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Jens Matheuszik — 5. Juli 2009, 12:07 Uhr

Wind Griechenland: Prepaid-Internet-Flatrate (Erfahrungsbericht)


Wind Prepaid-Karte F2GVor rund einem Monat war ich für 14 Tage auf Kreta.

Von Anfang an war mir klar, dass ich auch versuchen werde dort teilweise online zu sein. Alleine schon, weil ich keine Lust hatte, das nach meiner Rückkehr nach Deutschland x-hunderte oder gar mehr eMails auf mich warten. Deswegen war mir klar, dass ich mein Apple MacBook mitsamt meinem Fonic SurfStick ((Affiliate-Link, siehe auch hier)) (siehe den ausführlichen Testbericht) mitnehmen würde.

Die Frage war halt nur: Mit welchem Mobilfunktarif soll man einigermaßen günstig auf Kreta online gehen? Und welches Handy soll ich da mitnehmen?

Erste Überlegungen

Da ich mein Apple iPhone 3G über einen regulären Vertrag bei T-Mobile nutze (und nicht ein SIM-lock-freies Modell wie z.B. vom 3gstore.de nutze), war mir klar, dass ich das iPhone nicht mit nach Kreta mitnehmen werde. Schließlich kann ich das dort nur zu sehr teuren Roaminggebühren nutzen und gerade im Datenbereich sind diese immer noch sehr hoch – EU hin oder her ((abgesehen davon: die aktuelle Mobilfunk-Preisreduzierung innerhalb der EU galt noch nicht, da der Urlaub vor dem 1. Juli 2009 stattfand)). Insofern fiel die Methode das iPhone mit einer griechischen Prepaid-Karte zu nutzen von Anfang an weg – und das iPhone mitzunehmen, ohne es vernünftig nutzen zu können, war auch keine Option.

Statt des iPhones plante ich dann mein altes Nokia N80 Internet Edition mitzunehmen. Für das gelegentliche Prüfen von eMails (mittels Google Mail für Handys) und ein wenig Surfen via Opera Mini reicht das N80 als Symbian-Handy deutlich aus. Für die Nutzung von Twitter nutzte ich normalerweise früher auf dem N80 das Programm Twibble. Auf Hinweis von Stefan Evertz habe ich mir noch testweise Gravity installiert.

Griechische Mobilfunkprovider

Kurz vor meinem Urlaub erschien die aktuelle c’t mit dem Artikel Im Urlaub online, zu dem im Inhaltsverzeichnis folgendes stand:

„Twittern an der Algarve, E-Mailen auf Kreta, Chatten aus Hurghada – mit Handy oder Netbook kein Problem. […]“

Der Artikel informierte recht gut allgemein über die Situation – konkrete Anbieter-Tipps gab es jedoch nicht. Ich machte mich ein wenig im Internet schlau ((u.a. auch durch Tipps des Autoren des c’t-Artikels)) und fand dort u.a. Beiträge wie Mobiles UMTS Internet in Griechenland. Durch Beiträge wie diesen und weiteren erfuhr ich, dass eventuell die beiden Anbieter Vodafone und Wind ((netterweise gibt es beide Seiten auch – wie hier verlinkt – auf englisch)) in Frage kämen.
Bei Vodafone dachte ich an die Surf & E-Mail-Tarifoption und bei Wind an die ADSM Non-Stop-Option ((ADSM scheint die Abkürzung für ADSL Mobile und/oder HSDPA zu sein)).

Ich mailte daraufhin beide Anbieter (auf englisch) an und fragte nach, wie das Netz in Istro (in der Nähe von Agios Nikolaos) sei, ob neben dem langsamen GSM auch Datenverbindungen mit den (jeweils schnelleren) Übertragungsmethoden GPRS, EDGE oder HSDPA möglich sind. Schlußendlich wollte ich auch noch wissen, ob es Läden des jeweiligen Mobilfunk-Providers in Agios Nikolaos geben würde und was man für den Kauf mitbringen müsse.

Antwort von Wind / Absage von Vodafone

Von Wind bekam ich einige Tage – als ich schon auf Kreta war ((wo ich übrigens merkwürdigerweise zwar mit T-Mobile Anrufe und SMS empfangen konnte, aber keine SMS selber verschicken)) – später dann die Antwort, dass es in Istro kein 3G ((also UMTS und das darauf basierende HSDPA)) geben würde und weitere angefragte Details zum ADSM Non-Stop-Tarif. Sehr schön. Leider keine Antwort ob es einen Wind-Laden in Agios Nikolaos geben würde.

Von Vodafone hatte ich bis dahin keine Antwort bekommen, jedoch beim ersten Besuch in Agios Nikolaos sah ich fast sofort einen Vodafone-Laden. Leider teilte man mir dort mit, dass man Datentarife „only for contracts“ buchen könne und nicht bei Prepaid-Karten. Insofern hatte sich das Thema Vodafone dann für mich erledigt.

Im Wind-Laden in Ierapetra

Mein Hotel Istron Bay bot auch ein kostenpflichtiges WLAN an ((über den Anbieter WiPlus; beispielsweise 200 Minuten für 10,- Euro)), so dass ich darüber auf der Wind-Homepage auch die Suche nach Wind-Läden aufrufen konnte. Hier muss man jedoch wissen in welcher griechischen Präfektur man sucht, denn das Suchformular fragt diese ab. Für Agios Nikolaos ist es die Region „Lasithiou“ ((auf deutsch: Lasithi)). Dort fand ich dann auch einen Hinweis auf einen Wind-Laden in Ierapetra ((einer Stadt im Süden Kretas)) – was im Nachhinein recht passend war, denn am nächsten Tag sollte es genau dorthin gehen.

Ohne wirklich zu suchen, einfach beim Weg in Richtung Strand, sah ich den Wind-Laden und fragte dort nach einer Prepaid-Karte und dem Internet-Tarif ADSM Non-Stop 7. Die freundliche Verkäuferin kam sofort mit ein paar Handy-Schachteln an, so dass ich schnell „SIM-card only, please“ bat und sie mir dann eine F2G-Karte ((für 5,- Euro)) (siehe Abbildung oben) freischaltete.
Sie war dann auch gleich so freundlich mein Konto um 15,- Euro aufzuladen und die ADSM-Option via SMS zu beauftragen. Für 15,- Euro bekommt man dabei dann sieben Tage lang quasi eine Internet-Flatrate, wobei Wind pro Tag im Rahmen einer „Fair Use Policy“ 1 GB gewährt. Normalerweise kostet das Angebot das doppelte – aber im Rahmen einer Promo-Aktion, die anscheinend laufend verlängert wird ((ursprünglich hieß es mal bis Ende Mai, dann bis Ende Juni und momentan findet sich auf der Seite der Hinweis, dass das ganze bis Ende September 2009 gilt)), bekommt man die 7 Tage für 15,- Euro (und 2 Tage für 5,- Euro).

Das die Verkäuferin die ADSM-Option gleich mit ihrem Handy ((meines hatte ich leider nicht dabei)) aktivierte fand ich gut – dass es sehr gut war, zeigte sich dann einige Tage später.

Abends im Hotel legte ich dann die SIM-Karte ins Nokia N80 ein und konnte problemlos mit den jeweiligen Applikationen ins Netz gehen, da die entsprechenden Zugangspunkte ((so heißen die jeweiligen Profile für Datenverbindungen bei Nokia)) TIM GPRS und TIM Internet schon angelegt waren. Wenn ich das ganze noch richtig in Erinnerung habe, funktionierte TIM GPRS mit allen Programmen (Google Mail, Gravity, Opera Mini und Twibble), während TIM Internet nur mit Google Mail und Opera Mini funktionierte.

Die Geschwindigkeit war für das Abrufen von eMails und Twitter absolut in Ordnung, obwohl es maximal eine GPRS-Verbindung war. Doch auch für das Abrufen von Internet-Seiten via Opera Mini war das ganze okay.

Ach ja – telefonieren kann man mit Wind auch. Das ist aber bei Gesprächen nach Deutschland mit 0,912 Euro pro Minute recht teuer (siehe diese Preisliste). Aber zum telefonieren wollte ich die SIM-Karte von Wind ja eh nicht nutzen.

Mit Wind via Fonic SurfStick online

Natürlich wollte ich dann auch meine Wind-Karte mit meinem SurfStick ausprobieren, was problemlos mit folgenden Einstellungen klappte (über das Menü „Einstellungen“ – „Optionen“ und „Neu“ habe ich ein neues Profil eingerichtet):

Profilname: Wind ((kann natürlich auch „Räuber Hotzenplotz“ heißen…))
APN: Statisch
APN: gint.b-online.gr
Zugangsnummer: *99#
Benutzername: ((bleibt leer))
Passwort: ((bleibt leer))
Authentifizierungsprotokoll-Einstellungen: CHAP

Mit diesen Einstellungen klappte es ohne Probleme mit dem Fonic SurfStick – alle üblichen Programme funktionierten ohne Probleme.

Netzabdeckung von Wind auf Kreta

Die Netzabdeckung von Wind in Istro war – wie seitens Wind angekündigt – nicht ganz so gut. Im Hotel selbst hatte ich nur GSM und GPRS, draußen jedoch (vor allem am späten Abend) ging es jedoch auch mit EDGE, UMTS und teilweise sogar HSDPA. Insofern war es sogar besser als erwartet.
Das man teilweise nur GSM und GPRS hatte, merkte man jedoch nur bei der Nutzung der Wind-Karte im SurfStick, wenn man beispielsweise einen Beitrag zu den Netzsperren geschrieben hat und versucht auf das WordPress-Backend zuzugreifen.

In den großen Städten gab es eigentlich nie Netzprobleme ((außer am letzten Tag in der Flughafen-Lobby in Iraklio)), je mehr man jedoch beispielsweise Bergdörfer ansteuerte um so eher gab es Netzausfälle. Insgesamt gesehen war das Netz jedoch wirklich in Ordnung.

Nach sieben Tagen: Guthaben aufladen

Nach sieben Tagen endete die Laufzeit der günstigen Datenoption, so dass ich diese verlängern musste. In einem Carrefour-Supermarkt gab es an der Kasse die inzwischen üblichen Prepaid-Karten, die die von der Kasse nur eingescannt werden und wo man dann daraufhin einen Ausdruck mit einer 16-stelligen Zahl bekommt, die man zum Aufladen benutzen kann.
Das Aufladen geht per SMS ganz einfach – man schreibt einfach eine SMS an die Rufnummer 1268 und der Text ist einfach nur die 16-stellige Zahl.

Direkt danach bekam ich dann eine SMS die sich – durch Übersetzungshilfe vor Ort – als Bestätigung der Aufladung erwies. Danach schickte ich eine SMS mit dem Text „NS 2“ an die Rufnummer 19595 um mir für weitere zwei Tage die Internet-Flatrate zu sichern, was mir dann auch via SMS bestätigt wurde.

Übersetzungen zu den Statusmeldungen von Wind via SMS finden sich am Ende des Beitrages.

Mail von Vodafone Greece

Meine ursprüngliche Mailanfrage an Vodafone und Wind hatte ich zeitgleich einige Tage vor Urlaubsbeginn gestellt. Von Wind kam die Antwort kurz nach Urlaubsbeginn, die von Vodafone erst kurz vor Ende des Kreta-Aufenthaltes. Die Fragen von mir wurden zwar ausführlicher beantwortet als von Wind, aber leider halt recht spät. Was mich jedoch ärgert – und Vodafone selber ärgern sollte, da es sie um Umsatz gebracht hat – ist die Tatsache, dass mir in der Mail erklärt wird, dass ich auch mit einem Prepaid-Tarif die Datenoptionen hätte nutzen können. Hätte ich das vorher gewußt, dann hätte ich wohl sofort Vodafone gebucht und gar nicht den Wind-Laden einige Tage später aufgesucht.

Fazit

Ich bin positiv überrascht gewesen wie einfach es war mittels Wind online zu gehen. Das einzige Problem was ich hatte war es, die Statusmitteilungen von Wind zu verstehen, da ich kein griechisch kann. Die SMS, in denen jedoch Inhalte wie „BMW“ und „1 E/SMS“ standen – da vermutete ich einfach mal, dass das Werbung für irgendwelche SMS-Gewinnspiele war.

Die Netzabdeckung war auch gut und deutlich besser als zum Beispiel das Netz während einer ICE-Fahrt von Richtung Ruhrgebiet nach Berlin.

Auch die Preise sind in Ordnung – wenn man das auf die Internet-Flatrate bezieht. 5,- Euro für zwei Tage oder aber 15,- Euro für sieben Tage sind meiner Meinung nach absolut in Ordnung. Vor allem wenn man sich die Preise des Hotel-WLAN-Betreibers WiPlus im Vergleich dazu anschaut. Selbst wenn die Promo-Aktion beendet werden sollte ((wobei ich da ja den Eindruck habe, dass sie stetig verlängert wird)), wäre das noch günstiger als das Hotel-WLAN.

Das einzige was preislich etwas stört sind die Kosten für die Gespräche ins Ausland ((für das griechische(!) Inland gibt es deutlich günstigere Tarife)). Über 90 Cent für die Minute Telefonieren nach Deutschland ist ein Preis von vorgestern. Da wären ja selbst die Roaming-Gebühren via T-Mobile deutlich günstiger. Aber zum Telefonieren hatte ich mir die SIM-Karte Wind F2G nicht geholt (da hätte es auch günstigere Alternativen gegeben).

Übersetzung Wind-SMS: Griechisch – Deutsch

Während meines Aufenthaltes bekam ich einige Statusmeldungen von Wind via SMS. Die meisten davon konnte ich nicht wirklich identifizieren, nur halt die SMS-Gewinnspiele, an denen ich dann doch nicht teilgenommen habe.
Dank Athanasios Papapostolou, der mir von Stefan Laurin von den Ruhrbaronen empfohlen wurde, konnte ich die Mitteilungen jedoch übersetzen. Leider habe ich die ursprünglichen SMS zur Aktivierung von Wind und der 7-Tages-Internet-Flatrate nicht mehr, da die Aktivierungen dazu nicht auf meinem Handy vorgenommen worden sind.

Hier jetzt die Übersetzungen:

  • WIND: TO YΠOΛOIΠO TOY XPONOY OMIΛIAΣ ΣAΣ ΔIΠΛAΣIAΣTHKE ME THN AΞIA THΣ ΠPΩTHΣ KAPTAΣ ΠOY ANANEΩΣATE.
    Wind: Das restliche Gesprächsguthaben hat sich mit dem Wert der 1. Karte verdoppelt.

    Fragt mich bitte nicht, in welchem Zusammenhang ich diese SMS bekommen habe…
  • WIND: H IΣXYΣ TOY ΠAKETOY „NS“ ΣAΣ ΓIA AΠEPIOPIΣTO INTERNET ΛHΓEI ΣHMEPA ΣTIΣ 12 TO BPAΔY.
    Wind: Ihr Paket „NS“ für uneingeschränktes Internet läuft heute Abend um 24 Uhr ab.

    Das war nach den sieben Tagen Laufzeit für den Internet-Tarif ADSM Non-Stop 7. Wenn mich meine Aufzeichnungen übrigens nicht trügen, hatte ich sogar mehr als sieben Tage, denn nach dem Tag der Aktivierung in Ierapetra hatte ich – wenn ich mich jetzt nicht vollkommen irre – den Tag der Aktivierung und darauf folgend noch volle sieben Tage.
  • O XPONOΣ OMIΛIAΣ ΣAΣ EXEI ANANEΩΘEI.
    Ihr Gesprächsguthaben wurde soeben verlängert.

    Das ist die Meldung nach der erfolgreichen Aufladung meines Wind-Guthabens.
  • MH AΠOΔEKTOΣ KΩΔIKOΣ KAPTAΣ.
    Nicht akzeptierter Karten-Code.

    Im Gegenzug dazu die nicht erfolgreiche Aufladung…
  • NS 2:EΠITYXHΣ EΓΓPAΦH.EXETE ΣTH ΔIAΘEΣH ΣAΣ,2 MEPEΣ INTEPNET(ME OPIO 2GB ΣYNOΛIKA)
    NS2: Erfolgreiche Anmeldung: Sie haben 2 Tage Internet zur Verfügung (für insgesamt 2GB Verbrauch)

    Anmerkung: Das P im griechischen Internet stand da wirklich so…
    Das war die Bestätigung für den zweiten Zeitraum mit dem Tarif ADSM Non-Stop 2. Ich gehe mal stark davon aus, dass die erfolgreiche Anmeldung bei ADSM Non-Stop 7 grundsätzlich genauso aussieht, nur dass halt jeweils die Ziffer 2 durch die Ziffer 7 ersetzt wird.

89 Kommentare »

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