt mit Simyo nutzen, da das nicht wirklich viel Spaß macht, angesichts der unzureichenden Datentransfergeschwindigkeit.

Töffte ((ruhrgebietsdeutsch für: gut, schön, passend))

  • klare Tarifstruktur: keine Ecken und Kanten
  • sehr günstiger Preis
  • 10 KB-Taktung
  • Nutzung des Tarifs auch mit Surf-Stick, Handymodem usw. möglich
  • gutes Internet-Portal

Panne ((ruhrgebietsdeutsch für: u.a. Zustand der Dösigkeit, etwas was nicht toll ist))

  • keine systeminterne Anzeige des verbrauchten Datentransfers
  • „nur“ GPRS/UMTS-Netz

Hinweis: Wie bereits im ersten Beitrag dieser Reihe beschrieben, wurde mir ein Simyo-Starterset von Simyo kostenlos zur Verfügung gestellt.


14 Kommentare »

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