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Jens Matheuszik — 14. November 2008, 19:11 Uhr

Resolution der Lokalredakteure der WAZ-Mediengruppe


Schon am Montag berichtete das Pottblog über die Betriebsversammlung der Betriebsräte von WAZ, NRZ, WR und WP in der Essener Lichtburg, die am Dienstag stattfand.

Passend zur Betriebsversammlung wurde eine Resolution der Lokalredakteure der WAZ-Mediengruppe erarbeitet. Diese befürchten, dass die Sparpläne der WAZ-Mediengruppe sich auch vor allem personall negativ bei den Lokalredaktionen im Lande niederschlagen.

Seitens der Lokalredakteure ist man der Meinung, dass dies der falsche Weg ist – wie man der nachfolgend dokumentierten Resolution entnehmen kann:


Mitarbeiterresolution

Wir, die redaktionellen Mitarbeiter der vier Zeitungstitel WAZ/NRZ/WR/WP, erklären angesichts der dramatischen Auflagenverluste unserer Blätter und den daraus resultierenden bevorstehenden Maßnahmen – u.a. der Umfangreduzierung und des Personalabbaus –

  1. Wir verstehen uns als leidenschaftliche Streiter für eine regionale Zeitung.
  2. Wir engagieren uns im Dienste der Leser dieser Zeitung.
  3. Wir sehen, dass wir seit geraumer Zeit Leser verlieren.
  4. Wir halten es für selbstverständlich, dass wir einen Beitrag zur Analyse der Gründe für die Abwanderung und zu einem inhaltlichen Konzept leisten, mit dem wir wieder mehr Leser für unsere Zeitungen gewinnen können.
  5. Wir fordern, dass dieser Beitrag bei Überlegungen zur zukünftigen Gestaltung eines regionalen Mediums einbezogen wird.
  6. Es geht dabei auch um unsere Arbeitsplätze.

Warum die Konzepte gescheitert sind

Der Auflagenrückgang hat ökonomische und demografische Gründe.

Es gibt aber auch hausgemachte Ursachen. Die Leser bestellen ab, weil sie sich, ihre Stadt und ihre Region in der Zeitung zu wenig wiederfinden.

Die Lokalteile sind das Herz unserer Zeitungstitel. Sie sind einzigartig in der Region. Im Widerspruch zur WAZ-Philosophie „Stärken stärken“ werden die Lokalteile seit geraumer Zeit massiv geschwächt.

Personalabbau und Umfangreduzierung wirken kontraproduktiv.

Was wir brauchen

Im Gegensatz zur augenblicklichen Politik des Hauses müssen die Lokalteile nicht beschnitten, sondern ausgebaut werden. Wir brauchen Konzepte, um junge Leser zu gewinn, ohne die Älteren zu vernachlässigen.

Wir kämpfen für eine regionale Zeitung mit journalistischer Qualität in der Tradition des Erich Brost: Eine Zeitung, mit der sich der Leser zuhause fühlt.


Diese Zeitung ist nicht tot!

Essen, den 11.11.2008

PS: Das oben verwendete Bild ist eine Montage, basierend auf dem Bild der Lichtburg in Essen, welches aus dem verlinkten Wikipedia-Beitrag stammt und vom Wikipedia-Benutzer Baikonur erstellt wurde.


4 Kommentare »

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  1. (1) Kommentar by H.Plagwitz @ 14. November 2008, 20:54 Uhr

    Ich beneide die Lokalredakteure bei der WAZ nicht. Ihr Produkt wird in einen Mantelteil verpackt, den man doch nur noch als schlecht gemachtes Boulevard-Blatt bezeichnen kann. Darüber hinaus scheinen die Lokalen offensichtlich keine Rückendeckung ihres Chefredakteurs zu genießen, sonst müsste doch nicht solch eine Resolution verfass werden.


  2. (2) Kommentar by Jens @ 15. November 2008, 12:19 Uhr

    @H. Plagwitz:
    Tja, es muss wohl eine große Unzufriedenheit geben, sonst würde es nicht zu einer solchen Resolution kommen.


  3. (3) Pingback by 50hz - Werkstatt für Netzkommunikation » Blogarchiv » Von der Angemessenheit der Mittel: Proteststerben @ 15. November 2008, 21:32 Uhr

    […] Im Pottblog findet sich die aktuelle Mitarbeiterresolution der redaktionellen Mitarbeiter der WAZ-Mediengruppe, die durchaus Grundlage einer konstruktiven […]


  4. (4) Pingback by Wochenrückblick: Sparpläne, Kriegsende, Affenfleisch » medienlese.com @ 16. November 2008, 13:35 Uhr

    […] werden. Die Lokalredakteure sind natürlich alles andere als begeistert und fordern in einer Resolution den Ausbau des Lokalteils. Über die Sparprogramm der amerikanischen Zeitungsverlage berichtet […]


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