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Jens Matheuszik — 4. Mai 2009, 21:28 Uhr

Das war das PolitCamp für mich


PolitCamp09 in BerlinInsgesamt drei sehr lehrreiche aber auch stressige Tage liegen hinter mir, denn das PolitCamp09 fand am vergangenen Woche in Berlin statt.

Rund zweihundert Tage nach der ersten Idee durch Valentin Tomaschek zeigten mehr als 400 bis 500 Gäste ((von ursprünglich über 600 angemeldeten)), dass aus einer guten Idee, die Valentin damals zweifelsohne hatte, auch etwas wirklich greifbares werden kann. Mag sein, dass das Schlagen eines Schmetterlingflügels in Amerika eine Sturmflut in Asien verursachen kann – hier konnte eine gute Idee hunderte von Leuten in die Hauptstadt Deutschlands bewegen um dort gemeinsam zu diskutieren und vor allem voneinander zu lernen.

Neben vielen guten Dingen gab es sicherlich auch verbesserungsfähige Aspekte, aber es wäre ja auch merkwürdig, wenn man eine Sache nur mit schwarz oder weiß bewerten würde.

Schwarz und weiß bringt mich übrigens zu Twitter:
Dahingehend habe ich mich ja in der dankenswerterweise spontan von AngieDor einberufenen Session Politikerbashing im Web 2.0 ((als direkte Reaktion auf die provokanten Aussagen vor der Twitterlesung)) sehr darüber aufgeregt, dass Leute Twitter direkt verurteilten, weil sie der Meinung waren, dass man mit Twitter inhaltlich keine Politik betreiben kann. Das halte ich für falsch, denn erst einmal ist Twitter nur ein Instrument. Wie man es nutzt ist immer noch eine andere Sache. Ziemlich nützlich war Twitter war z.B. für die Session Aus dem Leben eines Politikers, wo es gewünscht war, dass Politiker aus dem Alltag „zwischen den Fronten“ berichten.

Dank Twitter war es großen Aufwand möglich innerhalb kürzester Zeit Ralf Stegner, den Landes- und Fraktionsvorsitzenden der SPD in Schleswig-Holstein ((der kurz vorher via twitter erklärt hatte, dass er jetzt im Zug von Kiel nach Berlin sei)), dazu zu bewegen, für eben diesen Session-Wunsch zur Verfügung zu stehen. Ich persönlich fand, dass dies angesichts der offenen Worte die dort getroffen wurden eine der besten Sessions des gesamten PolitCamps war, die ich persönlich mit erlebt habe. Das war BarCamp-at-its-best!

Ich könnte jetzt auch gleich das zum PolitCamp passende Gegenbeispiel in Sachen Twitter bringen, wo Schnellschüsse in 140 Zeichen sich als nicht wirklich hilfreich erwiesen haben, aber ohne da ins Detail gehen zu wollen, zeigt sich hier recht gut, dass twitter ein Instrument ist. Dieses Instrument kann gut oder schlecht verwendet werden. Es ist aber nicht per se gut oder schlecht.

Sehr schön gefallen hat es mir, dass man auf dem PolitCamp – neben vielen alten Bekannten, wo man sich freute sie erneut zu sehen – auch endlich mal die Personen hinter den Twitter-Avataren, den Blog-Favicons oder aus den Kommentaren im „real life“ zu erblicken, die man ansonsten nur virtuell kannte. Oder aber alte dol2day-Bekannte, egal welch merkwürdige politische Einstellung sie auch haben… ;)

„Inhaltlich“ lief übrigens meiner Meinung nach die von Stefan Evertz, Guido Brombach und mir geleitete Sessionplanung gut, schnell und auch recht problemlos ab – und das, obwohl ein nicht geringer Teil der Besucher keine BarCamp-Erfahrungen hatte.
Technisch allerdings lief das ganze nicht so gut ab, wie ich es mir eigentlich vorgestellt hatte. Das lag aber daran, dass bei Aufschaltung des Video-Signals meines MacBooks auf den Beamer ich plötzlich auch auf dem MacBook mit der formidablen Auflösung von 640×480 Pixeln arbeiten musste. Ich bin mir sicher, dass es einen Weg gibt, das technisch besser hinzubekommen ((über Spaces, Monitor-/Beamer-Desynchronisierung usw.)) – aber kurz vor Beginn der Sessionplanung wollte ich da lieber nichts ausprobieren.
Sie lief aber besser ab als das WLAN, denn da gab es dann doch die bereits im Vorfeld prognostizierten DHCP-Probleme bzw. zu wenig freie IP-Adressen. Anscheinend ist das ganze – wie ja auch die re:publica 09 im Vormonat zeigte – wohl doch problematischer als gedacht.

PolitCamp09-Mixxt-CommunityInzwischen hat übrigens die PolitCamp-Community bei Mixxt (siehe Bild), ohne die die Sessionplanung gar nicht erst möglich gewesen wäre, auch die Möglichkeit bekommen Sessionlinks aufzunehmen. Wer also von seiner Session die Präsentation im Netz (z.B. bei Slideshare) gespeichert hat, kann hier einfach den Link den Teilnehmern zur Verfügung stellen. Auch kann man hier – wie auch schon zuvor – im Presse- & Blog-Spiegel Berichte rund um das PolitCamp verlinken.

Dort werde ich dann auch die beiden Videos hereinstellen, die ich auf dem PolitCamp gemacht habe – einmal mit dem schon bereits erwähnten Ralf Stegner und einmal mit Sebastian Reichel (bei der SPD für den Internet-Wahlkampf zuständig).

Inzwischen ist auch schon ein PolitCamp10 angekündigt – dieses soll, wie man inzwischen erfahren konnte, Anfang 2010 in Nordrhein-Westfalen stattfinden. Angesichts der dann stattfindenden Landtagswahlen finde ich die Idee gut. Setzt mich also schon mal auf die Frühbucher-Liste – falls das PolitCamp auch Geld kosten sollte.


7 Kommentare »

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