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Jens Matheuszik — 25. November 2008, 06:41 Uhr

Vom Wunsch einen Zettel zu erhalten


Kitsch as kitsch canJedes Jahr – und das seit Jahrzehnten – das gleiche Ritual. Meine Eltern fragen mich, was ich mir denn so zu Weihnachten (siehe das Super-Symbolfoto) wünschen würde.

Als kleines Kind hat man noch an das Christkind seinen Wunschzettel geschrieben, bis man dann irgendwann mehr oder weniger zufällig bemerkte, dass die eigenen Eltern noch eine andere Rolle in dieser Sache spielen als Überbringer des Wunschzettels an das Christkind. Das war aber auch spätestens dann klar, wenn das Christkind plötzlich Termine „verwechselt“ hatte. Da ich im Januar Geburtstag feiere kam es immer wieder vor, dass ich mir zu Weihnachten etwas wünschte, was es erst zum Geburtstag knapp einen Monat später gab. Solche „Fehler“ würde das Christkind oder gar der Weihnachtsmann sicherlich nicht machen.

Natürlich sollte man da nicht undankbar sein – aber es ist doch eher unpraktisch, wenn man sich zu Weihnachten einen DVD-Player und ein paar DVDs wünscht, den kausalen Zusammenhang beider Sachen genau erwähnt, und dann zu Weihnachten die DVDs bekommt und den DVD-Player knapp einen Monat später zum Geburtstag…

Inzwischen, wo man erwachsen ist, schreibt man nicht mehr an das liebe Christkind, sondern Wunschzettel werden schon recht modern via eMail verschickt, damit man eher passende als unpassende Geschenke erhält.

Doch eine Sache stört mich bei dieser ganzen Weihnachtszeit sehr: Die ältere Generation scheint nicht in der Lage sein, selber einen Wunschzettel anzufertigen! Ich freue mich, wenn ich zu Weihnachten, zum Geburtstag aber auch so den Leuten mal eine Freude machen kann. Im normalen Jahresverlauf ist das auch kein Problem, da findet man immer wieder mal etwas, was man gut mitbringen kann, aber spätestens Ende November (so wie jetzt) beginnt für mich der große Stress:

Man möchte, durch Weihnachtsrituale seit Jahrzehnten entsprechend geprägt, auch zu Weihnachten der lieben Verwandtschaft was schönes schenken, etwas wobei man sich selber etwas gedacht hat, aber auch etwas, mit dem die Beschenkten wirklich etwas anzufangen wissen und was sie auch gerne selber haben wollen und vielleicht auch eine kleine Besonderheit darstellt1.

Nur: Was soll man Leuten schenken, die einem die eigenen Wünsche nicht wirklich mitteilen? Jedes Jahr überlege ich wieder von neuem und das fiese ist dann auch noch, wenn die Eltern dann auch noch im November und Januar jeweils ihre eigenen Geburtstage feiern. Der Januar-Geburtstag liegt sogar so nahe an den Feiertagen, dass man das am besten im Weihnachtstrubel gleich miterledigt, da man ansonsten kaum Zeit dafür hat.

… und jetzt werde ich erst mal wieder Google Docs aufrufen und meinen Wunschzettel erweitern. Bisher steht da nur SingStar ABBA drauf…

  1. womit dann Haushaltsgeräte und S(chlips), O(berhemden), S(ocken)-Geschenke ausfallen []

6 Kommentare »

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  1. (1) Kommentar by Stefan @ 25. November 2008, 07:57 Uhr

    Ich mag Wunschzettel – ich schreibe und bekomme sie gerne. Gehört zu Weihnachten.


  2. (2) Kommentar by tboley @ 25. November 2008, 09:30 Uhr

    Ich bin seit zwei Jahren dazu übergegangen, meinen Wunschzettel konsequent bei einem großen Online-Händler zu pflegen. Sehr praktisch. Lösst leider nicht das beschriebene Problem, wenn man von anderen keinen Wunschzettel, in welcher Form auch immer, erhält.


  3. (3) Kommentar by Syberia @ 25. November 2008, 16:14 Uhr

    … und was wünscht die Basis heute Herrn Clement?


  4. (4) Kommentar by Landfrau @ 25. November 2008, 18:47 Uhr

    Das Problem ist, dass die lieben „älteren“ Verwandten fast am Ziel ihrer Wünsche angelangt sind, nicht weinen, da kommt jeder hin.


  5. (5) Kommentar by Jens @ 1. Dezember 2008, 20:19 Uhr

    @Stefan (1):
    Schreiben mag ich auch lieber als auf sie zu warten. 😉

    @tboley (2):
    Lass mich raten… fängt mit A an und ein Z taucht auch drin auf?

    @Syberia (3):
    Inzwischen gehört er ja nicht mehr zur SPD… ich finde er hat es jetzt auch so langsam aber sicher übertrieben.

    @Landfrau (4):
    Das hat natürlich was für sich diese Argumentation.


  6. (6) Kommentar by Adrianna Schmidt @ 6. März 2009, 16:20 Uhr

    ich wünsche mir dieses jahr zu weihnachten einen audi s3 sportback…scheiss auf die rezession *hehe* (wer ironie findet, darf sie behalten)


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