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Jens Matheuszik — 16. Februar 2009, 09:23 Uhr

Gelesen: abgemurkst. Maggie Abendroth und das gefährliche Fischen im Trüben


Schon vor einiger Zeit habe ich den Roman totgepflegt. Maggie Abendroth und der kurze Weg ins Grab des Autoren-Duos Minck & Minck gelesen (siehe den Kurzbericht im Pottblog bzw. die Rezension Bestattungen, Bochum und eine gescheiterte Drehbuchautorin bei Westropolis).

Vor kurzem las ich dann in einem Artikel der WAZ Bochum, dass der Roman abgemurkst. Maggie Abendroth und das gefährliche Fischen im Trüben beim Wettbewerb Bloody Cover des Krimi-Forums nominiert ist.

Korrekterweise muss man sagen, dass eigentlich das Titelbild von Helge Jepsen, welches einen typischen Ruhrgebietskiosk zeigt ((wer das Bild in groß sehen will, kann dies auf der zum Roman gehörigen Website Fragen Sie Oma Berti)), nominiert wurde.

Das ist jetzt Anlass für mich den den zweiten Band der Romanreihe rund um die ehemalige Drehbuchautorin Maggie Abendroth zu rezensieren:

Maggie im Kururlaub

Eigentlich ist die gescheiterte Drehbuchautorin Maggie Abendroth mitten im Ruhrgebiet, genauer gesagt in Bochum, zu Hause, doch der zweite Roman dieser amüsanten Krimireihe führt recht schnell wo anders hin. Maggie ist nämlich im Kurort Bad Camberg ((da musste ich erstmal – z.B. bei der Wikipedia – nachschauen, um zu wissen, dass es einen Ort mit einem solchen Namen wirklich gibt)), wohin sie Oma Berti, die Großmutter eines guten Freundes, in den Kururlaub begleitet.

Natürlich wäre es kein Minck & Minck-Krimi, wenn es in diesem Roman nur um die üblichen Kurereignisse (Behandlungen, Massagen und Schatten) gehen würde und dann wäre der Romantitel „abgemurkst“ wohl auch nicht wirklich zutreffend. Denn in der Geschichte wurde ((wer hätt’s geahnt?!)) jemand abgemurkst, so dass es plötzlich einen Mordfall zu lösen gibt.

Zurück in Bochum macht sich Maggie zusammen mit Oma Berti daran den Mordfall zu lösen – nebenbei versucht Maggie auch gleich noch ihr nicht wirklich stringent verlaufendes Leben in ihrem Sinne zu lösen.

Wer sich in Bochum oder dem Ruhrgebiet einigermaßen auskennt ((leider ist Oma Bertis Kiosk in Bochum-Ehrenfeld nur Fiktion)) oder aber sich dafür interessiert, wird abgemurkst mögen, denn das Lokalkolorit ist sehr stimmig, wirkt dabei aber keinesfalls künstlich aufgesetzt und unnatürlich. Den beiden Autorinnen gelingt es dabei auch noch lustig zu schreiben, ohne dass das Ganze zu lustig oder gar lächerlich wird.

Das Einzige, das mich ein wenig störte, ist ein kleiner Teil am Ende des Romanes ((Stichwort: „Weißer Ritter“ – das Ganze ist zwar keinesfalls deus ex machina, aber in der Form dann doch irgendwie nicht ganz stimmig)), aber das ist auch schon der einzige Kritikpunkt, den ich habe.

Fazit

Die Figur der Maggie Abendroth ist interessant, die eigentliche Geschichte ist gut geschrieben, das lokale Element ist sehr gut umgesetzt – insgesamt ist es ein empfehlenswerter Roman, den ich auch innerhalb eines Wochenendes „verschlungen“ habe, da ich das Buch nicht weglegen konnte – schließlich wollte ich ja wissen, wie es weitergeht.

Ich empfehle jedoch allen, die jetzt auf die Maggie Abendroth-Reihe erstmalig aufmerksam gemacht worden sind, dass man den ersten Teil der Reihe namens totgepflegt. Maggie Abendroth und der kurze Weg ins Grab unbedingt vorher lesen sollte, da dies zum besseren Verständnis ungemein beiträgt, wobei die Lektüre des ersten Bandes nicht zwingend notwendig ist – es wäre aber um die gute Unterhaltung, die man beim Nichtlesen verpassen würde, sehr schade.

Töffte ((ruhrgebietsdeutsch für: gut, schön, passend))

  • interessanter Fall
  • gut dargestellte Charaktere
  • lustig geschrieben
  • stimmiger Lokalbezug zum Ruhrgebiet

Panne ((ruhrgebietsdeutsch für: u.a. Zustand der Dösigkeit, etwas was nicht toll ist))

  • am Ende eine meiner Meinung nach übertriebene Darstellung in einem bestimmten Punkt

4 Kommentare »

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