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Jens Matheuszik — 7. März 2009, 12:23 Uhr

Echo Münster: Keine Trennung von redaktionellen Inhalten und Werbung?


Ende 2007 berichtete ich von den Plänen ehemaliger Redakteure der Münsterschen Zeitung (MZ) zur Etablierung von Echo Münster, einem Online-Stadtmagazin.

Bei onlinejournalismus.de gab es damals ein Interview mit einem der Verantwortlichen von Echo Münster, aus dem u.a. folgendes hervorging:

[Frage onlinejournalismus.de] Welche Ziele verfolgen Sie mit Echo Münster, was wollen Sie in einem Jahr erreicht haben?

[Antwort Stefan Clauser] In einem Jahr soll sich echo-muenster über Werbung selbst finanzieren können. Die Schaffung einer bescheidenen Zahl von Arbeitsplätzen ist beabsichtigt.

Das klingt ja alles ganz gut. Das sah aber gestern auf der Startseite ((im Hauptteil, quasi der Mittelspalte)) zum Beispiel so aus:

Echo Münster: (nicht-)Trennung redaktioneller und werblicher Inhalt

Oben sieht man einen kurzen redaktionellen Hinweis ((Teaser? Anteaser?)) nebst passendem Portraitfoto auf die Meldung Drei Punkte in Flensburg und 80 Euro Buße: Markus Lewe hatte das Gaspedal zu kräftig getreten. Bei Markus Lewe handelt es sich um den CDU-Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters von Münster und daher überrascht es nicht, dass die Meldung über die „Raserei“ des Politikers Thema bei Echo Münster ist.

Unter dieser Meldung findet man das Portraitmotiv noch einmal. Augenscheinlich ist es das gleiche Motiv ((Markus Lewe)), auch wenn in dieser Variante die Hautfarbe nicht ganz hautkrebsgefährdet aussieht.

Dieses Bild ist jedoch kein redaktioneller Inhalt (wie das Bild wenige cm weiter oben) sondern Teil einer flash-basierten Werbung: Schaut man sich jetzt die Startseite von Echo Münster an erkennt man, dass Markus Lewe unter fast jedem Hauptartikel eingeblendet wird und daraus dann eine Werbung für den CDU-OB-Kandidaten wird.

Das ganze ist natürlich seitens der CDU legitim – genau so legitim wie die SPD-Werbung, die zum Teil oberhalb der Hauptartikel eingeblendet wird.

Was ich jedoch daran bemängeln möchte ist die absolut fehlende Trennung von redaktionellem und werblichen Inhalt. Gerade bei oben abgebildeten Screenshot von gestern fehlt es deutlich auf, dass so etwas wirklich zur Verwirrung beitragen kann. Ich kann ja verstehen, dass man (siehe Zitat aus dem Interview) mit der Werbung das Online-Stadtmagazin und seine Arbeitsplätze finanzieren will, aber dennoch sollte man nicht gegen das Gebot der Trennung von redaktionellen Inhalten und Anzeigen verstoßen.

Was ich jedoch nicht bemängeln möchte (als Sozialdemokrat) ist die Tatsache, dass die CDU mit ihrem OB-Kandidaten so schlau ist, dass sie ihre eigene Werbung noch nicht einmal mit einem Link zur Kandidatenseite unterlegen. Da ist die SPD in Münster doch pfiffiger, da man von deren Werbung mit einem Klick bei wolfgang-heuer.ms landet, wo sich Wolfgang Heuer, der OB-Kandidat der SPD und von den Grünen, vorstellt.


6 Kommentare »

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